Rund 600 Gäste bei der Prunksitzung in Valbert

Bei Hits von Brings, den Bläck Fööss oder Höhnern hielt es die Besucher nicht lange auf ihren Stühlen. Auch diesmal gab es im Ebbedorf jede Menge ausgefallene Kostüme zu bewundern.

VALBERT -  Rund 600 Partygäste tauchten die Ebbehalle am Samstag in ein Meer aus Farbe: Mit der Prunksitzung „Valbert lot gohn“ fiel der Startschuss für die Zeit der Narrenfreiheit im Ebbedorf. Und die kosteten alle gerne aus.

Mit dem Einmarsch der Tanzgarden, gefolgt von den fröhlich winkenden Elferrats-Mitgliedern, wurde Vorfreude geweckt auf das mehr als vierstündige Programm, das neben atemberaubenden Tänzen eine Menge weiterer Glanzpunkte wie etwa scharfzüngige Wortbeiträge mit Lokalkolorit versprach.

Ausgelassen tanzende Narren im Lappenclown-Kostüm zogen sogleich die Blicke auf sich. „Wir haben endlich wieder zwei Büttel“, erklärte Elferratsmitglied Dominik Busch. Das Duo, bestehend aus Pascal Busch und Dennis Beckmeyer, begleitete während des Abends hüpfend und sich um die eigene Achse drehend alle Bühnenkünstler auf ihrem Weg durch den Saal.

„Woran erkennt man, dass bald Wahlen anstehen?“, rief Busch den Narren zu. „Der Tisch mit den Ehrengästen platzt aus allen Nähten!“, bemerkte er feixend. Nachdem er die Gäste aus Rat und Verwaltung begrüßt und den Stadtwerken und der Sparkasse für die Unterstützung bei der Ausrichtung der Sitzung gedankt hatte, nahm der Abend mit der Prinzenproklamation Fahrt auf.

Prinz Alexander I. sprach manches an, was die Gemüter bewegt. „In Valbert sind Lebensmittel tabu – Hundebekleidung, das ist der Clou“, kommentierte er die Schließung des Rewe-Marktes und hielt auch mit seinem Unmut über Hausruinen im idyllischen Ebbedorf nicht hinterm Berg.

Der Elferrat freute sich, auch den Bürgermeister in der Bütt begrüßen zu können. Pierlings, dessen Nachfolger im Rahmen der Kommunalwahl am 25. Mai gewählt wird, nahm mit scharfzüngigen Kommentaren Abschied und widmete sich insbesondere dem diesjährigen Motto „Unser Potsdamer Platz ist fein, wann wird’s mit dem Volmemarkt soweit sein?“, das den Valberter Orden ziert. „War schon mal hier, 2004. Wie damals – bitte glaubt es mir – werd’ ich euch wenig Freude machen, es gibt auch kaum etwas zu lachen. Weil so viele hier im Saale Gegner war’n der Regionale“, legte er los. Dennoch werde der Volmemarktplatz bald das Stadthallenumfeld bereichern, so Pierlings weiter. Er beschloss das Thema mit dem Satz: „Ihr kehrt der Stadt nicht mehr den Rücken, auf denn, gemeinsam kann es glücken, das Ebbedorf, die Volmestadt, sie dreh’n gemeinsam an dem Rad.“

600 Narren feiern bei der Prunksitzung Valbert lot gohn

Mit der Einladung des Kölner Originals „Die Erdnuss“ gelang dem Elferrat ein echter Glücksgriff. Der Bühnenkünstler, der seit 27 Jahren die Narrentempel der Republik unsicher macht, eroberte sein Publikum im Sturm und erntete tosenden Beifall.

Jetzt gab es kein Halten mehr: Angefangen bei den jüngsten Tänzerinnen – den Ebbeflöhen – heizten die Auftritte der Garden die Stimmung an: Neben weiteren Valberter Eigengewächsen, den Funkenmariechen, Husaren und Konfettis, die stürmisch umjubelt wurden, sorgten befreundete Garden wie die Attendorner Regimentstöchter, die Prinzengarde und das Prinzenballett Neu-Listernohl sowie das 40-köpfige Rheinische Tanzcorps „Echte Fründe“ für Begeisterung. Letztere loteten alle Möglichkeiten der niedrigen Deckenhöhe aus und zeigten besonders ausgefeilte Akrobatik. Das Duo „Die Pillhöhner“ enterte mit einem Koffer voller Gags die Bühne und plauderte aus dem Nähkästchen über Affären und geheime Wünsche. Das offizielle Programm fand mit einem Finale auf der Bühne seinen krönenden Abschluss. Zu Hits von Brings, Bläck Fööss oder den Höhnern wurde weiter gefeiert. -  ps

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