Sanierung der Polizeiwache liegt "voll im Zeitplan"

+
Auch im Wachraum neben dem Haupteingang gibt es für die Handwerker noch viel zu tun. Später soll er auch für Rollstuhlfahrer über einen kleinen Aufzug erreichbar sein.

Meinerzhagen - Wenn Michael Stumpe die alte Polizeiwache an der Oststraße betritt, achtet er inzwischen darauf, dass er Zivilkleidung trägt. Denn die dunkelblaue Uniform müsste nach einem Rundgang durch die Räumlichkeiten, die zurzeit renoviert werden, garantiert wieder gewaschen werden.

Handwerker haben das Gebäude beinahe „entkernt“, Staub liegt in der Luft. Für den Laien ist es kaum vorstellbar, dass die ins Nachbargebäude umquartierte Polizei hier im Dezember wieder einziehen soll. Und dennoch ist der Hauptkommissar zuversichtlich: „Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan.“

Sowohl im Keller als auch im Erdgeschoss und im ersten Stockwerk wird gearbeitet. Zusätzlich sind die Außenfassaden eingerüstet. Und auch das Dach kommt noch an die Reihe. Die Dämmung des Gebäudes steht auf dem Programm. Früher hatten die Beamten nur die nackte Wand als „Außengrenze“. Und weil es durch die maroden Wände zog wie „Hechtsuppe“, war der Aufenthalt in dem Gebäude im Winter alles andere als ein Vergnügen. Das alles soll im Dezember der Vergangenheit angehören.

Unter Aufsicht der Meinerzhagener Baugesellschaft wird die Renovierung vorangetrieben. „Das ist auch gut, denn wir als Polizei können zwar sagen was wir uns wünschen. Wie das alles umzusetzen ist, sollten aber Fachleute entscheiden“, meint Stumpe. Eigentümer des Gebäudes ist die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen. Sie zahlt den Umbau und erhält im Gegenzug einen langfristigen Mieter, der garantiert pünktlich zahlt. Etwa 600 000 Euro werden in die Sanierung der Wache gesteckt, das Land ist dabei allerdings mit „im Boot“. Aus Düsseldorf werden die Rechnungen beglichen, die sich auf die polizeispezifischen Umbauten wie schusssicheres Glas beziehen.

Eine große Herausforderung ist die Koordination der einzelnenen Gewerke. So müssen zum Beispiel die Elektriker „ran“, auf die eine große Aufgabe wartet. Kommunikationseinrichtungen müssen ebenso verkabelt werden wie die vielen Lampen. Und im Keller steht künftig ein zentraler Server. „Dieser Raum wird dann auch klimatisiert“, erklärt Stumpe. Wesentlich mehr Komfort werden auch die Sanitär- und Umkleideräume bieten – natürlich getrennt nach Geschlechtern. Und auch der Wachraum am Eingang soll den Beamten deutlich bessere Arbeitsbedingungen bieten – ein kleiner Lift wird künftig auch Menschen mit Behinderungen den barrierefreien Zugang ermöglichen. Verhaftete Bösewichte werden bei der Meinerzhagener Polizei künftig allerdings keine „Bleibe“ mehr haben. „Weil es in dem Gebäude keine Zellen mehr geben wird, müssen wir diese Menschen nach Lüdenscheid transportieren“, weiß Stumpe.

Oliver Drenkard ist Chef der heimischen Baugesellschaft (MBG). Auch er ist zuversichtlich, den Einzugstermin Dezember halten zu können. Bei der MBG wird bis dahin auch großer Wert auf die „hochwertige energetische Sanierung“ des Hauses gelegt.

Nur bei der Gasheizung wird weiter auf die ältere, vorhandene Technik gesetzt: „Die Anlage wird optimiert, sie einfach wegzuwerfen kommt nicht in Frage, dafür ist sie noch in einem zu guten Zustand“, erläutert Drenkard.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare