Kreative Hardenberger möchten Gemeinschaft fördern

Rollender Werkraum bereichert Hardenberg

Die „Hardenwerk“-Aktivisten werden beim Bau des mobilen Werkraums von Helfern unterstützt.
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Die „Hardenwerk“-Aktivisten werden beim Bau des mobilen Werkraums von Helfern unterstützt.

Kino, Kindergeburtstag, Klön-Treff – all das könnte in Hardenberg künftig im mobilen Werk- und Gemeinschaftsraum stattfinden. „Es wird sicherlich noch viel mehr Ideen geben, wie der Wagen genutzt werden kann“, ist sich Lena Schalenbach sicher. Hardenberg ist ein kreatives Dorf.

HARDENBERG – Mit „Hardenwerk“ soll es nicht nur einen digitalen Dorfladen geben. Lena Schalenbach, Karl Kemper und Johanna Rummeny, das Trio, das das „Hardenwerk“-Projekt startete, möchte auch die Dorfgemeinschaft fördern: „Es ist wichtig, dass sich die Leute hier im Dorf auch gegenüberstehen können.“ In dem mobilen Wagen aus Holz können die Hardenberger künftig so vieles. Ausgestattet werden soll er mit Werkzeug, im fest aufgebauten Bereich wird es einen Strom- und Wasseranschluss geben, das modulare Mobiliar soll verschiedene Nutzungsmöglichkeiten schaffen. Auf Multifunktionalität legen die Planer großen Wert. Ebenso wie auf die Nachhaltigkeit. Der Wagen wird als rückbaubare Konstruktion angefertigt, verwendet werden ökologische Materialien wie beispielsweise Hanf und Jute als Dämmung. Beides eigne sich sehr gut als Dämmstoff-Alternative, sagt Lena Schalenbach. Die Architektin zeichnet für die Planung verantwortlich, bei der Umsetzung werden die „Hardenwerker“ von weiteren Helfern unterstützt. Im gesamten Dorf habe es ein positives Feedback gegeben, erzählt Veronika Martin, die dabei hilft, die Holzkonstruktion auf das Fahrgestell aufzubauen.

Kein fester Standort für den mobilen Dorfwagen

Der aktuelle Holzmangel hat auch die Hardenberger „Vollgas erwischt“, wie Lena Schalenbach bedauert. Die Preise seien gestiegen, das Material sei teurer geworden. 20 000 Euro sind als Materialkosten veranschlagt, 80 Prozent werden durch das aktuelle Leader-Programm gefördert. Planung und Bau werden in Eigenarbeit geleistet.

Einen festen Standort wird der mobile Werkraum nicht haben. Grünes Licht habe es seitens der Stadt für insgesamt vier verschiedene Standorte gegeben. Zwei befinden sich auf den Grundstücken der Familien Schalenbach und Kemper, ein weiterer wird nahe des Dorfplatzes sein, der vierte auf dem alten Schulhof. Hier kann er beispielsweise auch beim jährlichen Dorffest „eingebaut“ werden.

Flexibilität

„Durch die Flexibilität können alle den mobilen Werkraum nutzen, und zwar so, wie es sich für sie am besten eignet“, so der Wunsch der kreativen „Bauherren“.

Etwa 150 Menschen leben in Hardenberg. Künftig soll jeder den mobilen Werk- und Gemeinschaftsraum nutzen können. Es soll lediglich ein kleiner Obolus gezahlt werden. „Wir wollen keine Miete, nur einen kleinen Beitrag, um den Wagen instandhalten zu können“, sagt Lena Schalenbach.

Streuobstwiese

Der rollende Dorfraum und der virtuelle Dorfladen sind jedoch nicht die einzigen Projekte im kleinen Ort Hardenberg. Im Gleyer, neben dem Friedhof des Dorfes, soll in Zusammenarbeit mit dem SGV und dem Naturschutzzentrum MK eine Streuobstwiese entstehen. „Da packen alle mit an“, freuen sich die Initiatoren. Für die Bäume seien bereits Patenschaften vergeben worden. Bis die erste Ernte dieses Gemeinschaftsprojekts erfolgen kann, wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Bis dahin wird es wohl noch viele weitere kreative Ideen in Hardenberg geben.

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