Basta, es passt - und wie!

Von einer Woge der Begeisterung getragen, setzten Werner Adelmann, Arndt Schmöle, René Overmann, Thomas Aydintan und William Wahl (von links) zu ungeahnten Höhenflügen an.

Meinerzhagen - Ups! Passt das? Brasilianische Rhythmen und Rügen-Geschichte? Gregorianik aus dem tiefsten Mittelalter und „Domino“-Spiel, bekanntlich ein Legespiel mit rechteckigen Spielsteinen? Oder einbeiniger Flamingo – stoisch, unverrückbar und nicht von der Stelle zu bewegen - und spanisches Temperament? Basta, es passt – und wie!

Von Monika Salzmann

Mit Charme, Stimme und einer gehörigen Portion Humor brachte die A-cappella-Gruppe „Basta“ am Samstagabend in der voll besetzten Stadthalle zusammen, was nicht zusammengehört – und doch passt wie die berühmte Faust aufs Auge. Auf Einladung von KuK, Verein für Kommunikation und Kultur, „rockten“ die Kölner die Halle – allein mit der Stimme.

Von einer Woge der Begeisterung getragen, setzten sie zu ungeahnten Höhenflügen an und holten gleichsam die Sterne vom Himmel. Einmal in ihrem Element, gab’s kein Halten mehr – weder auf der Bühne noch im Saal. Frenetisch feierten die Meinerzhagener die Band und ihr neues Programm „Domino“, in dem „der Neue“, Arndt Schmöle, im gleichnamigen Titelsong populären Mönchs-Pop mit sonorer Bass-Stimme verschmitzt aus der Perspektive der Spielanleitung zum Gesellschaftsspiel betrachtete. Eindeutig zweideutig gelang die Wortspielerei mit dem klösterlichen „Domino“, das nicht als Name des Herrn, sondern banales Spiel gemeint war.

Faustdick saß den Jungs der Schalk bei allen Geschichten und Begebenheiten, die sie erzählten, im Nacken. Egal, ob sie nun in den Körper von Reinhard Mey schlüpften und vergeblich versuchten, den Gefahren „über den Wolken“ zu entrinnen, sich in herzerweichenden Schluchzern à la Julio Iglesias verloren, oder den kleinen, nervenden Gondoliere aus der Langustenstadt (!) Venedig kurzerhand samt Barke in den rauschenden Wogen ertränkten. Es machte riesig Spaß, mit den Kölnern unbekümmert über die Stränge zu schlagen, über rasante „Backfront Stage Slides“ als akrobatische Showeinlage zu lachen und sich darauf zu freuen, wen oder was die rheinischen Frohnaturen, die mit ihrer Stimme jedes x-beliebige Instrument imitieren konnten, als nächstes aufs Korn nehmen und kongenial ad absurdum führen würden. Schon der „Vorband“, mit der sich die fünf Stimmakrobaten augenzwinkernd einführten, bereiteten die Meinerzhagener einen stürmischen Empfang. Herrlich selbstironisch nahmen sich William Wahl (Tenor), der bei „Basta“ die meisten Songs und Texte schreibt, Thomas Aydintan (Tenor/Bariton), René Overmann (Tenor), Werner Adelmann (Bariton) und Arndt Schmöle (Bass) dabei in eigener Sache auf die Schippe.

Traumfrauen, Schlager, App-Deppen, Beatboxer und vieles mehr hatten sie im Visier. Jeder war mal Solist, mal Chorsänger, mal Moderator, mal schmunzelnder Zuhörer, unverzichtbarer Teil perfekten Satzgesangs und ausgefeilter Choreographien.

Vor allem Thomas Aydinton redete sich wortgewaltig und hochamüsant ein ums andere Mal um Kopf und Kragen.

Nach zwei Stunden a cappella vom Feinsten – unnachahmlich frisch, frech und lustig dargeboten – mochte das Publikum die fünf Könner, stürmisch mit Standing Ovations gefeiert, noch lange nicht ziehen lassen.

Wer nach drei Zugaben noch Durchhaltevermögen besaß, erhielt während der Signierstunde im Foyer sogar noch ein Extra obendrauf, ganz spontan und aus dem Stegreif heraus.

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