Ruhrverband aktiv

Sanierung am Biggedamm läuft planmäßig

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Die drei von der Baustelle, Betriebsleiter Ralf Stötzel, Projektleiter Stefan Klahn – beide Ruhrverband und Bauleiter Aron Lampert von der Firma Walo Bertschinger (von links), haben den Überblick über die Arbeiten.

Biggesee - Dort wo sonst die Touristen den Ausblick auf den Biggesee aus erhöhter Position genießen können, nämlich auf dem Biggehauptdamm, sind seit Mitte der vergangenen Woche die Arbeiter der Firma Walo Bertschinger tätig.

Nachdem im Vorfeld die Hecke entfernt und die Geländer auf der Seeseite abgebaut wurden, stehen dort jetzt die zum Teil futuristisch aussehenden Spezialfahrzeuge.

Eines davon ist der rund 70 Tonnen schwere Fertiger-Windenwagen. An ihm hängt im ersten Schritt der Sanierungsarbeiten im Moment eine Asphaltfräse. Eigentlich ein Modell, wie man es aus dem Straßenbau kennt. Für den Einsatz auf der Schräge mit einer Neigung von etwa 30 Grad, wurde die Fräse aber speziell im Bereich ihrer Hydrauliktechnik umgerüstet.

So präpariert, zieht sie jetzt ihre Bahnen, abgesichert mit zwei starken Stahlseilen, welche sie über die Winde sichert. Auch die parallel dazu im Einsatz befindliche Transportmulde, in die das Fräsgut über ein Förderband befördert wird, ist so für den Fall der Fälle vor einem Absturz in den See bewahrt. Eine Ölsperre und eine extra angebrachte Stahlblechkonstruktion verhindern direkt an der Wasseroberfläche vor dem Damm zusätzlich eventuelle Verunreinigungen durch die Arbeiten.

Stefan Klahn, zuständiger Projektleiter beim Ruhrverband, erläuterte vor Ort eine Veränderung des ursprünglichen Ablaufes der Maßnahme: Während der Arbeiten hatte sich herausgestellt, dass es sinnvoll sei, die Sanierungsfläche zu erweitern. Ursprünglich sollte im unteren Bereich der Dammfläche nur partiell neuer Asphalt aufgebracht und vorhandene Risse lediglich „vergossen“ werden. „Wir haben uns entschieden, auch in diesem Bereich vollflächig zu sanieren“, so Klahn.

Ergänzend erläutert er, dass der anstehende Bereich sich damit von ursprünglich rund 14.000 auf nunmehr 20 000 Quadratmeter vergrößert. Und auch beim eigentlichen Abfräsen geht der Ruhrverband, als Bauherr und Betreiber der Talsperre, jetzt mehr in die Tiefe. Neun statt sieben Zentimeter tief wird das alte Material abgefräst und erneuert. Rund 400.000 Euro Mehrkosten entstehen dadurch, welche aber den bisherigen Gesamtkostenrahmen von etwa sieben Millionen Euro nicht sprengen werden. Durch den nun auch im neu hinzugekommen Sanierungsbereich möglichen erweiterten Maschineneinsatz, entfielen kostenaufwendigere Flickarbeiten von Hand.

Beim anvisierten Zeitrahmen ist der Projektleiter zuversichtlich: „Es läuft bisher alles sehr gut. Wichtig ist aber auch, dass das Wetter weiter mitspielt.“ Ist dies der Fall, soll Anfang August der Asphalt aufgebracht werden. Gut 1800 Kubikmeter der klebrigen und rund 175 Grad heißen Masse kommen dazu aus einem Mischwerk in Lindenberg (Freudenberg) per Lkw auf den Damm, wo sie mit einem Fertiger eingebaut und mit Walzen verdichtet wird. Danach steht dann „nur noch“ das Aufspritzen der Verschleißschicht an. Ist diese aufgebracht, wird die Biggetalsperre wieder aufgestaut, da dieses die restlichen Arbeiten nicht beeinträchtigt.

Auch an der Rechenanlage im Bereich der Hochwasserentlastung erfolgen derzeit Sanierungsarbeiten. Dieser Teil der umfangreichen Technik zur Steuerung der Biggetalsperre, dient dem Zurückhalten von Fremdkörpern, welche ansonsten das Leitungsnetz verstopfen könnten.

„Ein System, dass man in Miniaturausgabe ja auch von den Spülbecken in der Küche kennt“ so Betriebsleiter Ralf Stötzel, mit einem Schmunzeln im Gesicht.

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