Sauerland Höhenflug: Bekanntheitsgrad wächst

+
Der genaue Streckenverlauf ist auf der Info-Tafel in Schallershaus abzulesen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Der „kleine Bruder“ des überregional bekannten Wanderweges „Rothaarsteig“ ist der „Sauerland Höhenflug“.

Von den Einstiegsportalen in Meinerzhagen-Schallershaus und Altena aus führt er über 250 Kilometer bis ins hessische Korbach. Der „Rothaarsteig“ lockt jährlich etwa 1,5 Millionen Wanderer an, kann der „Höhenflug“ da mithalten?

Nein, kann er nicht – aber das überrascht eigentlich niemanden. Denn: Bis sich ein solches Angebot herumgesprochen hat, vergeht erfahrungsgemäß einige Zeit. Das weiß auch Fred-Josef Hansen, beim Forstamt Schmallenberg zuständig für die beiden Ranger, die den „Höhenflug“ betreuen. Unter anderem aus Berichten der Ranger errechnete Hansen die ungefähre Besucherzahl des „Höhenfluges“, die er auf 150 000 bis 250 000 Naturliebhaber im vergangenen Jahr beziffert. „Auch wenn diese Zahlen nicht belastbar sind, sind wir mit der Tendenz zufrieden“, erläuterte der Mitarbeiter des Forstamtes im Gespräch mit der MZ. Hansen glaubt jedoch, dass das „Ende der Fahnenstange“ noch nicht erreicht ist: „Gefühlt werden es jedes Jahr mehr Besucher, der Weg wird angenommen. Wir sind außerdem bemüht, den Höhenflug weiter zu optimieren, wir stecken mitten in einem Arbeitsprozess. Die Besucher jedenfalls sind schon jetzt durchweg begeistert. Und dabei fordert der Höhenflug schon etwas mehr Kondition als der Rothaarsteig – und stellenweise verläuft er auch etwas einsamer.“

Dass die Zufriedenheit der Besucher und die Gästezahlen steigen, bestätigt auch der für den heimischen Bereich des „Höhenfluges“ zuständige Ranger Christoph Nolte: „Viele Wanderer kommen aus dem Ruhrgebiet, Sauerländer sind hingegen eher selten“, hat Nolte beobachtet. Dabei hinke der Höhenflug auf dem Gebiet des Märkischen Kreises in Sachen Tourismus-Infrastruktur noch ein wenig hinterher, was den Vergleich zu den östlichen Bereichen des Wanderweges angehe. „Aber das ist wohl normal und wir arbeiten daran“, ist Nolte zuversichtlich. Auch er setzt bei der Steigerung des Bekanntheitsgrades auf Mund-zu-Mund-Propaganda: „Wer einmal auf dem Höhenflug unterwegs war, wird davon erzählen.“

Ein Teilstück des „Höhenfluges“ auf Meinerzhagener Gebiet wurde kürzlich verlegt, die neue Strecke führt nun direkt am Landgasthof Haus Eckern in Möllsiepen vorbei. Das hat bereits positive Auswirkungen auf den Betrieb von Friedrich-Wilhelm Eckern: „Es kommen einige Wanderer zu uns – und es werden vielleicht noch mehr. Darunter sind Einheimische, Besucher aus dem Ruhrgebiet und auch Holländer. Allerdings scheint es ein Problem zu geben: Die Leute kommen schlecht zurück zu ihren Autos, wenn sie ein Teilstück des Weges gegangen sind.“

Zufrieden ist auch Frank Lüttel, Vorsitzender des heimischen Wirtevereines – auch wenn die Baustelle der Südumgehung für ihn und seinen Betrieb in der Butmicke noch ein „Hindernis“ darstellt: „Jedes Wochenende stehen am Höhenflug-Portal zehn bis 15 Autos und auch Gäste kommen zu uns, die den Höhenflug gehen.“ Das will auch Lüttel demnächst in Angriff nehmen, zunächst aber nur auf einem Teilstück. ▪ beil

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare