Regionale Bach an der Straße nach Hardenberg

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Landrat Thomas Gemke, Kreisdirektorin und Regionale-Beauftragte Barbara Dienstel-Kümper und Meinerzhagens Bürgermeister Erhard Pierlings mit Plan in der Örtlichkeit an der Kreisstraße nach Hardenberg. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Großer Bahnhof für ein kleines Stück Natur“, so formulierte es heute Morgen Bürgermeister Erhard Pierlings und drückte seine Freude über diesen symbolträchtigen Termin aus: Der Startschuss zum Regionale-Projekt „Ein Kreis packt aus“ fiel auf Meinerzhagener Stadtgebiet.

„Ausgepackt“ wird auf etwa 50 Metern Länge ein hier kurz hinter seinem Quellgebiet unweit der Ortslagen Grünewald und Sebastopol an der Kreisstraße nach Hardenberg entspringender Bachlauf. Landrat Thomas Gemke und der Listertaler Bauunternehmer Etienne Mourmaux, der mit seinem Team von Landschaftsbauern die Aufgabe technisch ausführt, setzten kurz nach neun Uhr den Bagger in Bewegung. Nach Abschluss der Arbeiten soll es eine offizielle Bach-Taufe geben, zu der auch der grüne NRW-Umweltminister Johannes Remmel eingeladen wird, wie heute Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper in ihrer Eigenschaft als Regionale-Beauftragte beim Märkischen Kreis ankündigte.

„Regionale Bach“ soll das Gewässer dann künftig heißen, das in Richtung Reuen/Ingemerter Mühle über den Hespecker Bach und die Krummenau in die Lister mündet, somit auch ein Nebenlauf von Ruhr und Rhein ist. Verrohrt worden war der Bachlauf innerhalb einer landwirtschaftlich genutzten Fläche im Zuge des Baus der Autobahn sowie der damit bedingten Verlegung von B 54 und der angrenzenden Kreisstraße. Die Eigentümerfamilie Hornbruch aus Grünewald gab ihre Einwilligung, als der mittlerweile pensionierte Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde beim Kreis, Lothar Budde, ihr die Planungsabsichten vorstellte.

Das Regionale-Projekt des Märkischen Kreises ist eingebettet in den großen Rahmen der Wasserrahmenrichtlinien der Europäischen Union. Die Gewässer sollen überall in Europa wieder zu Lebensadern der Natur werden mit vielfältigen Lebensbedingungen für Fische, Kleinlebewesen und Pflanze im und am Wasser. Landrat Gemke erläuterte heute: „Im Rahmen der Regionale 2013 hat der Märkische Kreis die Zulassung eines Wasserprojektes mit dem Namen ‚Ein Kreis packt aus‘ eingereicht, bei dem es – so der wasserbautechnische Fachbegriff – um die Entfesselung unser Gewässer geht. Viele europäische Gewässer haben durch die Industrialisierung, die landwirtschaftliche Nutzung und die Siedlungsentwicklung im Laufe der Jahrhunderte ein völlig anderes Gesicht bekommen. Hier in Meinerzhagen ist dies besonders anschaulich an der Volme zu beobachten, aber auch an zahlreichen Nebengewässern.“ Auch das „Schicksal“ des namenlosen Baches ist typisch – verrohrt und damit eingezwängt in Beton und das inmitten einer eigentlich noch weitgehend ursprünglichen Naturlandschaft.

Gewässer renaturieren, freilegen und erlebbar, Flüsse und Bäche damit wieder zum ansehnlichen und bestimmenden Element in der Landschaft und in den Kommunen machen, das ist die ehrgeizige Zielsetzung des Regionale-Projektes des Märkischen Kreis, auf dessen Gebiet es immerhin rund 223 Kilometer Bach- und Flussläufe gibt. Der Hochwasserschutz ist dabei, neben den ökologischen Aspekten, ein wichtiges Anliegen. Auch auf Meinerzhagener Stadtgebiet soll es im Rahmen des Regionale-Projektes an anderer Stelle noch weitere Maßnahmen geben. Das heute war ein nur kleiner, aber immerhin der erste konkrete Schritt. ▪ -fe

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