Blogger Sascha Lobo zu Herausforderungen der Zukunft

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An der Diskussion beteiligten sich: Moderator Dirk Glaser, Sascha Lobo, Bankdirektor Roland Krebs, Dipl.-Ing. Arthur Rönisch, General Manager Turck duotec, MdL von NRW, Gordan Dudas, und Prof. Dr.-Ing. Erwin Schwab, Vizepräsident der Fachhochschule Südwestfalen.

Meinerzhagen - Ist das Internet kaputt? Gesellschaftliche Herausforderungen der digitalen Vernetzung. Diese Frage stellte der Referent des Volksbank-Forums am Dienstagabend in der Stadthalle vor geladenen Kunden der Genossenschaftsbank. Bankdirektor Karl-Michael Dommes begrüßte zahlreiche Gäste und hatte als Referent des Abends den Autor und Strategieberater Sascha Lobo eingeladen. Die Moderation der anschließenden Diskussionsrunde übernahm der Geschäftsführer der Südwestfalenagentur Dirk Glaser.

Von Bärbel Schlicht

Sascha Lobo ist auch deutschlandweit bekannter Blogger, der 2007 die Blogvermarktungsagentur „adnation“ gründete, die Werbung auf Blogs verkauft und unter anderem die drei meistverlinkten Blogs in deutscher Sprache vermarktet. In seinem überaus humorvoll gestalteten Vortrag beleuchtete der Referent kritisch, warum dem Internet die „Weisheit der Vielen“ unterstellt wird. Er betonte, darauf hinarbeiten zu müssen, dass das Internet nicht die absolute Kontrolle übernimmt. „Wenn wir nicht aufpassen, gesellschaftlich und politisch, kann das geschehen.“

Es könne nicht darum gehen, den Fortschritt abzulehnen, sondern die Richtung des Fortschritts zu bestimmen. Durch das Internet und die digitale Vernetzung nähere sich die Gesellschaft dem „Social way“, der Weisheit der Vielen. Lobo gab dazu viele Beispiele, die bewusst werden ließen, in welche Lebensbereiche das soziale Netzwerk hineinreicht. Und dies sei nicht nur die Überwachung von außen, sondern auch die Verhaltensänderung in der Bevölkerung. Dabei spiele die Datenbegeisterung der Nutzer eine große Rolle. „Überwachung ist das Geschäftsmodell des Internets.“

In den sozialen Daten stecke noch viel mehr, als der Nutzer sich heute vorstellen könne. Was die soziale Vernetzung anginge, so befände sich die Gesellschaft jedoch im Sinkflug, führte Lobo weiter aus. Die digitale Infrastruktur in Deutschland sei seit Jahren vernachlässigt worden. Hier müsse noch viel getan werden. Lobo zeigte auf, wie die Verschmelzung der Welten konkret aussieht. „Wir müssen die Chancen vorantreiben, die Risiken aber bekämpfen“.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie wichtig dabei die Datensicherheit ist. Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass die Politik auf die Anforderungen reagieren müsse. „Wie man diese Dinge regeln sollte, darauf hat die Politik noch keine Antwort“, sagte der Landtagsabgeordnete Gordan Dudas (SPD). Der Datenschutz müsse aber weiter entwickelt werden. Als Einzelner könne man nicht viel tun, da sei die Gesellschaft gefordert, betonte Lobo. Dies sei eine Herausforderung auch für die Wirtschaft. So müsse diese mit dem Ausbau der Glasfaserkabel dafür sorgen, dass die Versorgung mit den digitalen Möglichkeiten flächendeckend realisierbar sei. Es wurde in der Diskussion ebenso deutlich, dass viele der Entwicklungen nicht freiwillig geschehen. Wann ist die Flucht vor dem Netz nicht mehr möglich? Wann ist der Mensch eingezwängt im digitalen Konzept? Auch diese Fragen stellte Sascha Lobo am Dienstagabend. Zwar sollte jeder sensibel mit seinen Daten umgehen, doch notwendig sei auch die Information der Bevölkerung im Allgemeinen.

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