Nach dem Starkregen

Biken im Wald? Zurzeit gefährlich!

Einige bei Mountainbikern beliebte Waldwege wurden auch auf heimischem Gebiet durch die Regenmassen verwüstet.
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Einige bei Mountainbikern beliebte Waldwege wurden auch auf heimischem Gebiet durch die Regenmassen verwüstet. Vorsicht ist geboten.

Spurlos vorbeigegangen ist der Starkregen auch an Meinerzhagen nicht – 20 Feuerwehreinsätze, meist vollgelaufene Keller, musste die Feuerwehr an jenem Mittwoch „abarbeiten“. Doch in den Tagen danach zeigten sich weitere Schäden. Diesmal nicht an und in Gebäuden, sondern in der Natur.

Meinerzhagen – Waldwege wurden ausgespült, Bäche traten über die Ufer und richteten im Forst Schäden an der Infrastruktur an. „Die Wege waren durch die Abfuhr des Borkenkäfer-Holzes ohnehin schon arg geschädigt. Und der Starkregen kam dann noch hinzu“, beschreibt der Valberter Förster Markus Gumpricht vom Landesbetrieb Wald und Holz.NRW. Um die abgestorbenen und danach gefällten Fichten weiterhin aus dem Wald zu bekommen, seien einige Notreparaturen an den Wegen erforderlich gewesen, fügt er hinzu.

Weniger Schäden als im Nordkreis

Insgesamt zeichnet der Experte aus dem Forstbezirk Märkisches Sauerland allerdings ein wenig dramatisches Bild: „Bei uns sind einige Wege ausgeflossen. Steinmaterial hat sich hangabwärts bewegt und auf manchen Wegen zeigen sich tiefe Rillen. Aber die Lage ist hier nicht so schlimm wie im nördlichen Märkischen Kreis.“

Dem stimmt auch sein Kollege Matthias Borgmann aus dem Forstbezirk Beckerhof zu: „Die Wegeschäden summieren sich in meinem Zuständigkeitsbereich auf etwa 30 000 Euro. Damit reparieren wir beispielsweise Auswaschungen. Aber die Wege waren schon vorher nicht im eigentlich gewohnten Optimalzustand. Insgesamt sind wir sicherlich mit einem blauen Auge davongekommen.“

Warnung an Mountainbiker

Die beiden heimischen Forst-Experten richten allerdings eine Warnung besonders an Mountainbike-Fahrer: „Auch nach unserer ersten Bestandsaufnahme kann es noch möglich sein, dass sich die ein oder andere Gefahrenstelle zeigt, an der man – wenn man zu schnell unterwegs ist – , stürzt“, glaubt Matthias Borgmann. Markus Gumpricht ergänzt: „Wenn ich mit Karacho den Berg hinabfahre, wäre es fatal, wegen einer solchen Ausspülung zu stürzen. Und diese Gefahr besteht wohl im gesamten Meinerzhagener Bereich.“

Das hat auch der Landesbetrieb Wald und Holz.NRW erkannt und informiert: „Tief Bernd hat mit seinen gewaltigen Regenmassen auch zahlreiche Waldwege zerstört. Vor allem in den südlichen und westlichen Landesteilen Nordrhein-Westfalens, der Eifel, dem Sieger- und Sauerland sind viele Wege unpassierbar.“

Gefahrenstellen oft schlecht einsehbar

Eine besonders hohe Gefahr bestehe in der Tat für Radfahrer, die im Wald relativ schnell unterwegs seien: „Gefahrenstellen, wie komplett weggespülte Wege oder tiefe Löcher, liegen oft schlecht einsehbar hinter Kurven. Auch Wanderer, Reiter und Jogger müssen in den nächsten Wochen mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen. Da an zahlreichen Stellen Wege komplett weggespült wurden, sind lieb gewonnene Spazierrunden oft nicht mehr möglich. Im weit verzweigten Wegenetz der Wälder haben die Försterinnen und Förster in den vergangenen Tagen sehr viele, aber längst noch nicht alle Schäden, gefunden. Wo immer möglich, bringen sie Warnhinweise oder Sperrungen an“, heißt es in einer Beurteilung der Lage.

Der Landesbetrieb Wald und Holz.NRW weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Waldbesucher sich generell auf eigene Gefahr in den Wald begeben würden. Mit waldtypischen Gefahren, wie umstürzenden Bäumen, herabfallenden Ästen oder unpassierbaren Wegen müsse jederzeit gerechnet werden. „Der Wegezustand wird sich nach aktueller Lage in den nächsten Wochen nicht gravierend ändern“, heißt es abschließend.

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