Neue Asphaltabdichtung am Biggedamm

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Von der Waldenburger Bucht aus sieht man den Bereich, der eine neue Asphaltschicht erhalten soll. Allerdings muss im Frühjahr dazu noch der Pegel abgesenkt werden.

Meinerzhagen - Seit gut drei Jahren laufen die Vorbereitungen beim Ruhrverband für die nun anstehenden Sanierungsarbeiten am Hauptdamm der Biggetalsperre schon. Anfang dieses Jahres soll es losgehen. Zunächst wird die Auftragsvergabe anstehen, welche auf der Grundlage der Ausschreibungsunterlagen und der dann eingegangenen Angebote erfolgen wird. Rund 8 Millionen Euro beträgt der kalkulierte Kostenrahmen.

Mit diesem dicken Batzen möchte der Ruhrverband als Betreiber der Talsperre die Asphaltdichtung des Biggehauptdamms instandsetzen.

„Nach gut 50-jähriger Betriebszeit ist das völlig normal und zählt damit zu den, wenn auch selteneren, dennoch üblichen Sanierungsarbeiten an unseren Talsperren“, so Betriebsleiter Ralf Stötzel im Gespräch mit der MZ.

In den nunmehr fünf Jahrzehnten, in denen das Wasser je nach Jahreszeiten und Wetterlage mal sehr hoch, aber auch deutlich niedriger hinter dem Steinschüttdamm zurückgehalten wurde, habe die erforderliche Elastizität der äußeren Asphaltlage erheblich nachgelassen. Bei den Routineuntersuchungen stellten die Fachleute zudem in der Wasserwechselzone (dies ist der obere Bereich des knapp 700 Meter langen Damms) rund 400 Risse fest.

„Diese Tatsache ist allerdings kein Grund zur Beunruhigung. Denn der Alterungszustand der Dichtung entspricht unseren langjährigen Betriebserfahrungen bei vergleichbaren Bauwerken. Und da die abdichtende Wirkung noch von zwei weiteren darunterliegenden Dichtungsschichten übernommen wird, ist der Betrieb der Talsperre in keiner Weise beeinträchtigt“, erläutert Ralf Stötzel.

Dabei geht er kurz auf die regelmäßigen Kontrollen, zu denen auch die Stollenbegehungen gehören, ein. Leicht schmunzelnd macht er dabei die Verbundenheit der Mitarbeiter mit ihrer Sperre klar: „Die Kollegen erkennen schon am Tropfgeräusch, ob alles in Ordnung ist“.

Läuft alles nach Plan, soll die Asphaltdichtung im Sommer 2015 auf einer Fläche von etwa 12 800 Quadratmetern durch eine Spezialfirma erneuert werden. Dazu ist es erforderlich, den Wasserstand der Biggetalsperre ab dem Frühjahr 2015 abzusenken. Rund 15 Meter sind dafür notwendig, was knapp einem Drittel der Gesamthöhe des Damms entspricht. Die „dauerhaft“ im Wasser befindlichen Flächen, sind nicht von den anstehenden Arbeiten betroffen.

Im Herbst 2003 gab es einen annähernd gleichen Pegelstand wie der jetzt für die Arbeiten anvisierte. Ungewohnt dürfte der Anblick trotzdem nicht werden. Denn in den Sommermonaten der vergangenen Jahre lag der Pegelstand oftmals ebenfalls zwölf Meter unter dem „Normalzustand“.

Größere Beeinträchtigungen für die touristische Nutzung und für die Schifffahrt auf der Talsperre sind übrigens nicht zu erwarten. Damit sich sowohl die Betreiber der beiden Motorschiffe „MS Bigge“ und „MS Westfalen“, aber ebenso die vielen „privaten Kapitäne“ auf die Situation einstellen können, hat der Ruhrverband entsprechend rechtzeitig zu ihnen Kontakt aufgenommen.

Parallel zum Hauptdamm soll auch die Dichtung des Damms am Vorbecken Kessenhammer erneuert werden. Beim Ruhrverband geht man davon aus, die Bauarbeiten im Herbst 2015 abgeschlossen zu haben. Danach soll dann mit dem Wiederaufstau begonnen werden. Wann letztendlich das „Becken voll“ sein wird, hängt logischer Weise von den dann herrschenden Witterungsverhältnissen ab. - jjh

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