Robert-Kolb-Turm: Startschuss für Renovierung

Der Robert-Kolb-Turm auf der Nordhelle wird grundlegend renoviert.

MEINERZHAGEN ▪ Schon zur napoleonischen Zeit galt die 663,3 Meter hohe Nordhelle im heimischen Ebbegebirge als wichtige Höhe.

Der Franzosen-Kaiser ließ hier den ersten Turm aus Stein errichten. Und dies nicht nur des einmaligen Fernblicks wegen. Per Spiegel-Telegraph konnten von hier aus Nachrichten versendet werden. Heute erhebt sich, direkt neben dem mächtigen Sendemasten des Westdeutschen Rundfunks, der achtzehn Meter hohe Robert-Kolb-Turm. Eingeweiht am 21. September 1913, benannt nach dem verdienstvollen damaligen Hauptwegewart des Sauerländischen Gebirgsvereins, einem gebürtigen Dortmunder. Knapp einhundert Jahre später ist eine gründliche Renovierung des Aussichtsturms und Wahrzeichens fällig. Gestern wurde dazu der Startschuss gegeben.

„Wir fangen heute an. Und wir freuen uns, dass wir dank großer Spendenbereitschaft und Unterstützung eine sehr gute Lösung realisieren können, die sicherlich für die nächsten 100 Jahre den Bestand dieses Bauwerks sichern wird“, äußerte Aloys Steppuhn in seiner Eigenschaft als Präsident des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV). Noch als Landrat des Märkischen Kreises, hatte Steppuhn gemeinsam mit seinem Olper Amtskollegen Frank Beckehoff und dem Bürgermeister a.D. der Gemeinde Herscheid, Lothar Schütz, namens des SGV zu einer groß angelegten Patenschaftsaktion aufgerufen. Der Zahn der Zeit und die rauen Winde hatten mächtig am Turm genagt. Das Bruchsteinmauerwerk und das übrige Interieur des Bauwerks waren in einen beklagenswerten Zustand geraten. Auf Dauer war eine sichere Besteigung nicht mehr möglich. Im schlimmsten Fall hätte der Abriss gedroht.

Der Aufruf zur Hilfe und tatkräftigen Unterstützung fand Gehör. Insgesamt sind bisher rund 61 000 Euro an Spenden zusammen­gekommen. Damit ist eine Basis geschaffen. Die NRW-Stiftung unterstützt die Sanierungsarbeiten mit 60 000 Euro zuzüglich bis zu 20 000 Euro für jeden nach dem 21. Dezember 2009 eingeworbenen Spenden-Euro. Nach Angaben von Benno Wolfgang Ecker, Hauptgeschäftsführer beim SGV, liegt das zur Verfügung stehende Startkapital aktuell bei rund 167 000 Euro. Die noch fehlenden rund 20 000 Euro hofft der SGV ebenfalls noch über Spenden hereinholen zu können. Jeder kann mit einem Spendenbeitrag in egal welcher Höhe zur Sanierung des Turms beitragen. Ein Sonderkonto ist nach wie vor bei der Sparkasse Lüdenscheid eingerichtet: Nr. 309 971 (BLZ 458 500 05). Alle Spender von mehr als 20 Euro erhalten eine Urkunde zur Erinnerung und Bestätigung der Patenschaft.

Bei Begutachtung des Turmes durch Architekten und Fachfirmen war festgestellt worden, dass eine Außensanierung des Turms zum dauerhaften Erhalt und zum Schutz des Inneren erforderlich ist. In der Ausschreibung befindet sich die Verkleidung der Aussichtsebene mit Schiefer, die Verkleidung des bisherigen Bruchsteinmauerwerks mit Lärchenholz sowie die Sanierung des Bruchsteinsockels. Umfassend wird auch das Innere des Turms saniert. Mit der Demontage der veralteten Elektroanlage wurde gestern begonnen. Die Gesamtbaumaßnahme soll bis zum Jahresende 2010 realisiert werden. Danach ist ein großes Wiedereinweihungsfest geplant.

Verbesserte Sicht

Deutlich verbessern soll sich übrigens auch die Rundumsicht von der Aussichtsplattform des Robert-Kolb-Turms. Wie SGV-Präsident Steppuhn mitteilte, wollen in Kooperation die Gemeinde Herscheid und der Landesbetrieb Wald und Holz in Richtung Norden die hohen Fichten schneisenartig beseitigen und eine Wiederaufforstung mit Laub-Niederwald vornehmen. Nach Süden hin hat Kyrill wieder für einen weiten Blick bis ins Rheinland hinein gesorgt. ▪ -fe

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