Repair-Café auch für Meinerzhagen

Christiane Hommes und Werner Dobrindt hoffen nun, dass sich viele „Mitstreiter“ finden. - Foto: Beil

Meinerzhagen -  Das Radio bleibt stumm, der Wecker weckt nicht mehr. Der Bildschirm des Fernsehers zeigt nur noch „Schnee“. Was tun? Lässt sich das reparieren oder sind neue Geräte fällig, was ein arges Loch in die Haushaltskasse reißen würde? 

Von Jürgen Beil

Auf diese Frage erhalten Meinerzhagener wohl bald Auskunft. Und wenn es nach Werner Dobrindt, Frank Steinke und Christiane Hommes geht, bekommen Betroffene dann sogar Hilfe zur Selbsthilfe. Die drei Meinerzhagener haben nämlich eine Idee: „Wir möchten auch hier ein Repair-Café gründen.“

Die Idee ist bei diesen Einrichtungen, von denen es in Holland und Deutschland schon einige gibt, immer dieselbe: Bürger können ihre defekten Geräte zu einem Treffen mitbringen. Erwartet werden die vom „Fehlerteufel“ heimgesuchten Menschen dann von Experten, die einen Blick auf den Defekt werfen. Die Reparatur – natürlich unter Anleitung – sollen allerdings die Besitzer der Geräte selbst übernehmen.

So weit, so gut. Was im Moment allerdings fehlt, sind Fachleute, die bereit sind, im Meinerzhagener Repair-Café ein Ehrenamt zu übernehmen. Elektriker, Elektroniker und Fahrrad-Mechaniker werden händeringend gesucht. „Gern auch Rentner“, appelliert Werner Dorbindt an die Hilfsbereitschaft seiner Mitbürger.

Gründungsversammlung am 6. Juni

Einmal im Monat, jeweils am letzten Freitag, soll sich die Repair-Runde nach den Vorstellungen der drei Initiatoren treffen – und zwar immer ab 15 Uhr im Eine-Welt-Laden beziehungsweise der angeschlossenen Galerie Langenohl „Zur alten Post“. Die erste Zusammenkunft, eine Art Gründungsversammlung, ist zunächst für den 6. Juni ab 15 Uhr geplant. Instandgesetzt wird bei diesem Termin noch nichts, zunächst geht es einmal darum, das Interesse in der Bevölkerung zu testen. Sollten sich genügend Fachleute finden, könnte es ab Juli losgehen.

Beispiele für funktionierende Repair-Cafés gibt es im nahen Umkreis schon genug: In Altena und Olpe beispielsweise, wo die Idee auf große Resonanz stößt.

Keine Konkurrenz zu Gewerbebetrieben

Wie bei allen Einrichtungen dieser Art ist auch in Meinerzhagen geplant, Reparaturversuche bei allem zu unternehmen, was sich tragen lässt. „Ausgenommen sind natürlich Großgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke. Fahrräder allerdings können sehr wohl mitgebracht werden“, erläutern Hommes, Steinke und Dobrindt. Dabei möchten die Volmestädter allerdings keinen Gewerbebetrieben Konkurrenz machen: „Wir geben ja nur Anleitungen zum Reparieren und machen das nicht selbst. Und uns sind auch die Geselligkeit und der soziale Aspekt wichtig. Bei den Treffen kann auch diskutiert werden – und Kaffee gibt es ebenfalls.“ Entstanden ist die Initiative übrigens bei den Treffen des „Tauschrings“, an dem sich alle drei beteiligen.

Frank Steinke kann aufgrund seiner Erfahrungen beim Repair-Café auch selbst „eingreifen“. Er ist „Webworker“ und kennt sich mit PC-Hard und -Software aus. Werner Dobrindt ist Psychologe, Christiane Hommes Medienberaterin und in der Verwaltung der Diakonie beschäftigt. Sie alle hoffen nun, dass viele Menschen zum ersten Treffen am 6. Juni kommen.

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