Geplantes Gewerbegebiet

Keiner ist zum Landverkauf bereit

Der Widerstand gegen das geplante interkommunale Gewerbegebiet formiert sich. Zum Wochenende traf sich ein Teil der Gegner vor Ort, um ihr entschiedenes „Nein“ zu den Plänen zu bekräftigen und weitere Schritte zu planen.
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Der Widerstand gegen das geplante interkommunale Gewerbegebiet formiert sich. Zum Wochenende traf sich ein Teil der Gegner vor Ort, um ihr entschiedenes „Nein“ zu den Plänen zu bekräftigen und weitere Schritte zu planen.

Wie eine Bombe war die Nachricht bei betroffenen Eigentümern, Anwohnern, Landwirten und vielen Naturfreunden eingeschlagen, dass laut aktuellem Regionalplanentwurf zwischen Willertshagen und der Ortslage Auf der Heide ein 49 Hektar großes interkommunales Gewerbegebiet entstehen soll.

Meinerzhagen – Aber die Schockstarre währte nicht lange, sofort formierte sich Widerstand. Und am Freitag trafen sich einige Gegner der vom Regionalrat in Arnsberg entwickelten Pläne vor Ort, um dazu ihr entschiedenes „Nein“ zu bekräftigen und weitere Schritte zu planen.

Petition an den Stadtrat

In einer unter dem Link www.openpetition.de/!neinzumgewerbegebiet veröffentlichten Petition an den Stadtrat haben sie ihren Standpunkt klar formuliert und bitten die Bevölkerung, sie mit ihrer Unterschrift beim Kampf für den Erhalt des Naherholungsgebietes, in dem auch seltene Greifvögel ihr Revier haben, zu unterstützen. Es sei bei jungen und vor allem auch alten Menschen sehr beliebt. „Die Tourismusförderung der Stadt Meinerzhagen wird durch die Planung ebenfalls zunichtegemacht. Der in der Wanderbroschüre des SGV Meinerzhagen eingetragene Jakobsweg (Heidenstraße) führt direkt durch den geplanten Bereich“, heißt es in der Petition.

„Niemand wurde informiert“

Klare Worte von Seiten der Eigentümer in Richtung Arnsberg formulierte bei dem Treffen Wolfgang Blumenrath: „Es ist eine Unverschämtheit, solche Pläne einfach über unsere Köpfe hinweg zu verhandeln. Niemand wurde informiert, wir mussten aus der MZ davon erfahren. Und um es deutlich zu sagen: Keiner von uns ist bereit, dieses Land zu verkaufen.“

„Dieser Plan, auch in der kleineren Variante von rund 20 Hektar, bedroht unsere Existenz“, machte Landwirt Ralf Brinkmann klar. „Selbst wenn wir für unsere hofnahen Äcker und Wiesen Ersatzflächen bekämen, die es – nebenbei bemerkt – nicht gibt, würden die dann notwendigen häufigen An- und Abfahrten unsere CO2-Bilanz in unnötige Höhen treiben“, ergänzte sein Nachbar in Niederhengstenberg, Dirk Bösinghaus. Ohnehin seien die Betriebe bei sinkenden Preisen für ihre Erzeugnisse immer mehr Reglementierungen unterworfen. Nicht zuletzt auch wegen der nahegelegenen Ebbemoore. „Einem der bedeutendsten Naturschutzgebiete dieser Art in Europa, wie mir seitens des Märkischen Kreises deutlich gemacht wurde“, so ein anderer Landwirt, und weiter, ungläubig: „Und nun plant man hier ein Gewerbegebiet!“ „Das, laut Plan, um Fläche zu sparen, vor allem in die Höhe gebaut werden soll!“, ergänzte ein weiterer Teilnehmer des Treffens.

Der Regionalplan und das Gewerbegebiet

Auf einer etwa 49 Hektar großen Fläche im Bereich Auf der Heide, zwischen Willertshagen und Hengstenberg, sollen laut Regionalplan die Städte Meinerzhagen, Attendorn und Kierspe Betrieben die Ansiedlung ermöglichen. 13 Hektar sind dabei als Meinerzhagener Gewerbeflächen vorgesehen. Den größten Nutzen hätte demnach die Stadt Attendorn mit 29 Hektar, Kierspe hingegen würden nur 7 Hektar zugeschlagen. In den vergangenen Wochen haben sich bereits mehrere Ratsfraktionen geschlossen gegen die Pläne ausgesprochen. Die Verwaltung erarbeitet eine Stellungnahme, die dem Regionalrat nach Absegnung durch den Stadtrat übermittelt werden soll. zach

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