Hitzewelle: Pegel sinken - Talsperren aber "gut gerüstet"

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Die Fürwiggetalsperre zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid.

Valbert - Die anhaltende Hitze wirkt sich auch auf die heimischen Talsperren aus: Wie der Ruhrverband mitteilte, geben dessen Wasserspeicher derzeit zehn Mal so viel ab, wie ihnen zufließt.

So führten die anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate und die derzeitige Hitzewelle vielerorts zu sehr niedrigen Wasserständen in Flüssen und Bächen. Auch die Wasserstände in der Ruhr bewegen sich – etwa mit 103 Zentimetern am Mittwoch am Pegel Hattingen – im mittleren Niedrigwasserbereich. Dass es nicht noch weniger ist, sei dem Talsperrensystem des Ruhrverbands zu verdanken, das momentan Schwerarbeit verrichte. 

„17 000 Liter in der Sekunde geben Möhnesee, Sorpesee, Biggesee & Co. aktuell an das Flusssystem ab. Das ist das Zehnfache der knapp 1700 Liter, die ihnen im selben Zeitraum zufließen“, heißt es vom Ruhrverband. Gäbe es das Talsperrensystem des Ruhrverbands nicht, wäre die mittlere Ruhr bei Villigst seit Dienstag streckenweise trockengefallen, und der Abfluss der Ruhr in den Rhein betrüge nur ein Drittel der tatsächlich gemessenen Wassermenge. Und so zeigen die Füllstände der Talsperren eine fallende Tendenz, die sich – trotz des für gestern angekündigten Hitzegewitter – weiter fortsetzen werde. 

Der Blick auf den sogenannten Wasserbogen des Ruhrverbands zeigt jedoch, dass die Talsperren im nördlichen Verbandsgebiet weitaus mehr Wasser verlieren als die des Südens. Doch auch hier ist der Trend erkennbar: So verlor die Versetalsperre in der zurückliegenden Woche 260 000 Kubikmeter Wasser und war gestern mit einer Gesamtmenge von 22,58 Millionen Kubikmeter noch zu 68,8 Prozent gefüllt. Das sind 82,7 Prozent des sogenannten langjährigen Mittelwertes an diesem Tag. 

Webcams:

Versetalsperre

Ennepetalsperre

Biggetalsperre

Weitaus entspannter ist die Lage an der Fürwigge-Talsperre, die mit 1,16 Millionen Kubikmeter Wasser gefüllt ist. Das entspricht zu 93,5 Prozent dem langjährigen Mittelwert. Dort sank der Pegel innerhalb einer Woche um nur 30 Zentimeter auf 435,73 Meter über normal Null. Und auch die größte Talsperre des Verbands, die Bigge mit dem angrenzenden Listerstausee, ist trotz des Verlusts von 2,8 Millionen Kubikmetern (!) Wasser in den zurückliegenden sieben Tagen immer noch zu 85,7 Prozent gefüllt: Das sind immerhin 97,5 Prozent des langjährigen Mittelwerts. Die Lister selbst hat im selben Zeitraum 30 000 Kubikmeter verloren und wies gestern eine Stauhöhe von 318,51 Metern über normal Null auf. 

„Die Talsperren unserer Südgruppe werden nicht zum Ausgleich des Ruhr-Pegelstands bei Villigst genutzt. Daher wird ihnen auch nicht so viel entnommen wie den Talsperren der Nordgruppe wie Henne, Möhne oder Sorpe“, erklärt Britta Balt von der Pressestelle des Ruhrverbands. Dennoch müsse man natürlich auch die Trinkwasserversorgung der Menschen im Lenne- oder Volmetal sicherstellen, sodass auch aus den südlichen Wasserspeichern derzeit mehr entnommen werde als zufließen kann.

Sorgen müsse sich jedoch im gesamten Verbandsgebiet niemand machen: Mit 77 Prozent vom Vollstau seien die Wasserspeicher, die der Ruhrverband im Sauerland bewirtschaftet, auch für eine mögliche Fortsetzung der sommerlichen Hitzewelle gut gerüstet und könnten weiterhin ausreichend Wasser an das Flusssystem abgeben, damit die Versorgung mit Trink- und Brauchwasser sichergestellt werden kann.

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