Der Umbau des Waldes hinterlässt Spuren

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Förster Matthias Borgmann (links) erläuterte Rudolf Sachs, warum der Waldweg zurzeit in einem so schlechten Zustand ist. Er versprach, dass sich das aber bald ändern werde.

Valbert - Der Valberter Rudolf Sachs geht gern spazieren. Oft ist er im Ebbe unterwegs, genießt die Natur und entspannt dabei.

Was er allerdings kürzlich im Wald oberhalb des Bereiches Piwitt/Vorderhagen entdeckte, beschreibt der Rentner so: „Ich war wieder einmal total entsetzt, welch ein Flurschaden mit Hochleistungsmaschinen angerichtet wurde.“

In der Tat präsentiert sich der Staatswald in diesem Gebiet stellenweise wenig einladend für Erholungssuchende. Tiefe Furchen vom Holzrücken auf den Wegen und haufenweise Reisig stören die Idylle. Und das weiß auch Revierförster Matthias Borgmann, Mitarbeiter des Landesbetriebes Wald und Holz, der die Arbeiten durchführen lässt: „Im Zuge der Renaturierung holen wir in diesem Gebiet die Fichten heraus und pflanzen Laubwald. Dabei entstehen die Furchen und Reisig wird abgelagert. Aber das alles lassen wir wieder beseitigen und die Wege werden ebenfalls wieder hergestellt“, verspricht der Forst-Experte, der für das Revier Beckerhof zuständig ist. Bereits am Freitag dieser Woche gebe es einen Ortstermin mit einem heimischen Unternehmer, der sich um die Beseitigung der Rückespuren kümmern soll. Das wird dort nachher besser aussehen als zuvor“, fügt Borgmann hinzu.

Am Mittwoch nutzte der Förster die Gelegenheit, sich spontan mit Rudolf Sachs an jenem Ort zu treffen, der für so viel Unmut bei dem Valberter sorgte. Dabei erläuterte Borgmann, dass auch im Frühjahr und Sommer durchaus Holz gefällt werden dürfe. „Wir gehen dabei aber keineswegs in reine Laubwald-Bestände, sondern nur in Nadelwald. Solche Maßnahmen würden nie und nimmer in sensiblen Bereichen durchgeführt, sondern nur dort, wo nahezu mit keinem Brutplatz von Vögeln zu rechnen ist. Und Alt- und Totholzbestände sind komplett tabu.“ Außerdem, so Borgmann weiter, finde im Vorfeld immer eine Artenprüfung statt.

Anders als früher gehe es inzwischen aber nicht mehr ohne den Sommereinschlag von Holz, erläuterte Borgmann weiter. Sägewerke müssten weiter zu tun haben – und schließlich finanziere sich der Landesbetrieb Wald und Holz aus den Einnahmen des Holzes, informierte der Förster. Auch für ihn sind solche Maßnahmen wie in Valbert aber immer auch nur ein Kompromiss. Auch, was die Bodenverdichtung durch schwere Maschinen angeht. Borgmann: „Die Rückegassen müssen heute allerdings mindestens 40 Meter auseinanderliegen – anders als früher, wo praktisch kreuz und quer durch den Bestand gefahren werden durfte. Dadurch wird dieser Effekt minimiert. Und wenn sie nicht mehr benötigt werden, lösen wir die Gassen auf und bepflanzen sie.“

Das ganze Ebbe – zumindest die Staatswald-Flächen – soll renaturiert werden. Fichten weichen vielerorts Eichen, Ahorn, Buchen und anderen Laubbäumen. „Doch dieser Umbau wird sich sehr langwierig gestalten und er ist extrem teuer“, weiß Matthias Borgmann, der auch damit zu kämpfen hat, dass die Fichte nur sehr schwer zu verdrängen ist.

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