Renaturierung der Volme macht Fortschritte

Landrat Thomas Gemke (rechts) und einige Helfer pflanzten Erlen und Weiden an der Volme in Meinerzhagen.

MEINERZHAGEN ▪ Ein scharfer Wind und kühle Temperaturen sorgten dafür, dass die Einladung des Vereins „Volme-Natur“ zum „Pflanzen, Talken und Grillen“ am Samstag kaum Resonanz in der Öffentlichkeit fand.

Nur Vertreter von Land, Kreis und Stadt sowie die Mitglieder des Vereins hatten sich unter der Eisenbahnbrücke hinter dem Freibad eingefunden, um das erste renaturierte Teilstück der Volme mit standortgerechter Bepflanzung zu versehen. Talken und Grillen mußten angesichts der Wetterverhältnisse leider im Schnellverfahren erledigt werden.

„Heute stehen wir vor dem ersten renaturierten Teilstück der Volme. Die Rohre sind entfernt, die Volme kann nun wieder die Sonne sehen,“ begrüßte Matthias Kretschmer im Namen des Vereins die Gäste, darunter Landrat Thomas Gemke und Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, und gab einen kurzen Abriss der Vorgeschichte.

Vor drei Jahren wurde vom Märkischen Kreis das Projekt „Der Kreis packt aus“ im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie gestartet, mit dem Ziel der Entfesselung der Fließgewässer des Kreises. Nahezu zeitgleich wurde am Wald- & umweltpädagogischen Zentrum Heed der Verein „Volme-Natur“ gegründet, der die Volme als Lebensraum wieder mehr ins öffentliche Bewußtsein rücken und erlebbar machen will.

Nach zwei Öffentlichkeitsveranstaltungen in den vergangenen zwei Jahren, wollte der Verein den Worten und Informationen endlich Taten folgen lassen und etwas „Vorzeigbares“ machen.

„Unser Vorschlag, die Renaturierungsmaßnahme 2 am Eisenbahnvaidukt, wurde von der Unteren Wasserbehörde des Kreises begrüßt, so dass bald die ersten Planungsgespräche, auch vor Ort, stattfinden konnten,“ erläuterte Kretschmer, und weiter: „Es zeigte sich schnell, dass ein so kleines Projekt einen erheblichen Planungs- und Vorbereitungsaufwand hat.“

Dank guter Zusammenarbeit und der Unterstützung durch den Kreis, die Untere Wasserbehörde, die Grundstückeigentümer Stadt Meinerzhagen und Stadtwerke sowie die ausführende Tiefbaufirma Mourmeaux, für die sich Kretschmer bedankte, konnte das Projekt im Januar umgesetzt werden.

Landrat Thomas Gemke lobte das bürgerschaftliche Engagement, mit dem die Renaturierung der Volme vorangetrieben wird, als praktischen Umweltschutz.

Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Meinerzhagen, Volkmar Rüsche, sagte, Meinerzhagen könne stolz und froh sein, Bürger zu haben, die sich so für die Natur interessierten und einsetzen.

Geschäftsführer Michael Berkenkopf von den Stadtwerken erläuterte, dass sich in diesem Bereich ehemals der Kern der Wasserversorgung für die Stadt befunden habe. Dieser Tatsache sei es auch zu verdanken, dass Meinerzhagen heute noch über die sogenannte Fischbachbrücke verfügte, von der es im Bundesgebiet nur noch funf geben soll, denn sonst habe der Damm für die Brücke weitergeführt werden können.

„Nur mit den Grundstückseigentümern an der Volme ist die Renaturieung möglich,“ betonte die Kreisdirektorin.

Rund ein Dutzend Bäume, Erlen und Weiden, hatten die Gäste mitgebracht. Sie wurden zur Uferbegrünung und -beschattung an und auf die Böschungen der Volme gepflanzt, die zurzeit nur sehr wenig Wasser führt. Zur späteren Bodenbegrünung hatte Stadtmarketingleiter Bernd-Martin Leonidas noch den Samen von Sauerampfer mitgebracht.

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