Räume der Musikschule werden genutzt

Risse an der Fassade: Die DRK-Kita Korallenriff zieht vorübergehend um 

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Die Eltern der Kindergartenkinder packten am Dienstag beim Umzug kräftig mit an.

Meinerzhagen - Damit die 77 Kinder der DRK-Kita Korallenriff am Schulplatz wirklich festen Boden unter die Füße bekommen, war am Dienstag ein Umzug angesagt. Der Grund: Das weiche Erdreich unter den Gebäuden des Kindergartens wird in den kommenden Wochen mit Mörtel verdichtet.

Eine Gefahr für Kinder und Pädagogen habe aber nicht bestanden, beruhigt die Stadt.

Das kannten Kinder und Erzieher bereits: Risse an der Fassade des „Korallenriffs“. „Ein Phänomen, das in den vergangenen Jahren immer wieder zu beobachten war“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt Meinerzhagen. Mit den bevorstehenden Osterferien sei nun der Zeitpunkt gekommen, dagegen etwas zu unternehmen. 

Um die lärmintensiven Arbeiten durchführen zu können, wünschen sich die Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Bochum allerdings ein leeres Gebäude. Und dafür sorgten gestern Eltern und Mitarbeiterinnen. Sie packten kräftig mit an, um den Umzug in Räume der nahen Musikschule und des Jugendzentrums zu stemmen. 

Kita-Leiterin Martina Scharnholz freute sich über den Einsatz und auch über das Ausweichquartier: „Danke für die Hilfe von Eltern und Nachbarn, das ist wirklich schön.“ Bis zum 2. Mai, dem geplanten Rückzugstermin, nutzt die Kita jetzt zwei Räume der Musikschule und drei des Jugendzentrums, inklusive Turnhalle.

Zurück zu dem weichen Boden unter dem „Korallenriff“: „Vor rund zehn Jahren wurden die ersten Risse im Mauerwerk und der Bodenplatte sichtbar. In den vergangenen zwei Jahren nahmen sie weiter zu“, berichtet die Stadt. Neben der kontinuierlichen Kontrolle wollte man den Ursachen sprichwörtlich auf den Grund gehen: „Und ein Gutachter bestätigte unsere Vermutung“, erklärt Frank Markus vom Fachbereich Technischer Service und fügt hinzu: „Das eigentliche Problem ist der Boden, auf dem das Haus im Jahr 1938 errichtet wurde.“ 

Anstelle eines ordentlichen Fundaments habe sich ein sehr weicher, lehmhaltiger Grund unterhalb des östlichen Gebäudeteils befunden, der nach der extremen Trockenheit im vergangenen Sommer die Rissbildung verstärkt habe. Gefahr habe aber zu keinem Zeitpunkt bestanden. Markus: „Sonst hätten wir das Gebäude natürlich geräumt.“ 

Die umfassende Baugrundsanierung ist jetzt Sache der Profis. „Genau genommen nehmen wir eine Verdichtungs- und Soilfracinjektion vor. Dabei wird die Bodenschicht verdichtet, indem steifer Mörtel mit Hochdruck über eingebohrte Injektionsrohre eingepresst wird.“ Die Folge: Der Boden wird wieder belastbar, weitere Bewegungen des Gebäudes werden gemildert oder im Idealfall sogar verhindert. Mithilfe des Verfahrens kann man diese Arbeiten auch nötigenfalls wiederholt anwenden“, weiß Markus. 

Das alles geht allerdings nicht ohne Lärm, das sollten auch die Anwohner wissen. Hauptsächlich aus diesem Grund sei der DRK-Kindergarten auch in die nahe Musikschule beziehungsweise in das Jugendzentrum umgezogen. „Für eine kurze Zeitspanne sollte diese Lösung funktionieren“, glaubt Markus.

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