Die Angst vor dem Coronavirus hat Auswirkungen auf die Reisebranche

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Murat Er muss auf seinen Messebesuch in Berlin verzichten. Flug und Hotel waren bereits gebucht.

Meinerzhagen - Murat Er muss umplanen. Der Besitzer des Reisebüros an der Hauptstraße wollte eigentlich am Wochenende nach Berlin fliegen und dann die Tourismusmesse ITB besuchen. Doch die wurde aus Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt. „Das Hotel war gebucht, der Flug auch. Jetzt kann ich das abhaken.“

Murat Er ist mit der Situation nicht glücklich. Dabei spielen für den Geschäftsmann weniger die Kosten eine Rolle, auf denen er nun sitzen bleibt. Vielmehr beklagt er, dass die Messe für ihn immer eine wichtige Kontaktstelle zu Geschäftspartnern war und diese Treffen nun ausfallen müssen.

„Ich besuche die ITB eigentlich jedes Jahr. Dort bietet sich die Möglichkeit, direkte Gespräche beispielsweise mit Hotelmanagern oder Reiseveranstaltern zu führen. Außerdem hatte ich mir diesmal vorgenommen, mich auch in Sachen Technologie zu informieren. Da geht es zum Beispiel um Buchungssysteme“, beschreibt Er, was ihm nun entgeht. 

Wirklich tragisch sei es für ihn und sein Unternehmen allerdings nicht, dass der berufliche Berlin-Trip nun entfalle: „Dann hoffe ich eben, dass die Messe 2021 stattfinden kann und hole das alles nach.“ 

Für Caroline Oerder vom Reisebüro Lück in Valbert spielt die Absage der Berliner Messe hingegen überhaupt keine Rolle. „Ich war in der Vergangenheit zwar zweimal dort, hatte für dieses Jahr aber keinen Besuch geplant“, sagt sie. 

Zwar könne man durchaus Kontakte knüpfen und Infos über die potenziellen Zielgebiete der Kunden einholen, aber durch den ohnehin engen und ständigen Kontakt zu den Veranstaltern sei das auch so gegeben.

Das Coronavirus hat dennoch Einfluss auf das Geschäft im Ebbedorf: „Zurzeit ist es eher ruhig bei uns. Viele Kunden warten wohl erst einmal ab, wie sich die Situation entwickelt. Allerdings haben zahlreiche Reiseveranstalter bereits Kulanzen in ihre Angebote eingearbeitet“, berichtet die Tourismus-Fachfrau aus dem Ebbedorf. 

Relativ gut gehen nach ihren Beobachtungen noch Reisen in die USA, ans Mittelmeer oder Kreuzfahrten. „Asien, mit Ausnahme von Thailand und Bali, ist hingegen kaum nachgefragt. Und China geht momentan gar nicht“, hat Caroline Oerder in diesem Jahr beobachtet.

„Europäische Ziele werden weiter gebucht, Asien ist hingegen nicht stark nachgefragt.“ Kornelia Demuth vom heimischen Derpart-Reisebüro berichtet ebenfalls von einer Nachfrage, die etwas nachgelassen habe. Grund sei auch die Verunsicherung einiger Kunden, wie sich die Situation hinsichtlich des Coronavirus entwickeln werde.

Dass die Internationale Tourismus Messe in Berlin abgesagt wurde, betreffe sie nicht sonderlich. Einen Besuch hätte sie in diesem Jahr ohnehin nicht geplant, fügt die Leiterin des Büros hinzu. 

„Ich war in der Vergangenheit aber selbst schon einige Male dort und finde es generell schade, weil das eine interessante Veranstaltung ist. Man kann Leute kennenlernen, Kontakte knüpfen – aber in der augenblicklichen Situation war es wohl das Vernünftigste, die Veranstaltung abzusagen“, ist die Meinerzhagenerin Kornelia Demuth überzeugt.

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