Ruppert Storck hat viel zu tun: Erntezeit für Kürbisse

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Die Kürbissuppe schmeckt besonders dem Hausherrn. Kerne werden im kommenden Jahr ausgesät.

MEINERZHAGEN ▪ Herbstzeit ist Erntezeit. Für die Freizeitgärtner steht in diesen Tagen viel Arbeit an, denn die Früchte aus ihren Gärten wollen nicht nur geerntet, sondern auch verarbeitet werden. Auch für Ruppert Storck und seine Frau Helga gibt es zurzeit nichts Wichtigeres als ihren Garten.

800 Quadratmeter umfasst die Fläche, auf der es neben verschiedenen Obstbäumen auch viele unterschiedliche Beerensträucher gibt. Zudem zieht der Hobbygärtner neben verschiedenen Gemüsen auch Kürbisse, auf die er besonders stolz ist. Auf seinem Kompost-Beet hat er neben der beliebtesten deutschen Sorte „Gelber Zentner“, auch noch den japanischen „Hokaido“ und die amerikanische Sorte „Blue Kore“ aus seinen im Frühjahr ausgesäten, selbst vorbereiteten Kürbiskernen gezogen.

Gartenfreunde tauschen Samen

Zwölf prächtige Exemplare konnte Ruppert Storck ernten. Fast alle hat er gemeinsam mit seiner Frau Helga bereits verarbeitet. Die dabei gewonnenen Kürbiskerne bereitet er für die Aussaat im nächsten Jahr vor. „Gartenfreunde tauschen schon mal untereinander den Samen aus“, sagt Ruppert Storck. Die Kerne, die dann noch übrig bleiben, bekommen die Vögel.

Ruppert Storck stammt aus einer großen Familie, die auch einen großen Garten hatte. Nach dem Krieg war es selbstverständlich, dass das geerntete Obst und Gemüse für die Vorratshaltung restlos verarbeitet wurde. Die Tradition der Vorratshaltung hat Ruppert Storck aus seiner frühsten Jugend beibehalten und sie später ganz selbstverständlich auch für seine eigene Familie übernommen. Auch wenn der Kürbis zwischenzeitlich in den heimischen Küchen nicht mehr so gefragt war, hatte Ruppert Storck immer Kürbisse in seinem Garten angebaut und diese auch jedes Jahr wieder für den Eigenbedarf verarbeitet. Inzwischen hat der Kürbis ein Comeback erlebt und ist sogar zur Delikatesse geworden, denn durch die vielen Kochshows in Funk und Fernsehen hat die Frucht, die botanisch eigentlich eine Beere ist, wieder Einzug in die heimischen Küchen und auf die Speisekarten der Restaurants gefunden.

Die perfekte Marmelade

Seither gibt es keinen Mangel an ausgefallenen und delikaten Rezepten für die an Vitaminen und Mineralstoffen so reiche Frucht. Ruppert Storck hat sich im Laufe der Jahre viel Fachwissen über den Kürbis angeeignet und inzwischen sein Marmeladenrezept perfektioniert. Er verarbeitet seine Kürbisse mit Äpfeln aus dem eigenen Garten zu besonders schmackhaften Marmeladen. Aber auch seine herzhaften Suppen und Eintopfgerichte finden bei der Familie großen Anklang.

In mundgerechte Stücke geschnitten und süß-sauer eingelegt, lassen sich die Früchte besonders gut konservieren. Inzwischen ist der begeisterte Gärtner schon ein richtiger Experte in Sachen Kürbis geworden. „Die Kürbismarmelade kommt bei uns jeden Morgen auf den Tisch“, lacht Helga Storck, die ihren Mann tatkräftig bei der Zubereitung unterstützt. Sie schmeckt aber nicht nur den Eheleuten besonders gut. Auch als Mitbringsel für die Familie, Verwandte und Freunde sind die selbst gemachten Konfitüren sehr begehrt.

Auch wenn zur Zeit noch die Verarbeitung der Äpfel und Kürbisse im Vordergrund steht, so warten schon zahlreiche Sträucher voller Himbeeren und Brombeeren darauf, abgeerntet zu werden. Auch daraus macht der Hobbygärtner leckere Konfitüren. Bei der Verarbeitung der Ernte hilft Ehefrau Helga, ansonsten ist Ehemann Ruppert aber für den Nutzgarten zuständig.

Bei der Großmutter über die Schulter geschaut

Nur die Blumen sind Sache der Hausfrau. Auch hierfür werden die Samen selbst im Herbst gesammelt, im Frühjahr vorgezogen und dann ausgepflanzt. Schon als kleines Kind hat der 72-Jährige seiner Mutter und Großmutter bei der Verarbeitung des geernteten Obstes und Gemüse über die Schultern geschaut und viele Rezepte von damals übernommen. Aber auch in alten und neuen Kochbüchern stöbert Ruppert Storck und holt sich immer wieder neue Anregungen für die kreative Verarbeitung seiner Früchte. Wenn alle Regale in seinem Vorratskeller gefüllt sind, macht er aus den übrig gebliebenen Äpfel und Beeren Obstweine. ▪ Bärbel Schlicht

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