Sauerlandlinie

Die A45 - eine einzige Baustelle

Der Verkehr der A45 in Richtung Hagen wird über die Fahrspur nach Olpe geleitet. Auf der Gegenfahrbahn wird derzeit der Asphalt abgetragen.
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Blick in Richtung Süden: Der Verkehr in Richtung Hagen wird über die Fahrspur nach Olpe geleitet. Auf der Gegenfahrbahn wird derzeit der Asphalt abgetragen.

Es ist mitunter eng auf der wichtigsten - weil einzigen - Bundesautobahn im südlichen Märkischen Kreis. Eine Baustelle folgt der anderen. Wir fragten nach, was genau gemacht wird.

Märkischer Kreis - Die Autobahn GmbH bezeichnet sie als „Lebensader der Region“ – und übertreibt damit sicher nicht. Nicht nur Berufspendler, auch zahlreiche mittelständische Unternehmen sind auf die A 45 angewiesen. Die Wirtschaft im südlichen Märkischen Kreis pulsiert mit der Sauerlandlinie. Doch seit vergangener Woche ist auf einem weiteren Teilstück der A 45 Geduld gefragt: Die Autobahn gleicht zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Meinerzhagen einer einzigen Baustelle, schweres Gerät trägt den Straßenasphalt derzeit bei Lüdenscheid-Süd ab. Mit dem geplanten sechsspurigen Ausbau in Richtung Norden hat das aber nichts zu tun.

„An den Plänen des durchgehenden sechsspurigen Ausbaus hat sich auch nichts geändert“, betont Susanne Schlenga von der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH, die die Bauarbeiten als Nachfolgegesellschaft von Straßen.NRW koordiniert und beauftragt. Das Aufschieben der Sanierung bis zum Ausbau sei aber keine Option.

Sechsspuriger Ausbau frühestens 2030

Denn: Allein die Vorplanung dafür laufe noch bis Ende 2022, der Vorentwurf soll bis Mitte 2027 erstellt sein – um schließlich im Jahr 2030 Fakten zu schaffen und das Teilstück sechsspurig ausbauen zu können. „Wir können die Autobahn bis dahin nicht einfach sich selbst überlassen und die Verkehrssicherheit gefährden“, erklärt die Autobahn-Sprecherin. Spurrillen und Risse sind ein klares Zeugnis für die enorme Belastung, der die Autobahn ausgesetzt ist – und die sich seit ihrem Bau in den 1960er- und 1970er-Jahren massiv erhöht hat.

Wichtige Sanierung duldet keinen Aufschub

Trag-, Binde- und Deckschicht werden in Fahrtrichtung Dortmund in zwei Streckenabschnitten erneuert: Zunächst soll der Bereich zwischen der Talbrücke Homert und dem Parkplatz Schwiendahl fertiggestellt werden. In circa acht Wochen soll dort der Verkehr wieder rollen, „wenn das Wetter mitspielt“, wie Susanne Schlenga sagt. Anschließend gehen die Arbeiter das Teilstück zwischen der Talbrücke Homert und dem Parkplatz Drögenpütt an.

Verbessert werde nicht nur der Fahrbahnbelag sowie die Bankette, sondern auch die Entwässerung, die durch den Neubau von sogenannten Regenwasserbehandlungsanlagen auf den neuesten Stand gebracht werde. „Neue Filterverfahren sorgen künftig dafür, dass so gut wie keine Schadstoffe mehr in die Gewässer gelangen können. Somit wird auch ein großer Beitrag zum Umweltschutz erbracht“, heißt es vonseiten der Autobahn GmbH.

Acht A45-Talbrücken im MK

Doch nicht nur auf „normaler“ Strecke ist die Belastung von Asphalt und Umlage sichtbar, auch an und in den acht Talbrücken der A 45, die sich auf dem Gebiet des Märkischen Kreises befinden. Was seit 2013 an dem Großprojekt Lennetalbrücke sichtbar ist und in diesem Sommer vollendet werden soll, wird in den kommenden Jahren die gesamte Route der Sauerlandlinie bestimmen: Da die größtenteils in den 1960er-Jahren erbauten Brücken nicht für den immens gestiegenen Lastwagen-Verkehr und die höheren Achslasten bemessen wurden, ist die A 45 für den Schwerlastverkehr über 44 Tonnen weitgehend gesperrt. Das soll nicht so bleiben: Die Sauerlandlinie soll diesen Verkehr dank neu gebauter Talbrücken wieder aufnehmen können. „Wir berücksichtigen bei den Ersatzneubauten natürlich bereits die geplanten sechs Fahrstreifen“, betont Autobahn-Sprecherin Susanne Schlenga.

Doch bevor es freie Fahrt auf modernem Asphalt gibt, müssen Auto- und Lastwagenfahrer mit Einschränkungen rechnen. Derzeit fließt der Verkehr in Fahrtrichtung Hagen an vielen Stellen auf zwei verengten Fahrspuren, während in Gegenrichtung der alte Straßenbelag abgefräst und durch neuen ersetzt wird. In den Baustellen gilt Tempo 80 – und das wird mitunter auch von mobilen Blitzanlagen kontrolliert.

Immer noch Fragen nach Meinerzhagener Anschlussstelle

Eine weitere Behinderung in Höhe der Anschlussstelle Meinerzhagen ist indes Geschichte: Die Auf- und Abfahrt war aufgrund der Streckensanierung von Ende März bis Ende Mai gesperrt. Seither kann die Sauerlandlinie wieder in beide Richtungen befahren werden – doch die Anfragen besorgter Verkehrsteilnehmer reißen nicht ab, wie Autobahn-Sprecherin Susanne Schlenga berichtet. Immer noch erreichten sie Anfragen, ob die Anschlussstelle gesperrt sei. „Die Leute rufen teilweise nachts an – daran merkt man, dass die vermeintlich ,kleinen‘ Anschlussstellen für die Menschen von hoher Bedeutung sind“, sagt Schlenga, die aber nochmals betont: „Die Auf- und Abfahrt in Meinerzhagen ist ohne Probleme möglich – und das schon seit mehr als einem Monat.“

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