Region profitiert von einer starken Sparkasse

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Wolfgang Opitz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen und sein Vorstandskollege Roman Kappius (rechts) nahmen im Rahmen eines Pressegesprächs zum Weltspartag 2011 auch Stellung zur aktuellen Situation. J

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ Der Weltspartag findet in diesem Jahr in finanzpolitisch überaus turbulentem Zeiten statt. Im Rahmen eines Pressegesprächs zeigten sich die Vorstandsmitglieder der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, Wolfgang Opitz und Roman Kappius, trotz sich häufender Hiobsbotschaften zuversichtlich, „dass der Politik in Sachen Euro-Krise der entscheidenden Befreiungsschlag gelingen wird“, so wörtlich. Deutschland und Frankreich dürften hierfür die Federführung übernehmen.

„Ich rechne damit, dass wir spätestens im November Klarheit über den künftigen Kurs haben werden, so Wolfgang Opitz. Er verhehlt dabei nicht die, so wörtlich, „historische Dimension“ der zu lösenden Krise.

„Die Finanzwelt muss quasi neu geordnet werden.“ Deutliche Kritik wird seitens der heimischen Sparkassen-Repräsentanten an den Banken geübt, „die ohne eigenes Geschäftsmodell und ohne eigene Kundenbasis mit immer wieder neuen Produkten im Investmentbanking ausschließlich auf Gewinnmaximierung aus sind und die vermutlich erneut nur mit Steuergeldern zu retten sein werden.“

Dazu die eindeutige Ansage des Vorstandsvorsitzenden der heimischen Sparkasse: „Solche Banken brauchen wir eigentlich nicht!“

Gerade die Sparkassen haben sich mit ihrer soliden Basis mit Bezug auf ihre regionalen Geschäftsbezirke und ihre einsteige Kundenorientierung sozusagen als „Felsen in der Brandung“ erwiesen. Das lässt sich auch ablesen an den Daten und Fakten, die der Vorstand der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen für das noch laufende Geschäftsjahr 2011 vorlegen kann.

„Wie es aktuell aussieht, können wir auch in diesem in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Jahr ein gutes geschäftliches Ergebnis erwarten“, konstatierten die beiden Vorstandsmitglieder im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung. In vielen Geschäftsfelder konnten die guten Erfolge des vergangenen Jahres nach ihren Angaben sogar noch weiter gesteigert werden.

Kreditgeschäft

Die Sparkasse hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres weiter vom Konjunkturaufschwung profitiert. Insgesamt wurden im bisherigen Jahresverlauf über 47 Millionen Euro an neuen Krediten und Darlehen bewilligt, so dass sich das Kreditvolumen auf 485 Mio. Euro erhöhte. „Als größter Finanzpartner der heimischen mittelständischen Unternehmen konnten wir häufig zinsgünstige öffentliche Fördermittel mit in das Gesamtkonzept einer Investitionsmaßnahme integrieren. Über 11 Mio. Euro neue öffentliche Fördermittel zeigen, dass es nach wie vor möglich ist, äußerst zinsgünstige Finanzierungsmittel vom Land für Investitionen zu erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Kreditbewilligungen in diesem Segment verdoppelt“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Opitz.

Hier zeige sich einmal mehr, dass der konjunkturelle Aufschwung, der bereits 2010 einsetzte, auch vor Ort deutlich angekommen ist „Viele heimische Unternehmer investierten zudem in neue Maschinen und sehr häufig auch in energieeffiziente Maßnahmen. Dadurch hat sich das geschäftliche Kreditvolumen um 6,8 Prozent auf über 228 Mio. Euro ausgeweitet“, informiert Opitz.

Die Dynamik des Konjunkturaufschwungs werde sich nach Einschätzung der Sparkasse in den kommenden Monaten sicherlich ein wenig abschwächen. Das Hauptrisiko für die weitere Entwicklung dürfte im Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise liegen. Die steigenden Erzeugerpreise könnten sich dann im Verbraucherpreisniveau niederschlagen.

Ein zusätzlicher Inflationsdruck entstehe durch die anhaltende expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

Vermögensbildung

Viele positive Impulse gab es auch in der Vermögensbildung der Sparkassenkunden, denn deren Gesamtvermögen wuchs in diesem Jahr um rund 5,5 Mio. Euro auf über 425 Mio. Euro. Während in den vergangenen Jahren häufig Gelder auf Geldmarkt- und Termingeldkonten „geparkt“ wurden, entschieden sich in der ersten Jahreshälfte 2011 viele Anleger für eine längerfristige Form. „Es zeigt sich, dass auch unsere mittel- und langfristigen Sparprodukte mit höheren Zinsen auf großes Interesse stießen. Speziell die Sonderkonditionen des ,Bürgersolarbriefes‘ oder des ,RegioBriefes Umwelt Plus’ fanden viele Abnehmer, denn hier kam neben den hohen Zinsen auch noch ein Umweltaspekt hinzu“, informiert Opitz.

Von Horst vom Hofe

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