Regenmassen auch an der Volme

„Bernd“ verschont Meinerzhagen weitestgehend- Feuerwehr hilft in Altena und Kierspe

Die Volme an der Stadthalle
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Die Volme am Mittwochnachmittag an der Stadthalle: Die Renaturierung in diesem Bereich bietet dem Fluss nun ausreichend Platz, um auch bei Starkregenereignissen nicht übers Ufer zu treten.

„Bernd“ sorgt in Teilen des Märkischen Kreises für katastrophale Zustände - in Meinerzhagen hat das Unwettertief am Mittwoch zunächst keine großen Schäden verursacht. Aber: Die Feuerwehr ist für den Ernstfall gerüstet, wie Wehrleiter Christian Bösinghaus betont.

Meinerzhagen - Gewitter und heftige Regengüsse – auch im Sommer keine Seltenheit. Ebenso wenig wie entsprechende Warnungen vor Unwettern. Dass sogenannte Starkwetterlagen zunehmen, bestätigt auch Meinerzhagens Stadtbrandinspektor Christian Bösinghaus – und er wurde gestern bestätigt. Immerhin: Auch die extremen Regenmengen, die das Unwettertief „Bernd“ seit Mittwochmorgen bringt, haben in Meinerzhagen zunächst zu keinen größeren Schäden geführt.

Am späten Nachmittag wurde ein Wasserschaden gemeldet - außerdem richtete die Feuerwehr Meinerzhagen einen sogenannten Meldekopf ein, um für Lagen im eigenen Stadtgebiet schnellstmöglich Hilfe zur Verfügung stellen zu können.

22 Einsatzkräfte nach Altena entsendet

Weitaus dramatischer als in Meinerzhagen entwickelte sich die Lage am Mittwoch in Altena: Am frühen Nachmittag wurde die Stadt abgeriegelt. Zum einen benötigten die Einsatzkräfte alle Rettungswege, zum anderen bestand eine akute Gefahr für den Verkehr durch die großen Wassermengen auf den Straßen. Am Nachmittag rückte daher ein kompletter Zug mit 22 Einsatzkräften der Meinerzhagener Feuerwehr aus, um ihre Altenaer Kameraden bei der Bekämpfung der Wassermassen zu unterstützen. Die Löschgruppe Lengelscheid wurde zusätzlich in Kierspe zur überörtlichen Unterstützung eingesetzt.

Dass vor Gefahren, beispielsweise bei Stürmen oder Gewittern, gewarnt wird, ist gut. Dennoch sieht der Feuerwehrchef die Häufung dieser Nachrichten auch konträr: „Wird immer wieder auf ,möglichen’ Gefahren hingewiesen, werden diese Warnungen vielleicht irgendwann nicht mehr ernst genommen“, befürchtet er. Gleichwohl komme es immer häufiger zu eben jenen Starkwetterlagen, die zu diesen Warnungen führen. Unwetter dieser Art mit heftigen Regengüssen und Gewittern seien „absolut lokal und punktuell“, so die Beobachtungen des Wehrleiters. Dass es einem Ortsteil schüttet wie aus Kübeln, im anderen dafür nur etwas tröpfelt – keine Seltenheit.

Klare Regelungen für drohende Unwetterlagen

Wie geht die Feuerwehr mit diesen Wetterphänomen um? Besondere Maßnahmen werden vor drohenden Regengüssen oder Gewittern nicht getroffen, sagt Bösinghaus. Anders sei es, wenn genauer abgesehen werden könnte, dass lokale Unwetter – in welcher Form auch immer – Auswirkungen haben könnten. „Das Prinzip funktioniert gut bei der Feuerwehr.“ Die Kreisleitstelle nehme Kontakt mit dem Meteorologen vom Dienst des Deutschen Wetterdienstes auf „und wir erhalten dann sehr dezidierte Informationen des Kreisbrandmeisters, ob es uns erwischen könnte.“

Anfang sei dies in Meinerzhagen beispielsweise der Fall gewesen. Da sei die Wehr auf starke Witterungseinflüsse hingewiesen worden. In der Volmestadt habe man daraufhin überprüft, ob das System „Meldekopf“ einsatzbereit wäre. „Alles in allem war das sozusagen eine Vorstufe.“ Ein „Meldekopf“, wie er am späten Nachmittag dann auch besetzt wurde, dient bei größeren Ereignissen als zentrale Koordinierungs- und Kommunikationsstelle der Feuerwehr. „Er wird eingerichtet, wenn absehbar oder erwartbar ist, dass es eine große Anzahl an Einsätzen geben wird oder eine große Fläche betroffen sein könnte“, erklärt der Stadtbrandinspektor.

Wir sind immer einsatzbereit.

Christian Bösinghaus, Wehrleiter

Generell aber gilt für die Feuerwehr: „Wir sind immer einsatzbereit“, betont Bösinghaus. Wenn bei Regengüssen wie zuletzt dann doch mal Keller mit Wasser überschwemmt werden, ist das ärgerlich für die Anwohner, „aber uns schockt ein vollgelaufener Keller nicht“. Schwerwiegende Folgen können jedoch nicht nur Regenmassen haben, auch Gewitter bergen ein Gefahrenpotenzial. Erst im Juni war in ein Haus am Grünenbecker Weg ein Blitz eingeschlagen und hatte hier deutliche Spuren hinterlassen. Nur wenige Tage später traf es ein Haus in Schalksmühle. Hier geriet dadurch sogar der Dachstuhl in Brand. Schadenszenarien wie diese seien statistisch betrachtet allerdings eher selten. Mehr Befürchtungen müsse es dafür bei weiteren drohenden Folgen geben, wie beispielsweise Hagelschäden.

Kurioser Blitzeinschlag in Rinkscheid

Dennoch sorgte ein Gewitter in den vergangenen Tagen für einen weiteren fast kuriosen Einsatz in Rinkscheid. Ein Blitz hatte hier in einen Baum eingeschlagen. Normalerweise würden Bäume dann gespalten und brechen auseinander. Das war in Rinkscheid allerdings nicht so. Der Baum sei nicht geborsten, berichtet Bösinghaus. Stattdessen habe sich in seinem Inneren über einen gewissen Zeitraum ein Schwelbrand entwickelt. „In sich geschlossen“ habe der Baum gebrannt. Gemeldet wurde der Feuerwehr ein „kleiner Waldbrand“ – „das war es im Prinzip ja auch“, meint der Wehrleiter. Der Baum sei von den Einsatzkräften gefällt und gelöscht worden.

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