Regionale 2013: Millionen für einen Aufzug

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So soll sie einmal aussehen, die geplante Aussichtsplattform der Schanze.

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ „Es war uns schnell klar, dass wir keine isolierten Konzepte haben wollten.“ Meinerzhagens Bürgermeister Erhard Pierlings brachte auf den Punkt, was seine Kollegen Frank Emde (Kierspe), Dr. Bernd Eicker (Halver) und Jörg Schönenberg (Schalksmühle) nickend bestätigten. Es ging dabei um das Förderprogramm des Landes, die Regionale 2013.

Ihr gemeinsames Projekt „Oben an der Volme“ stellten die vier Bürgermeister am Donnerstag in der Meinerzhagener Stadthalle vor (wir berichteten) – und das hatte es in sich.

Immer wieder betonten alle vier Verwaltungschefs, dass nur gemeinsames Handeln Sinn mache, auch über die Regionale hinaus. Dr. Eicker machte in der Informationsveranstaltung in der Stadthalle allen knapp 100 anwesenden Bürgern klar, dass ein Zusammenschluss von 70 000 Menschen mehr Möglichkeiten eröffne, als das der Fall sei, wenn jede der vier Städte für sich aktiv werde. Das bestätigten auch Hans-Joachim Hamerla und Jutta Gruß-Rink vom gleichnamigen Architektur, Stadtplanungs- und Stadtentwicklungs-Büro in Düsseldorf. Sie haben für die vier Kommunen die Planung des gemeinsamen Projektes übernommen und beide waren am Donnerstag auch nach Meinerzhagen gekommen.

„Die Regionale hat keinen eigenen Topf mit Fördermitteln. Verschiedene Töpfe werden bei der Regionale gezielt in einer Region des Landes eingesetzt. Und das ist 2013 Südwestfalen“, erläuterte Hartmut Welters, der die Regionale-Agentur am Donnerstag in der Stadthalle vertrat. „Zentrale Aufgabe ist eine Verbesserung der Lebensqualität. Ich hoffe und glaube, dass sie bisher einen guten Weg eingeschlagen haben“, bescheinigte er den vier Bürgermeistern.

Bis es allerdings zur Realisierung einzelner oder gar aller Projekte kommt, müssen noch einige Hürden genommen werden. Bislang wurde „oben an der Volme“ von der Regionale-Jury ein Stern verliehen – erst nach Vergabe des dritten Sternes könnten die Planungen umgesetzt werden. Wie das alles finanziert werden soll, ist allerdings noch völlig offen. Darüber wird diskutiert, wenn der dritte Stern vergeben ist.

Ein zentraler Punkt der städteübergreifenden Planungen ist die Volmetalbahn. Dazu nahm Jörg Schönenberg am Donnerstag Stellung. Sein Vortrag trug den vielsagenden Titel „Bahnlinie – Mobilität, Aufwertung der Bahnhofsumfelder“. Schönenberg beleuchtete die Zusammenhänge in Sachen „Bahn“: „Mangelnde Mobilität ist ein Manko für junge Leute. Der Ausbau der Schiene ist wichtig, unsere Region ist einmal stark geworden durch die Bahn und die B 54. Wir brauchen eine durchgehende Verbindung von Köln nach Hagen“, forderte er. Dann müssten natürlich auch die Bahnhofe im oberen Volmetal „belebt“ werden. „Sicherheit, Sauberkeit, Geschäfte und Barrierefreiheit“, benannte Schönenberg die für ihn wichtigsten Punkte. Auch das sind Aspekte der Regionale-Planungen der vier Kommunen.

Natürlich beinhaltet der Regionale-Projektantrag der vier Kommunen auch so genannte „Leuchtturm-Projekte“ mit großer Strahlkraft auch über die Grenzen des oberen Volmetales hinaus. Dazu zählen der geplante Umbau der Meinhardus-Schanze und der Freizeitpark, der in Kierspe am Bahnhof entstehen soll (wir berichteten). Bei letztgenanntem Vorhaben gibt es bislang wenig Konkretes zu berichten, was das Angebot dieser Einrichtung angeht. Die neue Schanze allerdings gibt es schon – zumindest als Fotomontage. Das Projekt, das vorsichtig geschätzt etwa zwei Millionen Euro kosten wird, sieht vor, einen Aufzug und eine Aussichtsplattform einzubauen. Der Projektname lautet „Balkon zum Sauerland“.

Ein Radweg entlang der Volme (geschätzte Kosten 3 300 000 Euro), ein Weg für Skater, die Kulturachse „Art Volmetal“ mit Galerien in allen vier Städten, Revitalisierung der Volme, neue Nutzungen und Aufwertung alter Industrieanlagen – das sind einige weitere Punkte, die im Projektantrag enthalten sind.

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