Regionale 2013: Warten auf den dritten Stern

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Ortslage Heiligenberg: Ohne größere Baumaßnahmen entweder im Böschungsbereich linkseitig in Richtung Windebruch oder an der Uferseite der Lister, geht nichts. J

MEINERZHAGEN ▪ In der vergangenen Woche wurden zwei weitere Projekte der Regionale 2013 durch den Regionale-Ausschuss mit dem begehrten, dritten Stern versehen. Diese „Auszeichnung“ ist die zwingende Voraussetzung dafür, dass die Projektideen in die Realität umgesetzt werden können.

Mit der Umsetzung ihrer Projekte können nunmehr die Akademie Bad Fredeburg, hier soll das „Südwestfälische Musikbildungszentrum“ entstehen und die Arbeitsgemeinschaft historische Stadt- und Ortskerne beginnen. Zu dieser AG gehören elf Kommunen, unter anderem auch Arnsberg, Siegen, Werl und Bad Berleburg.

Unter dem Titel „Märkte in Südwestfalen – Miteinander Handeln“ wollen die kooperierenden Städte ihre historischen Stadt- und Ortskerne wieder beleben und zu Orten der Begegnung und Kultur herrichten.

Das Projekt Naturerlebnisgebiet Biggesee-Listersee, in dem sich die Städte Olpe, Attendorn, Drolshagen und Meinerzhagen um eine sinnvolle touristische Nutzung dieser Region in vielfältigster Form bemühen, ging leider bei der „Sternenvergabe“ leer aus.

Ein Umstand, der auch im Zusammenhang mit der Sanierung der Fahrbahnoberfläche der Landstraße 707 entlang der Lister, eine nicht unerhebliche Bedeutung haben könnte.

Denn einbezogen in die Projektideen ist auch die Anlegung eines Geh- und Radweges. Dieser wird von den Anliegern der Strecke bereits seit Jahren zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer gefordert (MZ berichtete mehrfach). Wegen der Planung dieses Weges, war die Sanierung in 2010 zurückgestellt worden.

Von einer möglichen Realisierung des Regionale-Projektes, sollte ein „besonderer Schub“ für den Bau des Geh- und Radweges ausgehen.

Auf Nachfrage der MZ zerstreute Andre’ Dünnebacke -er ist bei der Südwestfalen Agentur für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig- mögliche Bedenken, dass der dritte Stern ausbleiben könnte.

„Wir haben für die nächste Sternenvergabe im Frühjahr 2012 angepeilt, dem Projekt Naturerlebnisgebiet Biggesee-Listersee den dritten Stern zu vergeben. Damit könnte die Umsetzung dann starten“. Aber auch wenn der dritte Stern noch länger auf sich warten lassen oder doch nicht vergeben würde, der Geh- und Radweg an der Lister kommt auf jeden Fall.

Diese positive Nachricht erhielt die MZ auf Nachfrage von Karl-Hermann Metz. Er betreut beim Landesbetrieb Straßen NRW, Niederlassung Siegen, die Maßnahme. „Wir haben unsere Planungen für einen Geh-und Radweg für die Strecke von der Ortslage Eichen bis nach Hunswinkel, nebst der Kostenermittlung, bis zum Frühjahr 2012 abgeschlossen. Danach werden die vorbereitenden Maßnahmen für die Straßenoberflächenerneuerung und die Anlegung des Radweges eingeleitet“.

Gemeint sind damit die üblichen Ausschreibungs- und Vergabeverfahren für ein Auftragsvolumen, das alleine für die Deckenerneuerung rund 700 000 Euro betragen wird. Die Kosten für den geplanten Geh- und Radweg dürften um noch einmal das Doppelte höher liegen.

„Die Mittel stehen grundsätzlich für beide Maßnahmenteile zur Verfügung. Wir haben uns aber entschieden, den Geh- und Radweg abschnittsweise zu bauen“, so Karl-Herrmann Metz.

Der Grund hierfür ist einleuchtend. Da die Möglichkeiten zur Anlegung des Weges entlang der L707 unterschiedliche „Schwierigkeitsgrade“ aufweist, sollen zunächst die „einfacheren Abschnitte“ zusammen mit der Deckenerneuerung angelegt werden. Dazu zählen unter anderem Streckenabschnitte in der Ortslage Eichen und Windebruch. Hier ist neben den eigentlichen Fahrbahnflächen in deren Randbereichen ausreichend Platz vorhanden, um einen kombinierten Geh- und Radweg anzulegen.

Parallel dazu werden die problematischen Streckenabschnitte, wie der Bereich am Heiligenberg oder in Hunswinkel, weiter überplant und machbare Lösungen gesucht. „Wir halten es nicht für zielführend, wenn wir jetzt bis ins letzte Lösungsdetails planen und dann erst mit der Umsetzung beginnen würden“, erläutert der Fachmann vom Landesbetrieb. Dabei weist er besonders daraufhin, dass bei einer derartigen Vorgehensweise auch noch erhebliche Zeit vergehen würde. Genau diese Zeit fehlt in Bezug auf den Fahrbahnzustand der L 707 aber schon seit mindestens zwei Jahren. Es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeit und auch keines Ingenieurstudiums um vorhersagen zu können, dass nach dem kommenden Winter die „Schlaglochpiste L707“ entlang der Lister höchstens für Motocrossfahrer interessanter geworden sein dürfte.

Von Jochen Jürgen Helmecke

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