Schlenker Straße: Keine Rückkehr zu alten Zeiten

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Reste im Boden zeigen, wo die 2004 abgebaute Schranke den Durchgangsverkehr einst blockierte und nur Busse passieren konnten. Der damalige Zustand soll nicht wieder hergestellt werden – weder durch Busschleuse noch durch versenkbare Poller.

Meinerzhagen - Die Schlenker Straße ist Richtung Im Brannten theoretisch durchgehend zu befahren. Vom Fumberg kommend, ist der Weg – mitten durch das Wohngebiet – ebenfalls frei in Richtung Landstraße 323. Allerdings verbietet ein Durchfahrt verboten-Schild das Ein- und Ausfahren im Bereich Schlenker Straße/Im Brannten.

In diesem Zusammenhang gibt es einen Beschluss, den der Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung und Verkehr nach Anlieger-Bedenken im Jahr 1991 fasste. Demnach sollte die Schlenker Straße für den Durchgangsverkehr komplett gesperrt werden. Das geschah 1998 – und damit begann der Ärger. Denn laut Verwaltung kam es in der Folgezeit immer wieder zu Vandalismus im Zusammenhang mit der Schranke, die installiert wurde, um aus der Straße eine Sackgasse zu machen. Das Ende vom „Lied“: 2004 wurde die Schranke nach wiederholten Beschädigungen wieder abgebaut. Seit dieser Zeit herrscht freie Fahrt, die nur das Verbotsschild „stört“.

Das missfällt einigen Anliegern der Schlenker Straße sehr, deshalb fordern sie die Verwaltung auf, die Straße wieder „baulich“ abzuriegeln. Dieses Anliegen trugen zwei Anwohner im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt am Montag erneut vor – wobei sie an die Politiker appellierten, das Versprechen von 1991 wieder einzulösen. „Wir vertrauen auf die Beschlüsse aus der Vergangenheit. Leisten Sie der Politikverdrossenheit keinen Vorschub und enttäuschen Sie unser Vertrauen nicht. Der Durchgangsverkehr auf der Schlenker Straße nimmt zu, es entstehen gefährliche Situationen für Schulkinder.“

In der anschließenden Diskussion wurde allerdings schnell klar, dass die Anwohner auf verlorenem Posten standen. Matthias Scholand verdeutlichte für die CDU, dass der Beschluss von 1991 nicht unbedingt die heutigen Meinung widerspiegelt: „Wer A gesagt hat, muss jetzt nicht unbedingt B sagen. Auch alte Entscheidungen müssen stets überprüft werden, ob sie noch aktuell sind.“ Anschließend ging er auf Verkehrszählungen und Tempomessungen ein, die die Verwaltung in Auftrag gegeben hat: „In Spitzenzeiten fährt hier alle zwei Minuten ein Auto. Das ist nicht so viel, dass sich der Einbau einer neuen Schranke lohnen würde. Und über den Fumberg Richtung Gummersbach abzukürzen, macht mit der Südumgehung keinen Sinn mehr. Die CDU meint, es sei richtig, alles so zu lassen. Die Belastungen sind nicht übermäßig groß. Und zu schnelles Fahren wird sicherlich nie ganz zu vermeiden sein.“

Auch Karl Hardenacke (Bündnis 90/Die Grünen) stimmte zu: „Wo sind die Kriterien für eine Sperrung? Natürlich ist die Geschwindigkeit ein Problem. Vielleicht könnten seitlich versetzte Hindernisse helfen.“ Dem widersprach Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck von der Stadt. Er vertritt die Meinung, dass weder seitliche Hindernisse noch „Hubbel“ auf der Fahrbahn helfen würden: „Wer rasen will, rast.“ Christian Schön (FDP) stimmte zu: „Ich glaube, es gibt nichts Wirkungsvolles, um Raser zu bremsen.“ Kurt Vedder (CDU) stellte aus seiner Sicht klar: „Es ist doch Unsinn, über den Fumberg und die Schlenker Straße abzukürzen.“ Bei drei Enthaltungen wurde dann auch beschlossen, den augenblicklichen Zustand zu belassen. Die Verwaltung soll allerdings prüfen, ob Maßnahmen nötig sind, die die Geschwindigkeit der Autos bremsen.

Einer der beiden anwesenden Anwohner fand nach der Diskussion deutliche Worte: „Wir sind verwundert, wie das heute gelaufen ist und wir warnen davor, Beschlüssen zu glauben. Die Zusagen der Politiker sind das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt sind. Wenn auf dieser Straßen nun etwas passiert...“

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