Wetterdaten belegen: Ein echter Rekordsommer

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Reinhard Hinz ermittelt die Temperatur in zwei Metern Höhe über dem Erdboden.

Meinerzhagen - Seit dem Herbst des Jahres 2007 betreibt Reinhard Hinz in Redlendorf eine Wetterstation für den Deutschen Wetterdienst (DWD). Werte wie im meteorologischen Sommer 2018 – von Juni bis August – hat er allerdings noch nie registriert. „Für uns in Meinerzhagen war es ein mediterraner Sommer. Sehr ungewöhnlich“, lautet sein Fazit.

Das kann der Wetterexperte gleich mit mehreren Zahlen belegen. Eine davon bezieht sich auf den heißesten Tag: „Der war bisher der 4. Juli 2015. Damals habe ich 33,3 Grad Celsius gemessen“, erinnert er sich. 

2018 wurde dieser Rekord gebrochen. Hinz: „Am 7. August zeigte das Thermometer 35,1 Grad.“ Ermittelt wurden diese Daten im 390 Meter hoch gelegenen Redlendorf, exakt zwei Meter über dem Boden. 

Von 92 Tagen waren 81 Sonnentage

92 Tage umfasst der Messzeitraum „meteorologischer Sommer“, 81 von ihnen waren Sonnentage. Im Juni registrierte Hinz 21, im Juli bereits 30, ebenso wie im August. 25 Grad Celsius und mehr – in diesem Fall sprechen Meteorologen von Sommertagen. Auch davon gab es von Juni bis August 2018 reichlich: „Der Juni hatte acht, der Juli 22 und der August 16“, hielt Hinz in seiner Statistik fest. 

Obwohl es heiß war, gab es für den heimischen Wetter-Experten keine schwülen Tage: „Es war fast immer trocken, deshalb war die Hitze noch einigermaßen gut auszuhalten“, stellt der Redlendorfer fest und fügt hinzu: „Unser Sommer wurde geprägt von einem beständigen Hoch über Nordeuropa. Die Hitze kam dann über die Landmassen zu uns, aus Spanien oder Südfrankreich.“ 

Viele Landwirte klagten über die extreme Trockenheit. Reinhard Hinz kann das nachvollziehen. Vom 1. Juni bis zum 31. August fielen in diesem Sommer in Redlendorf nur 130 Liter Regen auf einen Quadratmeter. „Das entspricht etwa einem Drittel der in diesem Zeitraum sonst üblichen Menge, ist also ungefähr das Monatssoll auf dieses Vierteljahr verteilt“, konstatiert Hinz. 

Trockenster Monat war der Juni

Die höchsten Niederschlagswerte stellte er am 2. Juni und am 30. August fest, an diesen beiden Tagen fielen 40 Liter Regen auf einen Quadratmeter. Hinz: „Das bedeutet, dass wir fast ein Drittel des gesamten Sommer-Niederschlages tatsächlich an diesen zwei Tagen erreicht haben.“ 

Viel kam außerhalb dieser Zeiträume nicht mehr vom Himmel: „Das bewegte sich alles im Millimeterbereich“, berichtet der DWD-Statistiker. Trockenster Monat war übrigens der Juni. „In diesen vier Wochen fielen 21,5 Liter Regen auf den Quadratmeter – so wenig, wie in keinem anderen Monat des Sommers 2018.“ 

Kein Gewitter direkt über Meinerzhagen 

Während Wuppertal und Köln durch Gewittergüsse stellenweise regelrecht überflutet wurden, blieb das ansonsten eher regenreiche Meinerzhagen von diesen Wetter-Kapriolen verschont. Reinhard Hinz hat auch darüber Buch geführt: „Es gab von Juni bis August eigentlich keine Gewitter, die direkt über Meinerzhagen zogen. Wir waren eher ein Randgebiet.“ Gewitterzellen, die Redlendorf streiften, gab es im Juni (eine), im Juli (eine) und im August (zwei).

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