Rettungspunkte für den Sauerland-Höhenflug

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Auf Werdohler Stadtgebiet gibt es bereits diese Schilder, die für mehr Sicherheit der Wanderer sorgen können. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Nur fliegen ist schöner“. Mit diesem Slogan wird für einen der schönsten Wanderwege Deutschlands, den Sauerland Höhenflug, geworben.

Zu den insgesamt 18 Städten und Gemeinden, die an der Strecke des Wanderweges liegen, zählt auch Meinerzhagen. Mehr noch: In Schallershaus befindet sich – ebenso wie in Altena – ein Eingangsportal für Wanderfreunde.

Rund 250 Kilometer, auf einer Höhenlage zwischen 400 und 800 Metern, beträgt die Strecke bis ins hessische Korbach. Zahlreiche Attraktionen und Aktivitäten sind am Wegesrand zu entdecken. Gemütliche Hotels und Gasthöfe laden zur Rast und Stärkung ein.

Seit dem 31. Mai 2008 bietet der Sauerland Höhenflug ein unvergessliche Möglichkeit, dass Land der 1000 Berge auf Schusters Rappen kennenzulernen.

Bei allen positiven Aspekten des Höhenfluges bleibt aber auch die Frage, wie steht es um die Sicherheit der Wanderer und wie können im Notfall Polizei oder Rettungsdienst eventuell Hilfebedürftige erreichen?

Sicherlich werden die meisten Wanderfreunde heutzutage auch ein Mobiltelefon im Rucksack mitnehmen. Aber was nutzt dieses, wenn ich den eigenen Standort in der Weitläufigkeit unserer Wälder nicht genau benennen kann?

Mit diesem Problem hat sich auch der Sauerland Tourismus Verein in Schmallenberg beschäftigt. Er betreut unter anderem auch die touristische Vermarktung des Sauerland Höhenfluges.

Auf Nachfrage der MZ erläuterte Georg Schmitz die bisherigen Gedanken zum Thema. „Wir haben bereits vor einiger Zeit ein Rettungskonzept für Wanderwege im Sauerland und Siegerland-Wittgenstein erarbeitet. Dabei ging es besonders um grundsätzliche Überlegungen, denn meist verlaufen Wanderwege abseits von Ortschaften und Siedlungen und jeder Wanderer hat sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was wohl wäre, wenn es jetzt zu einem Notfall kommt?“

Gemeinsam mit der Leitstelle des Kreises Olpe wurde 2010 ein Test durchgeführt, wie ein entsprechendes Kennzeichnungssystem funktionieren könnte.

Dabei wurden Orte an der Strecke des Höhenfluges ausgewählt, die eine „Handy Erreichbarkeit“ haben und ohne große Probleme von den Rettungsfahrzeugen angefahren werden können.

„Diese Punkte werden dann markiert und geben dem Hilfesuchenden die Möglichkeit, anhand der Kennzeichnung der Leitstelle den jeweiligen Standort durchzugeben“, beschreibt Georg Schmitz das Konzept stichpunktartig.

Der eigentliche Knackpunkt ist nach Auskunft von Schmitz derzeit der Aufbau einer einheitlichen Datenbank. Das wird auch am Beispiel der Stadt Werdohl deutlich. Hier wurden vor einigen Wochen, quasi als „Insellösung“, sieben Rettungspunkte-Schilder an der Strecke des Höhenfluges auf Werdohler Stadtgebiet aufgestellt.

Die Standorte wurden von der Feuerwehr und der Leitstelle des Märkischen Kreises ausgewählt und auf ihre Erreichbarkeit mit Fahrzeugen und das Vorhandensein des Handyempfangs überprüft.

Initiator der Aktion war die Werdohler Bürgergemeinschaft. Sie ist seit der letzten Kommunalwahl im Rat der Stadt Werdohl vertreten.

Je 50 Euro kostete ein Schild. Zusätzlich entstanden die Kosten für das Aufstellen und Anbringen der Schilder durch den Baubetriebshof.

Georg Schmitz würde es sehr begrüßen, „wenn alle Städte an der Strecke über die Einrichtung der Rettungspunkte nachdenken würden“.

Bei der zuständigen Stelle im Meinerzhagener Rathaus war das „Werdohler Projekt“ noch unbekannt. Bleibt abzuwarten, ob auch auf Meinerzhagener Stadtgebiet entlang des Sauerland Höhenfluges Rettungspunkte eingerichtet werden, um besonders die Sicherheit der Wanderfreunde ohne detaillierte Ortskenntnisse zu verbessern. ▪ jjh

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