Realschüler informieren sich über Initiative Stolpersteine

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Die Schüler beschäftigten sich bereits in den vergangenen Monaten mit dem Thema „Nationalsozialismus“. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Verfolgt, gedemütigt, ermordet - dieses Schicksal widerfuhr etwa sechs Millionen Juden zur Zeit des Nationalsozialismus. „Uns ist wichtig, den Schülern vor Augen zu führen, dass diese grausame Geschichte mit all ihren tragischen Beispielen auch hier vor Ort stattgefunden hat“, machte Klaus Buschmann, Fachvorsitzender Geschichte an der Meinerzhagener Realschule deutlich.

Daher lernten rund 85 Schüler der zehnten Klassen am Freitag zum Abschluss der Unterrichtsreihe zum Thema Nationalssozialismus und Antisemitismus auch die Meinerzhagener Initiative „Stolpersteine“ kennen.

Referent war Rolf Janßen, einer der Initiatoren der Initiative. Er berichtete von den „Stolpersteinen“, die an zehn Orten im Stadtgebiet vor den letzten frei gewählten Wohnorten der jüdischen Opfer verlegt werden und auf ihr Schicksal aufmerksam machen sollen. „Stolpersteine erinnern an jeden einzelnen. Jeder Betroffene bekommt wieder einen Namen und ein Gesicht“ lautet eine Zielsetzung der Stolperstein-Bewegung, die deutschlandweit in vielen Städten gegen das Vergessen gerichtet ist. Janßen berichtete nicht nur von der feierlichen Verlegung der Steine am 26. Juni durch Künstler Gunter Demnig, er machte auch aufmerksam, dass Leben und Schicksal der Betroffenen dokumentiert, und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Die Schüler zeigten sich sehr interessiert. Schließlich haben sie sich in den vergangenen Monaten intensiv mit diesem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte auseinander gesetzt und besichtigten vor drei Wochen das Konzentrationslager Buchenwald, in dem geschätzt 56 000 Menschen den Tod fanden. Den Bezug zur Meinerzhagener Stadtgeschichte stellte auch der Film „The Locket“, zu Deutsch „das Medaillon“ her. Der 2002 von Margot Fischbach-Bilinsky produzierte Film beschreibt eindringlich Schicksale jüdischer Familien in Meinerzhagen. ▪ ps

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