Fördermittel

Nach der Absage für Meinerzhagen: In diese Anlagen fließt Fördergeld

Der Sportplatz oberhalb des Freibades ist nicht nur in die Jahre gekommen, sondern längst auch marode. Mit Geldern aus dem „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ soll er zu einer Kunstrasenanlage umgebaut werden.
+
Der Sportplatz oberhalb des Freibades ist nicht nur in die Jahre gekommen, sondern längst auch marode. Mit Geldern aus dem „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ soll er zu einer Kunstrasenanlage umgebaut werden.

Die Bewerber standen Schlange und tun dies zum größten Teil immer noch. 272 NRW-Städte und Gemeinden hatten bis zum Herbst Fördermittel aus dem „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ beantragt – damit war die Nachfrage so groß, dass im ersten Durchlauf des Programms nur 16 Prozent der Anträge Berücksichtigung fanden.

Meinerzhagen – In die Röhre schaut auch die Stadt Meinerzhagen, die Gelder für ein dreiteiliges Projekt beantragt hatte. Doch aufgeschoben heißt nicht zwingend aufgehoben: Alle Bewerber, die nicht zum Zuge gekommen sind, können noch darauf hoffen, im zweiten Programmjahr 2021 berücksichtigt zu werden. Freilich liegen dann rund 16 Millionen Euro weniger im Fördertopf: 2020 wurden 47 Millionen Euro ausgeschüttet, für 2021 stehen nurmehr 31 Millionen zur Verfügung. Die Projekte, die im kommenden Jahr den Zuschlag erhalten, werden im Gegensatz zum ersten Durchlauf nicht zu 100, sondern nur zu 90 Prozent gefördert. Heißt: Die Kommunen haben dann einen zehnprozentigen Eigenanteil zu tragen.

Großes Interesse des RSV Meinerzhagen

Mit ganz besonderem Interesse hat man beim RSV Meinerzhagen die Vergabe der Gelder aus dem Investitionspakt verfolgt. Denn von der Umsetzung der in Meinerzhagen geplanten Maßnahmen würde der Fußball-Oberligist am meisten profitieren.

Die Wichtigkeit der Sanierung der Spielfläche im Stadion steht ohnehin außer Frage, den Umbau des maroden Tennenplatzes in eine Kunstrasenplatzanlage erachtet der 1. Vorsitzende Dirk Rebein nach eigenen Worten aber sogar als „existenziell“ für den Verein. „Wir sind seit einiger Zeit an der Kapazitätsgrenze angekommen“, skizziert Rebein die Situation. Selbige gestaltet sich so, dass die Trainingseinheiten und Spiele sämtlicher RSV-Mannschaften ausschließlich im Stadion stattfinden können – aufgrund der Vielzahl an Teams ist das Gedränge dort extrem groß. Zusätzlicher Nebeneffekt ist entsprechend höherer Verschleiß des Kunstrasenplatzes im Stadion.

Zweiter Platz erforderlich

„Ein zweiter Platz würde uns auch bei der Weiterentwicklung des Vereins ganz andere Möglichkeiten verschaffen“, sagt Dirk Rebein. Das Gelände des seit Jahren nicht mehr nutzbaren und auch nur noch wenig ansehnlichen Aschenplatzes hinter dem Freibad bietet sich da allein aus Gründen der Infrastruktur als nahezu idealer Standort an. Mit Blick auf die im ersten Durchlauf des Programms geförderten Maßnahmen erscheint es dem Außenstehenden nicht unrealistisch, dass im kommenden Jahr auch Meinerzhagen zum Zuge kommen könnte. Zumindest dann, wenn man das wohlgemerkt ja dreiteilige 1,3 Millionen Euro schwere Meinerzhagener Sanierungsprogramm mit den Projekten vergleicht, für die das Land bislang in den Topf gegriffen hat. Mit 1,5 Millionen Euro finanziell höchstmöglich gefördert wird da neben der Sanierung diverser Schwimm- und Freibäder beispielsweise der Ersatzneubau von Sportplatz-Funktionsgebäuden in den Rheinland-Kommunen Hilden und Rheurdt sowie die „Errichtung einer multifunktionalen Freilufthalle auf dem bestehenden Tennenplatz“ beim TuB Bocholt. Da klingen 745 000 Euro für die Erweiterung des Sportplatzes im Gummersbacher Ortsteil Bernberg beinahe schon bescheiden.

Der Investitionspakt

Der „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ ist ein Teil des Konjunktur- und Krisenpakets, das im Zuge der Corona-Pandemie beschlossen wurde. Der Antrag der Stadt Meinerzhagen besteht aus drei Teilen mit Priorisierung in der genannten Reihenfolge: Sanierung des Kunstrasenplatzes im Stadion, geschätzte Kosten 580 000 Euro. Bau eines Kunstrasenplatzes auf dem Sportplatzgelände oberhalb des Freibades, geschätzte Kosten 640 000 Euro. Einbau einer Aufzuganlage mit Erneuerung der Elektroverteilung in der Kleinschwimmhalle/Turnhalle Genkeler Straße, geschätzte Kosten 98 000 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare