Rüttelstreifen – Allheilmittel oder Fehlinvestition?

Die neuen Rüttelstreifen sollen Motorradfahrer bremsen. - Foto: pmk

Meinerzhagen - „In der Zeit von 2011 bis 2013 gab es auf der Nordhelle 13 Motorradunfälle mit sechs Schwer- und vier Leichtverletzten“, berichtet Joachim Pieper vom Märkischen Kreis. Diese „bittere“ Statistik ist für die Behörde Grund genug, jetzt zu handeln.

Von Jürgen Beil

„Die Nordhelle ist nicht nur der höchste Punkt im Märkischen Kreis, sie ist auch ein beliebtes Revier für Motorradfahrer aus nah und fern. Doch die unvernünftigen Raser unter den zahlreichen Motorradfahrern im Ebbe werden auf der kurvigen Strecke ab sofort gebremst. Unterhalb der sogenannten ,Applauskurve’ auf der Landstraße 707 zwischen Herscheid und Meinerzhagen-Valbert verlegen Mitarbeiter im Auftrag des Landesbetriebs Straßenbau NRW sogenannte ,Rüttelstreifen’. Sie sollen dafür sorgen, dass die Motorradfahrer vom Gas gehen.“ Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die der Märkische Kreis jetzt verschickte.

Ist den wenigen „Heizern“ unter den Motorradfahrern zumindest an der Nordhelle damit endlich das Handwerk gelegt? Ein Blick in Internet-Foren, die speziell für Motorradfahrer eingerichtet wurden, lässt zumindest Zweifel aufkommen: „Je schneller man drüberfährt, desto weniger spürt man die Streifen“, wird bei den „Gsxr-Freaks“ über die Erfahrungen mit ähnlichen Rüttelstreifen wie im Ebbe berichtet. Und das ist kein Einzelfall: „Die Streifen erhöhen eher den Spaß“, freut sich ein Diskussionsteilnehmer sogar. Gern sieht ein anderer Forums-Nutzer das Aufbringen der „Rüttel-Barrieren“ allerdings nicht: „Die Streifen sind lächerlich. Das Problem ist jetzt, dass die Autofahrer noch langsamer fahren.“

An der Nordhelle hatten laut Märkischem Kreis die Tempobegrenzung auf 50 km/h sowie die beiden großen Hinweisschilder „Respekt vor Kurven“ an den beiden Auffahrten nicht den erhofften Erfolg – den sollen jetzt die Rüttelstreifen bringen, deren Verlegung rund 10 000 Euro kostete. Joachim Pieper macht deutlich: „Das ist jetzt die letzte Maßnahme vor einer Prüfung der Sperrung.“

Die heimische Polizei begrüßt das Anlegen der Rüttelstreifen uneingeschränkt. Ein Hindernis, wie die so genannten „Berliner Kissen“ in verkehrsberuhigten Bereichen, stellen sie allerdings nicht dar. Aufgebracht werden dürfen die Streifen darüber hinaus auch nur an den Stellen, an denen sich Motorradfahrer nicht in Schräglage befinden.

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