Weiteres Teilstück der Volme ist renaturiert

Freuen sich über die Auszeichung des Umweltministers: Matthias Kretschmer (Verein „Volme Natur“), Barbara Dienstel-Kümper (Kreisdirektorin), Ingolf Becker („Volme Natur“) und Jürgen Tischbiereck (Technischer Service Stadt Meinerzhagen).

Meinerzhagen -  Der Durchstich ist erfolgt – der Wasserlauf der Volme in Schleifkotten ist am Montag in sein neues Bett umgelegt worden. Damit ist ein weiteres Teilstück der Renaturierung des Flusses im Rahmen des Regionale-Projektes „Ein Kreis packt aus“ geschafft.

Von Martin Meyer

„Wir sind froh über jeden Meter Volme, den wir in seine naturgerechte Form zurückbringen können“, sagt Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper. Die Anerkennung für die Mühen: Das vor zwei Jahren wiederbelebte Volme-Quellgebiet ist nun ausgezeichnet worden.

Drei Monate waren für das Bauvorhaben auf dem Grundstück Volmestraße 53 geplant. Nachdem ein dort stehendes Mehrfamilienhaus und eine angegliederte Metallbaufirma von der Stadt zunächst gekauft und dann abgerissen wurden, begannen die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände.

Das Renaturierungsprojekt geriet ins Stocken, als man bei Bodenuntersuchungen eine hohe Belastung mit Schwermetallen und sogenannten Policyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen gemessen hatte. Die Verunreinigung war auf die frühere gewerbliche Nutzung des Geländes zurück zu führen. Rund 6 000 Tonnen – deutlich mehr, als zunächst vermutet – belastetes Bodenmaterial wurden daraufhin ausgekoffert und umweltgerecht entsorgt. Mit 348 000 Euro schlagen die Sanierungen der Altlasten zu Buche, die vom Land Nordrhein-Westfalen mit 90 Prozent gefördert werden.

In der vergangenen Woche konnten die letzten Bauarbeiten, unter anderem wurde auf dem Gelände der neue Bachlauf der Volme modelliert, abgeschlossen werden. Dank des guten Wetters in den letzten Wochen beendete die zuständige Baufirma Wittfeld aus Wallenhorst einen Monat früher ihre Arbeiten und machte anfang der Woche unter den Augen der Kreisdirektorin und Regionale-Beauftragten Barbara Dienstel-Kümper den Weg für die Volme frei.

Im Rahmen des Projektes werden derzeit im gesamten Märkischen Kreis Gewässer renaturiert, freigelegt und für die Menschen „erlebbar“ gemacht. So schlängelt sich nun auch die Volme in Schleifkotten in leichten Bögen über das Gelände. „Durch die Baumaßnahmen ist eine Aue entstanden, in die sich der Fluss bei Hochwasser problemlos ausdehnen kann,“ sagt Dienstel-Kümper. Auch für die Natur sei ein Mehrwert geschaffen worden. „Der verlangsamte Bachlauf bietet Pflanzen mehr Halt und bereitet Fischen einen Weg zu ihren Laichgebieten“, meint die Kreisdirektorin.

Durch die weiteren Arbeiten am Flussbett, die in den nächsten Tagen noch erfolgen sollen, kann es zu Eintrübungen in der Volme kommen. „Die Anwohner können beruhigt sein“, so Barbara Dienstel-Kümper. Der Fluss nehme noch viel Sediment auf seinen neuen Weg mit. Es bestehe kein Grund zur Besorgnis.

Wie die Volme nach den Renaturierungsmaßnahmen aussehen kann, sieht man einige Kilometer weiter flussaufwärts. Das Quellgebiet des Flusses unterhalb des Eisenbahnviaduktes wurde im Winter 2011/12 mit Baggern aus der Dunkelheit geholt und teilweise bepflanzt. Die Maßnahme war im Vergleich zum Teilstück in Schleifkotten mit weniger Aufwand verbunden – vor allem gab es dort keine Altlasten. Die Natur konnte das Gebiet schnell „zurückerobern“. „Hier sieht es hervorragend aus“, meint Matthias Kretschmer, 2. Vorsitzender des Vereins „Volme Natur“. „Geadelt“ wurde dieses Teilprojekt der Volme-Renaturierung nun durch NRW-Umweltministers Johannes Remmel. Das kleine Stück Volme zählt nun zu den 59 „ausgezeichneten Wasserorten“ in Südwestfalen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare