Anspruchsvolle Fischarten in Talsperren

Bayerische Einwanderer in der Lister

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Nils Hoffmann präsentiert eine kapitale Seeforelle, die als Beifang beim Seesaibling-Laichfischfang ins Netz ging.

Meinerzhagen – Was haben die Listertalsperre und ein alpiner Gebirgssee gemeinsam? Einiges! Was zunächst absurd klingt, wird dank einer Information des Ruhrverbands verständlicher.

Die Experten des Unternehmens teilen jetzt mit, dass einige Ruhrverbandsseen, wie zum Beispiel Lister, Fürwigge, Verse- und Sorpetalsperre, erstaunliche Übereinstimmungen mit den Bergseen aufweisen, was die Lebensbedingungen angeht – auch für Fische. Die Folge: Die Fischereiexperten konnten die bayerischen Kollegen vor einiger Zeit vom Export einiger weniger Tausend Saiblingseier überzeugen. Die sauerländischen Seesaiblinge haben ihren Ursprung im Hintersee in Ramsau bei Berchtesgaden.

Im November haben die Fischwirtschaftsexperten des Ruhrverbands nun mit speziellen Stellnetzen mit dem Laichfischfang auf Alpine Seesaiblinge an der Versetalsperre begonnen. Die Saiblinge laichen in Wassertiefen von 10 bis 30 Metern. Die Mitarbeiter der Fischwirtschaft fischen sowohl weibliche Tiere, die sogenannten Rogener, als auch männliche Exemplare, die Milchner. Das Ziel: Eier (Rogen) und Sperma zu gewinnen. „Bis zu 16 000 Eier können, abhängig von der Anzahl der Eier und dem Körpergewicht des Fisches, pro Weibchen abgestreift werden. Je nach Menge der gefangenen Fische können somit 100 000 Eier und mehr gewonnen und später erbrütet werden“, heißt es. Dabei kam der Alpine Seesaibling, wie es der Name bereits vermuten lässt, ursprünglich gar nicht in den Seen des Ruhrverbands vor. Seine Reviere waren die alpinen Gewässer, die sich durch große Wassertiefen und sauerstoffreiches, kühles Wasser auszeichnen. Im kommenden Frühjahr erfolgt dann der Besatz an den vier genannten Talsperren mit Fischbrut in Größen von vier bis sechs Zentimetern und Setzlingen von 15 bis 18 Zentimetern Körperlänge. 

Probleme bei Vermehrung

Mit der natürlichen Vermehrung anspruchsvoller Fischarten gibt es in den Seen des heimischen Verbandes mitunter Probleme: Ähnlich wie der Alpine Seesaibling reproduzieren sich laut Ruhrverband auch weitere anspruchsvolle Fischarten, denen bei der Fischbestandsbewirtschaftung eine wichtige Rolle zukommt, nicht immer ausreichend. So werden in Kürze die ersten Seeforellen, die zum großen Teil aus eigener Teichhaltung stammen, abgestreift. Damit die genetische Vielfalt erhalten bleibe, würden die Fachleute vom Ruhrverband darauf achten, dass die Laichgewinnung von Elterntieren aus Teichhaltung mit gezielter Einkreuzung von Wildfischen einhergehe, wird mitgeteilt. 

Der Ruhrverband züchtet den Großteil der Besatzfische in der eigenen Fischzuchtanlage am Möhnesee in Körbecke. Die Fischzucht verfügt über ein Bruthaus mit mehreren getrennten Wasserkreisläufen, die mit Wasser aus unterschiedlichen Tiefen des Möhnesees – bei Bedarf auch gekühlt oder erwärmt – betrieben werden. An das Bruthaus schließt sich eine Außenanlage mit Rund- und Langstrombecken zur weiteren Aufzucht an. In der technisch hochwertigen Anlage können auch dank der guten Wasserqualität anspruchsvollste Fischarten gezüchtet werden.

Optimale Haltungsbedingungen

„Neben einem fundierten fischereibiologischen Know-how garantieren moderne Sauerstoff-, Filter- und Fütterungstechniken die optimale Aufzucht der empfindlichen Arten, zu denen neben Alpinen Seesaiblingen und Seeforellen auch Hechte, Blaufelchen, Große Maränen, Quappen und Äschen gehören“, berichten die Ruhrverbands-Fachleute. Der Laich wird bis auf wenige Ausnahmen von Elterntieren gewonnen, die während der jeweiligen Laichzeit in den Talsperren des Ruhrverbands gefangen werden. Fischbrut und Jungfische werden idealerweise unter optimalen Haltungsbedingungen naturnah aufgezogen und dabei überwiegend mit lebenden Kleinkrebsen – Zooplankton – gefüttert. Die jeweiligen Besatzzeitpunkte werden dabei auf ein optimales Nahrungsangebot in den heimischen Seen abgestimmt, wodurch die Jungfische ideale Lebensbedingungen vorfänden.

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