Für den „Neuen“ ist Krisenmanagement Alltag

+
Marlene Struck gab das Amt an Thomas Voßkuhle weiter, der seit Montag Valberter Schiedsmann ist.

Meinerzhagen - „Wichtiger als die Juristerei sind Fortbildungslehrgänge im Bereich Mediation. Und natürlich der gesunde Menschenverstand.“ Marlene Struck ist dieser Meinung – und sie hat genau diese Eigenschaft in den vergangenen fünf Jahren häufig benötigt, denn sie war Schiedsfrau für Valbert. Kürzlich legte sie dieses Amt ab, ihr Nachfolger ist nun der Hunswinkler Thomas Voßkuhle.

Von Jürgen Beil

Schiedsleute sollen die beiden streitenden Parteien möglichst an einen Tisch bringen. „Miteinander reden“, so lautet das Zauberwort. Allein dieses Ziel versuchte Marlene Struck während ihrer Amtszeit im Ebbedorf etwa 20 Mal zu erreichen. „Meistens mit Erfolg“, erinnert sie sich an ihr Ehrenamt.

Oft standen die klassischen Nachbarschaftsstreitigkeiten für sie auf dem Programm, die in letzter Konsequenz wohl vor Gericht landen würden. Bäume, die auf das Nachbargrundstück ragen, Beleidigungen wegen Kleinigkeiten, Antipathien, die sich im Laufe vieler Jahre hochgeschaukelt haben – all das erlebte Marlene Struck.

„Und einmal musste ich bei einem Ortstermin sogar Erste Hilfe leisten, weil jemand just in dem Moment als ich kam von der Leiter fiel“, blickt die ehemalige Schiedsfrau zurück. „Klassiker“ waren die zahllosen Telefongespräche, in denen Marlene Struck sich meist mit Erfolg als Streitschlichterin betätigte. „Das war eine gute Arbeit und ich bin im Bezirk Valbert auch bekannt. Im Amt der Schiedsfrau ist das ein großer Vorteil“, erläutert die 62-Jährige.

Bei der Amtsübergabe an Thomas Voßkuhle im Rathaus war auch Amtsgerichtsdirektor Guido Varney mit von der Partei. Er sicherte dem „Neuen“ in Valbert größtmögliche Unterstützung zu. „Das Amt des Schiedsmanns hat deshalb Charme, weil es ein so niedrigschwelliges Angebot ist. Man muss dabei wissen, wie die Leute ticken. Erfahrungsgemäß sind die ersten zwei bis drei Minuten eines Schlichtungsgespräches die wichtigsten, da werden die Weichen gestellt. Dort die richtige Ansprache zu finden, ist nicht einfach. Aber Menschen, die vor Ort wohnen, sind darin oft besser als wir Juristen“, führte Varney aus.

Der 48 Jahre alte Voßkuhle, der seit dem 12. Januar 2015 zuständiger Schiedsmann für den Bereich Valbert ist, garantiert nun einen nahtlosen Übergang in dieser Position. Er bedankte sich bei der Stadt Meinerzhagen für die „prima Vorbereitung auf das Amt“. Als hauptberuflicher Feuerwehrmann bringt er darüber hinaus beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schiedsmann mit, denn für ihn ist Krisenmanagement Tagesgeschäft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare