Reger Handel mit scharfen Waffen

Seit gestern steht ein 54-jähriger Meinerzhagener vor dem Landgericht Hagen.

MEINERZHAGEN ▪ Seine Vorliebe für Schusswaffen brachte einen 54-jährigen Meinerzhagener jetzt vor das Landgericht Hagen. Hier muss sich der Mann seit gestern wegen mehrfacher Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten.

Der Angeklagte soll zur Sicherung seines Lebensunterhalts ein umfassendes Waffenarsenal erworben, und regen Waffenhandel betrieben haben. Dabei soll der 54-Jährige Dekorationswaffen durch Austausch der Waffenläufe in scharfe Waffen umgebaut haben. Im Dezember 2009 hatte er laut Anklage in Meinerzhagen eine Pistole Olympia Kaliber 22 mit Magazin, sowie eine als Kriegswaffe eingestufte Maschinenpistole Scorpion mit Schalldämpfer und Magazin an einen gesondert Verfolgten verkauft. Als Kaufpreis soll er eine Summe in Höhe von 2500 Euro kassiert haben. Nach seiner Festnahme am 20. Mai waren Polizeibeamte in der Wohnung des Angeklagten auf zahlreiche Pistolenläufe, einen vom Kriegswaffenkontrollgesetz erfassten Lauf eines Sturmgewehrs, zwei Einzelladerwaffen, fünf halbautomatische Selbstladepistolen, zwei vollautomatische Waffen, diverse erlaubnispflichtige Waffenteile sowie auf 1250 Patronen scharfe Munition gestoßen.

54-Jähriger zeigt sich

zum Teil geständig

Vor Gericht zeigte sich der Mann gestern teilweise geständig. Er gab an, seine Kindheit in einer Kaserne verbracht zu haben. Bereits sein Vater und Großvater hätten Waffen gesammelt, und so sei auch er schließlich dieser Leidenschaft verfallen. Was die Vorwürfe gegen ihn anbelangten, so räumte er ein, dass ihm die in seiner Wohnung sichergestellten Gegenstände auch wirklich gehörten. Auch gab er zu, Waffen übers Internet verkauft zu haben. Bezüglich des Verkaufs im Dezember stellte er sich selbst allerdings nur als Geldgeber dar. Er erklärte, dass er einen 35-Jährigen Mann aus Lüdenscheid getroffen habe. Ihm habe er 1500 Euro geliehen. Von dem Geld habe der Lüdenscheider einem Bekannten zwei Pistolen abgekauft, und sie dann für 2500 Euro an einen 57-jährigen Fliesenleger weiterverkauft. Der sei jedoch kurze Zeit nach dem Deal auf den Angeklagten zugekommen, und habe eine der beiden Waffen reklamiert.

Da der Meinerzhagener nicht in der Lage gewesen war, dem 57-Jährigen den Kaufpreis zu erstatten, habe er ihm ersatzweise, gegen eine Zahlung von 300 Euro, eine unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallende Maschinenpistole der Marke Scorpion angeboten.

35-jähriger Lüdenscheider

bestätigt Version nicht

Diese Version wurde vom 35-jährigen Lüdenscheider allerdings nicht bestätigt. Der gab an, gar nichts mit dem Geschäft zu tun gehabt zu haben. „Ich habe die beiden nur miteinander bekannt gemacht, mehr nicht“, so der Lüdenscheider gestern. Er war es auch, der den Polizeibeamten später bei der Organisation eines Scheingeschäfts geholfen hatte, was schließlich zur Festnahme des Angeklagten geführt hatte.

Der Käufer der beiden Waffen berichtete am gestrigen Montag, dass der Angeklagte bei dem Treffen durchaus mit über den Preis verhandelt habe. „Er wollte erst 3000 Euro, dann haben wir uns auf 2500 geeinigt“, so der 57-Jährige Fliesenleger.

Am heutigen Dienstag geht der Prozess in die nächste Runde. Möglicherweise soll es dann sogar schon das Urteil geben. ▪ jape

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