Weniger Resonanz beim Runden Tisch

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Enttäuschung machte sich angesichts der Teilnehmerzahlen beim Runden Tisch im Awo-Treff breit, wo am vergangenen Mittwoch die weitere Planung und die Verteilung konkreter Aufgaben vorgesehen war.

Meinerzhagen - Hat die Bereitschaft, die Situation der Flüchtlinge in Meinerzhagen zu verbessern, bereits wieder nachgelassen? Eine Frage, die sich angesichts der Besucherzahlen beim Runden Tisch am Mittwochabend im Awo-Treff aufdrängte.

Von Luitgard Müller

Der persönlichen Einladung war nur ein Bruchteil der Menschen gefolgt, die beim ersten Treffen ihre Unterstützung zugesagt hatten.  Stattdessen fanden sich einige neue Gesichter und auch Flüchtlinge in der Runde.

„Von der Stadt ist keine Unterstützung zu erwarten, die über den Rahmen hinausgeht, der ihr vom Gesetzgeber vorgeben wird, und der umfasst lediglich die Unterbringung und die Verteilung der finanziellen Mittel. Für weitere personelle und finanzielle Unterstützung muss man sich auf politischer Ebene einsetzen, das ist nicht die Hauptaufgabe dieses Arbeitskreises“, beendete eine Teilnehmerin eine erneut aufkeimende Diskussion, denn an diesem Abend sei man zur weiteren Planung und der Verteilung konkreter Aufgaben zusammengekommen. Der Arbeitskreis ist dem Mittendrin angeschlossen. Dort sollen in Kürze auch jeweils dienstags Ansprechpartner für Flüchtlinge zur Verfügung stehen.

Den Berichten der ehrenamtlichen Helfer war zu entnehmen, dass sich in den vergangenen Wochen bereits viel getan hat. Erste Deutschkurse sind mit Erfolg angelaufen und werden von hochmotivierten Menschen mit zum Teil gutem bis ausgezeichnetem Bildungsniveau gern besucht. Erste persönliche Kontakte sind beim Besuch einiger Wohnungen entstanden, weitere sollen noch aufgesucht werden.

Dabei wird einerseits der persönliche Hintergrund der Flüchtlinge erfragt, um individuell unterstützen zu können, andererseits der Bedarf der Bewohner festgestellt. Noch fehlende Dinge konnten nicht zuletzt dank der Spendenbereitschaft der Bürgerschaft bereits zur Verfügung gestellt werden. Benötigt werden aber zurzeit noch Geschirrtücher, Pfannen, Schöpflöffel, Kleinmöbel und (gebrauchte) CD-Player für das Lernmaterial der Sprachkurse. Leider konnten aufgrund der wenigen Teilnehmer am Mittwoch nur für die Bewohner einiger Wohnungen feste Betreuer und Begleiter gefunden werden.

Ein Begrüßungsflyer mit den wichtigsten Infos und Ansprechpartnern wurde vorbereitet und soll nun in weitere Sprachen übersetzt werden. Als gute Starthilfe für die Neuankömmlinge habe sich die persönliche Begrüßung und ein Besuch in der Wohnung erwiesen, berichtete Susanne Berndt. Diese Aufgabe werden sich künftig fünf Ehrenamtliche teilen. Großes Lob gab es in diesem Zusammenhang für die Hausmeister der Verwaltung, die sich umsichtig der Neuankömmlinge annähmen und sie mit einem Paket mit den nötigsten Gebrauchsgegenständen zu ihren Wohnungen brächten. Einen Ansprechpartner wird es für die Flüchtlinge nun auch im Jugendzentrum geben. Dort können sie dienstags, mittwochs und donnerstags zwischen 18 und 21 Uhr am Kicker, beim Tischtennis oder anderen Spielen Kurzweil finden. „Die Langeweile, und dass sie zum Nichtstun gezwungen sind, macht den Menschen am meisten zu schaffen“, berichtete nicht nur Jörg Hornung, der gemeinsam mit einigen Flüchtlingen bereits zehn Fahrräder wieder instandsetzte, die ihnen künftig größere Mobilität verschaffen werden. Wie Hans-Erich Schmidt, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales mitteilte, befinden sich im Fundus der Stadt weitere Räder, die ebenfalls zur Verfügung gestellt werden sollen.

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