Stadthallen-Umfeld: Baubeginn für das Regionale-Projekt erst 2016

Auch die Offenlegung der Volme wird sich bis ins nächste Jahr verzögern. - Archivfoto

UPDATE 12.08 Uhr -MEINERZHAGEN - Der für den Herbst vorgesehene Baubeginn zur Umgestaltung des Platzes an der Stadthalle samt Umgehungsstraße, neuem Kreisverkehr und Offenlegung der Volme verzögert sich. Vermutlich kann erst Anfang 2016 mit der Umsetzung des Großprojektes begonnen werden. Ausgeschrieben werden sollen die Arbeiten im Oktober.

Wie die Stadt Meinerzhagen mitteilt, ist belasteter Boden – festgestellt wurde ein zu hoher Salzgehalt – im Bereich der künftigen Baustelle für die Verzögerung verantwortlich. Das haben Analysen nach Probebohrungen ergeben. Durch diese Entwicklung entstehen nun auch höhere Baukosten. Wurden für das Gesamtpaket „Offenlegung der Volme“ im Bereich hinter der Stadt inklusive dem dort vorgesehenen Radweg ursprünglich 1,332 Millionen Euro veranschlagt, geht man jetzt von Kosten in Höhe von 1,882 Millionen Euro (ohne Radweg) aus. Die Radspur ist nun in einem anderen „Förderpaket“ untergebracht. Die höhere Summe, so hofft man im Rathaus, könnte zu 90 Prozent vom Land gefördert werden. Dass auch die Anlegung der neuen Wand an Volme und B 54 im Stadthallen-Bereich teurer wird, steht ebenfalls fest, auch wenn hier noch keine genauen Summen genannt werden können. Und auch der Kreisverkehr wird mehr Geld kosten als geplant. Grund, so Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck, ist die Statik. „In dem betroffenen Bereich haben wir sehr weiche Böden vorgefunden, die zusätzlich Maßnahmen nötig machen.“ Da aber bereits Geld in den städtischen Haushalt eingestellt worden sei um solche Probleme zu lösen, gehe man nicht davon aus, dass weitere erhebliche Belastungen auf die Stadt zukommen werden, erläuterte Tischbiereck. „Da Ausschreibung und Projektbeginn noch nicht erfolgt sind, konnten weitere Fördermittel zudem noch beantragt werden. Auch dies wird aktuell von der Bezirksregierung Arnsberg geprüft. Die ebenfalls beteiligte Obere Wasserbehörde hat – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Bezirksregierung – bereits ihre Zustimmung zu einer weiteren Förderung gegeben“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Für die Projektausschreibung wurde in den vergangenen Wochen eine tiefbautechnische „Ausführungsplanung“ durchgeführt. „Insbesondere vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Richtlinien zur Entsorgung von Bodenabhub – hier wurden die abfallrechtlichen Bestimmungen deutlich verschärft – lag ein besonderes Augenmerk auf der Untersuchung der Bodenbeschaffenheit: So wurden die Bodenverhältnisse genauesten geologischen Analysen unterzogen. Nachdem in Kierspe die städtischen Projektkosten für den Bau des Freizeitparks aus ähnlichen Gründen deutlich angestiegen waren, verfolgte die Stadt Meinerzhagen bewusst den Weg, alle Faktoren bereits im Vorfeld zu bestimmen und das weitere Vorgehen vor Beginn der Ausschreibung beziehungsweise der Umsetzung sorgfältig abzuwägen. Auf diese Weise lassen sich zuvor nicht bekannte Posten während der Umsetzungsphase vermeiden, die sonst durch die Stadt selbst getragen werden müssten“, heißt es im Rathaus. Was jetzt oberste Priorität hat, erläutern die städtischen Tiefbau-Experten: „Teile des Bodens müssen gesondert entsorgt und Ausgleichsmaßnahmen im Bereich der neuen Straßen, der geplanten Stützwand entlang der Volme und Brücken durchgeführt werden, um die Statik von Straßen, Stützwänden und Brücken abzusichern.“ Der Lösungsvorschlag der Stadt, für die Entsorgung des belasteten Bodens den kurzen Weg zu einer nahen Deponie zu nutzen, liegt ebenfalls zur Entscheidung bei der Bezirksregierung. Was genau es mit den Belastungen im Boden auf sich hat, erläutert Jürgen Tischbiereck: „Es handelt sich dabei nicht um klassische Altlasten. Durch die Verrottung von Baumwurzeln in diesem Bereich ist der Salzgehalt der Erde dort einfach zu hoch.“

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