Auf dem Lehrplan: Rettung aus luftiger Höhe

Höhenrettung wurde jetzt von den angehenden Forstwirten David Karven und Mario Bott, hier mit Forstwirtschaftsmeister Gerhard Pilgermann (von rechts), trainiert.

Meinerzhagen - Es war nicht leicht, den Überblick über die Seile, Bänder und Karabinerhaken zu behalten: Höhenrettung stand jetzt für David Karven (18) und Mario Bott (17), zurzeit im zweiten Lehrjahr beim Landesbetrieb Wald und Holz, auf dem Stundenplan. Dazu hatte sich auch der Wendener Revierleiter Alexander von Leffern, ausgebildet in dieser Disziplin, in einem Waldstück nahe der Nordhelle eingefunden.

Von Luitgard Müller

Um möglichst astreines, sprich, wertvolles Holz ernten zu können, werden im Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland an den sogenannten Zukunftsbäumen, ausgesuchten Exemplaren, die Äste bis zu einer Höhe von zwölf Metern entfernt. Diese Wertastung wird in drei Schritten vor allem an Lärchen und den ursprünglich in Amerika beheimateten Douglasien vorgenommen, die mit Blick auf den Klimawandel seit „Kyrill“ vermehrt angepflanzt werden. Sie werden in Europa zwischen 60 und 80 Meter hoch. Die Astung erfolgt nach etwa 40 Jahren, geerntet wird das wertvolle Holz, für das dann der doppelte Preis erzielt werden kann, erst nach etwa 80 Jahren.

Alle damit verbundenen Arbeiten gehören zum vielseitigen Beruf des Forstwirtes, den David Karven und Mario Bott erlernen. Die Arbeit in großer Höhe war dabei eine besondere Herausforderung, die beide aber schnell meisterten. „Arbeitsmedizinisch wird abgeklärt, ob die Auszubildenden dafür geeignet sind. Und durch regelmäßige Kontrollen wird sichergestellt, dass das Arbeitsmaterial stets im Topzustand ist,“ versichert Forstwirtschaftsmeister Gerhard Pilgermann vom Regionalforstamt.

Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und obwohl ein solcher Notfall noch nicht eingetreten ist, lassen sich Unfälle oder Verletzungen nicht gänzlich ausschließen. Besonders gefährlich ist dabei vor allem bei Ohnmacht das Hängetrauma, das schnell zum Tode führen kann. Deshalb machte Alexander von Leffern die Auszubildenden nun in Theorie und Praxis mit einer Rettungstechnik bekannt, bei der ein Seilrettungsset zum Einsatz kommt, das auch in der alpinen Felsenkletterei Verwendung findet. Es ermöglicht dem Retter, ohne größere Vorbereitung einen Verletzten aus seinem Halteseil auszuhängen und schonend abzulassen.

Außerdem muss zur Sicherstellung der Rettungskette stets ein für alle zugängiges funktionsfähiges Mobiltelefon vorhanden sein. Auch was bei der speziellen Versorgung eines Verletzten am Boden bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu beachten ist, erläuterte von Leffern.

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