Reiter genießen ab 1. Januar mehr Freiheiten

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Ausritte sind ab dem 1. Januar auf Waldwegen beinahe grenzenlos möglich. Und auch ihre Hunde dürfen Reiter dann auf den Ausflug durch die heimische Natur mitnehmen.

Meinerzhagen - Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück der Erde – und das künftig fast überall. Denn: Ab 1. Januar gilt das Landesnaturschutzgesetz, das Reitern deutlich mehr Rechte gibt als bisher. 

Kurzgefasst gilt dann: „Das Reiten im Wald ist grundsätzlich auf allen Fahrwegen gestattet. Nach der Definition sind Fahrwege befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege“, teilt der Pferdesportverband Westfalen mit. Eingeschlossen sind darin auch Wanderwege, wie etwa der Sauerland Höhenflug. Und noch eines ist künftig neu: Reiter dürfen jetzt wieder ihre Hunde mitführen. 

Petra Möllenberg ist Mitbesitzerin des Listerhofes. Sie begrüßt die neue Regelung: „Damit sind wir Reiter jetzt auf der sicheren Seite. Bislang wussten wir eigentlich nie genau, woran waren.“ Über Reitverbote hat sie sich allerdings bislang nicht geärgert: „Anders als im benachbarten Kreis Olpe, wo streng auf die Vorschriften geachtet wurde, gab es bei uns eigentlich kaum Reitverbote. Aber einfach kreuz und quer zu reiten, das fand ich nie gut. Das sollten aber auch Radler und Motorradfahrer beachten.“ Möllenberg plädiert für Rücksicht – und damit meint sie alle Waldnutzer. Denn darunter sind nach ihrer Ansicht auch rücksichtlose Gesellen: „Wir haben es durchaus erlebt, dass Jugendliche mit Motorrädern oder ausgeschlachteten Autos durch den Wald brettern – direkt an uns Reitern vorbei.“ 

Ganz anders dagegen die Sicht des heimischen SGV-Vorsitzenden Willi Müller: „Wir finden die neue Regelung nicht gut. Es hat in der Vergangenheit schon Probleme mit Reitern gegeben, wenn auch nicht in Meinerzhagen“, berichtet er. Ein entgegenkommendes Pferd weiche schließlich nicht aus. Dass es in und um Meinerzhagen herum künftig weiter ohne Konflikte zwischen Wanderern und Reitern abgeht, muss nach Müllers Ansicht nach der Neuregelung nicht so bleiben: „Es ist zu befürchten, dass es Schwierigkeiten geben wird.“ 

Unangenehme Erfahrungen haben die SGV-er laut Müller in dieser Hinsicht bereits mit Mountainbikern gemacht. Auch was den Zustand der Wanderwege betrifft, ist Willi Müller jetzt eher pessimistisch: „Pferde machen die Pfade nicht besser.“ Außerdem wisse man nie, wie sich ein entgegenkommendes Pferd verhalten werde: „Das ist für uns schlecht kalkulierbar.“ „Was passiert beispielsweise, wenn sich ein Pferd in der Nähe einer Wandergruppe erschreckt?“, fragt sich Müller. Genau diese Problematik soll nun im SGV Meinerzhagen thematisiert werden. Willi Müller: „Wir werden bei einer der nächsten Versammlungen sicherlich darüber sprechen.“

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