Salut Salon überzeugt mit überraschenden Arrangements

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Witzig-spritzig und mit überraschenden Arrangements bürstete Salut Salon klassische Melodien gegen den Strich.

Meinerzhagen - Beim Thema Liebe konnten alle mitreden, die Zuschauer ebenso wie die vier Musikerinnen von Salut Salon.

Die hatten in der Stadthalle einen grandiosen Auftritt vor vollem Haus. Seit 2002 ist die Frauentruppe in wechselnder Besetzung international unterwegs, der KuK-Verein hatte sie am Freitagabend nach Meinerzhagen geholt.

Das Erfolgsrezept des Quartetts: Eine Instrumentalbesetzung, die sich an der Salonmusik orientiert, ein Musikprogramm vom Barock bis zum Rap der Gegenwart und das Ganze immer wieder überraschend arrangiert und kräftig gegen den Strich gebürstet.

Dabei ging es keineswegs rein instrumental zu. Angelika Bachmann und Meta Hüper (Geige), Sonja Lena Schmid (Cello) und Olga Shkrygunova (Klavier) zeigten sich erstaunlich vielseitig: Alle vier sangen, erweiterten das Instrumentarium um Akkordeon, Bandoneon und Sägen und stellten ihre Comedy-Talente unter Beweis. „Liebesmord“ war der Titel eines Krimi-Medleys aus Filmmusiken, bei dem am Ende eine Musikerin tot am Boden lag – erstochen mit dem Cello. Dazu waberte Kunstnebel über die Bühne. Am Ende legten sie mit ihren Instrumenten gar eine Gymnastik-Einlage aufs Parkett: Zwei Dutzend Titel von Hans Albers bis Herbert Grönemeyer bildeten ein Medley, bei dem die Frauen mal zu zweit auf einer, mal allein auf zwei Geigen spielten oder sich am Klavier akrobatisch verrenkten.

Romantische, melancholische, furiose und witzige Elemente hielten sich im Laufe des Abends die Waage. Den Auftakt machte der „Libertango“ von Piazolla, gefolgt von „Romeo und Julia“ von Prokofjew, Musik von Robert Schumann und einem jiddischen Liebeslied, das an diesem Abend in plattdeutscher Übersetzung daherkam. Besinnliche Töne schlugen die Frauen mit Gedichten von Pablo Neruda und Erich Fried an. Aber was es letztlich mit der Liebe auf sich habe? „The answer, my friend, is blowing with the wind.“

Das Bühnenbild war sparsam: Strichmännchen, die sich an den Händen halten, viele rote Herzen und die Fahne der Liebe. Die musste bei Salut Salon als Wischmopp herhalten, als die Sängerin die Tristesse einer langweilig gewordenen Ehe beklagte. Aber der Refrain war dann doch: „Ohne ihn möchte ich nicht leben.“ Er – der Mann, geliebtes Wesen, Sehnsuchtsobjekt und Reizfigur. Im Bühnenprogramm des Quartetts wurde er von der Puppe Oskar vertreten. Der hatte seine musikalischen Auftritte am Mini-Klavier oder am Cello; den Bogen führte dabei Geigerin Meta Hüper.

Liebe habe zu tun mit Geben und Nehmen, sagte Gründungsmitglied Angelika Bachmann nach heftigem Applaus und zwei Zugaben: Geben sollten die Zuschauer ihr Geld auch für ein Schulprojekt in Chile, das Salut Salon unterstützt. Der Spendeneimer füllte sich zügig, die Zuschauer zeigten sich spendabel.

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