Die Bahn verspricht: Die RB25 wird pünktlicher

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Die Regionalbahn fährt in den Meinerzhagener Bahnhof ein. Noch müssen sich dort die Fahrgäste mit einem hölzernen Behelfsbahnsteig abfinden.

Meinerzhagen - In den heimischen Bahnhof stecken Politiker, Betriebe und auch viele Bürger große Hoffnungen – soll er doch den Wirtschaftsstandort Meinerzhagen stärken und für Berufspendler und Studierende, wie auch für Touristen die Region mit Städten wie Köln und später einmal Lüdenscheid verbinden. Verspätungen und Zugausfälle stellten derzeit allerdings für viele Reisende oft ein Ärgernis dar. Die Bahn hingegen sieht kaum noch Probleme und gibt ihren Kunden obendrein ein Pünktlichkeitsversprechen.

Der RB25 soll Meinerzhagen mit den Städten Köln und in ein paar Jahren Lüdenscheid verbinden. Damit soll der Wirtschaftsstandort gestärkt werden. SPD-Landtagsabgeordneter Gordan Dudas (rechts) schaute bei voller Fahrt nach dem Rechten.

Von Martin Meyer

„In ein bis zwei Wochen wird es auf der Linie der RB25 keine Verspätungen mehr geben“, sagt Dirk Helfert, Leiter des Verkehrsbetriebs Rheinland. Momentan liege die Bahn in Meinerzhagen bei einer Pünktlichkeit von knapp unter 90 Prozent. Man wolle aber eine 95-prozentige Zuverlässigkeit erreichen, so der Bahnvertreter. „Mir ist sehr daran gelegen, dass die Probleme gelöst werden. Ich denke, die Bahn ist auf einem guten Weg, die Kinderkrankheiten auf der Strecke und mit den neuen Triebwagen zu beseitigen“, betont der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas, der sich am Mittwoch im laufenden Fahrbetrieb das seit Ende Juli eingesetzte neue schadstoffarme Zugmodell „LINT“ der Firma Alstom vorstellen ließ. „Ich habe einen sehr kurzen Draht zur Bahn. Bei Schwierigkeiten werde ich direkt nachfragen“, verspricht der Sozialdemokrat.

Dirk Helfert verspricht: Die RB25 wird pünktlicher.

Pünktlich um 13.56 Uhr traf am Mittwoch der Zug am Meinerzhagener Behelfsbahnsteig ein, der den NRW-Politiker und zahlreiche Vertreter von DB-Regio durch das Oberbergische Land nach Engelskirchen bringen sollte. Mit einem deutlich hörbaren Signalton öffneten sich die großen Türen und die glänzenden Trittstufen fuhren heraus. „Beim Einsteigen ist mir die hohe Deckenhöhe, die Geräumigkeit der Waggons und die Laufruhe aufgefallen“, meint Gordan Dudas. Damit ist der Lüdenscheider SPD-Mann nicht der einzige – „wir haben bei vielen Fahrgästen einen Kathedral-Effekt festgestellt. Sie bleiben im Einstiegsbereich stehen und schauen nach oben“, berichtet Dirk Helfert. Die Pannen beim Schließen der Türen sollen bis Ende der Woche behoben sein, so der Bahnverantwortliche: „Jeden Tag wurde einer der 15 neuen Züge vom Hersteller erneut kontrolliert.“ Akute Probleme im Ablauf sieht Helfert nun nicht mehr: „Es gibt immer anfängliche Probleme, Technik und Mitarbeiter müssen zusammenwachsen. Doch nach gut drei Wochen im Dauerbetrieb sind wir nicht mehr in der Eingewöhnungsphase.“

Bei der Konstruktion des neuen Triebwagens wurde Wert auf eine hohe Deckenhöhe, Geräumigkeit und Sicherheit gelegt.

Bei der Konstruktion der Züge habe man großen Wert auf Barrierefreiheit, ein angenehmes Raumgefühl, Komfort und Sicherheit für die bis zu 300 Fahrgäste gelegt, erklärt der Verkehrbetriebsleiter. Der rund 80 Meter lange Innenraum des „LINT“-Zuges ist mit zahlreichen Videokameras und Notruf-Sprechanlagen ausgestattet. Zudem, davon überzeugte sich der Landtagsabgeordnete Dudas während der Fahrt durch Marienheide, Gummerbach, Dieringhausen und Ründeroth, verfügen die Triebwagen über digitale Info-Tafeln für die Fahrgäste. Diese enthalten derzeit allerdings noch alte Datensätze – erst ab Dezember soll dort der Fahrplan mit den kompletten Informationen vorhanden sein.

Nach einer halben Stunde Aufenthalt in Engelskirchen ging es zurück ins Volmetal. Die Rückfahrt erfolgte im Führerstand mit Blick auf alle Instrumente und Kontrollleuchten. Planmäßig um 15.56 Uhr erreichte der Zug den Meinerzhagener Bahnhof – trotz zahlreicher Fehlermeldungen, die neben dem Zugführer aufblinkten, und eines Zwangsstopps mit Vollbremsung wegen eines falschen Signals nach der Abfahrt in Engelskirchen.

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