Regionalplan sieht neue Fläche in Meinerzhagen vor

Das Überraschungs-Gewerbegebiet auf der grünen Wiese

Das Gebiet „Auf der Heide“ soll als interkommunales Gewerbegebiet entwickelt werden.
+
Noch eine grüne Wiese, in Zukunft ein Gewerbegebiet? Wenn es nach den Plänen des Regionalrats der Bezirksregierung geht, sollen „Auf der Heide“ interkommunale Flächen für Meinerzhagen, Attendorn und Kierspe entstehen.

Ein weiteres interkommunales Gewerbegebiet in Meinerzhagen? Diese Überraschung ist dem Regionalrat offenbar gelungen – auf viel Gegenliebe stößt sie aber bislang bei kaum einer Kommune.

Meinerzhagen/Kierspe - Auf einer etwa 49 Hektar großen Fläche im Bereich Auf der Heide, zwischen Willertshagen und Hengstenberg, sollen laut Regionalplan die Städte Meinerzhagen, Attendorn und Kierspe gemeinsame Sache machen und Betrieben die Ansiedlung ermöglichen. 49 Hektar – von denen aber nur 13 als Meinerzhagener Gewerbeflächen vorgesehen sind. Den größten Nutzen hätte demnach die Stadt Attendorn mit 29 Hektar, Kierspe hingegen würden nur 7 Hektar zugeschlagen.

Zu den Plänen kam es im Zuge einer Neuaufstellung des Regionalplans, die bereits Ende 2017 in Auftrag gegeben worden war. Drei Jahre später lag ein beschlussfähiger Entwurf vor, der seitdem auch den Kommunen bekannt ist – und nun für Aufsehen sorgt, denn: Obwohl die Kommunen in Form von sogenannten Werkstattgesprächen bei der Erstellung des Plans beteiligt waren, finden sich viele kaum in dem jetzt vorliegenden Entwurf wieder. So auch Meinerzhagen.

Wir waren über die Ausweisung dieses interkommunalen Gewerbegebiets in dieser Form durchaus überrascht.

Friedrich Rothaar, Fachbereichsleiter

„Wir waren über die Ausweisung dieses interkommunalen Gewerbegebiets in dieser Form durchaus überrascht“, sagt etwa Friedrich Rothaar, der bei der Stadt Meinerzhagen den Bereich Stadtplanung verantwortet. Bei den vorangegangenen Werkstattgesprächen sei zwar auch über die Fläche Auf der Heide gesprochen worden, „aber nicht in dieser Größenordnung“, betont Rothaar. Es sei lediglich um den zu deckenden Bedarf an zusätzlichen Gewerbeflächen für die Stadt Meinerzhagen gegangen – von einer Berücksichtigung von Nachbarstädten, die auf ihrem Gebiet keinerlei Flächen zugesprochen bekamen, sei im Vorfeld nie die Rede gewesen.

Unmut in Kierspe

Und das sorgt auch in Kierspe für Unmut. Dort hatten Rat und Verwaltung bereits Ende März eine Stellungnahme beschlossen, in der moniert wird, dass der Stadt keine Entwicklung von Gewerbeflächen auf eigenem Gebiet zugestanden wird. Zum interkommunalen Gewerbegebiet „Auf der Heide“, an dem Kierspe laut Regionalplan mit 7 Hektar beteiligt werden soll, sei aber noch keine Abstimmung erfolgt. Kierspe, für das eigentlich nur ein „anerkannter Bedarf“ von 4 Hektar festgeschrieben ist, begrüßt zwar dieses Vorhaben, betont in seiner Stellungnahme aber auch, dass letztlich nicht feststehe, ob diese Flächen überhaupt in ihrer gesamten Größe entwickelt werden können.

Es werden erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt erwartet

Denn: Die Auswirkungen auf die Umwelt werden auch von der Stadt Attendorn in ihrer Stellungnahme als „schwerwiegend“ und „erheblich“ eingestuft. Zumal auch die angrenzende Wohnbebauung problematisch sein könnte. So geht Attendorn davon aus, „dass sich unter Umständen nur eine Fläche in der Größe von circa 20 Hektar anstelle der veranschlagten 49 Hektar realisieren lässt.“ In der Hansestadt wird sich der Ausschuss für Planen, Bauen, Klima- und Umweltschutz am Montag, 3. Mai, mit dem Thema befassen.

Und auch Friedrich Rothaar weiß um die Bedeutung des Umweltschutzes, der in diesem Bereich eine großfläche Entwicklung verhindern könnte. Für Meinerzhagens Politik bereitet die Verwaltung ebenfalls eine Stellungnahme vor, die vom Rat in seiner Sitzung am 28. Juni erörtert werden soll, um noch vor der Abgabefrist am 30. Juni der Bezirksregierung übermittelt werden zu können. Darin könnte es dann auch um den anerkannten Bedarf der Stadt Meinerzhagen gehen, der bei 18 Hektar liegt, durch das interkommunale Gewerbegebiet aber nicht gedeckt werden kann.

Einer politischen Diskussion über das weitere Vorgehen will Friedrich Rothaar nicht vorgreifen. Aber er sagt auch: „Zuletzt gab es vor 20 Jahren teilweise auch sehr intensive Gespräche, als der letzte Regionalplan aufgestellt wurde. Aber eine solche Überraschung wie diesmal habe ich noch nicht erlebt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare