Petra Crone spricht mit Pflegekräften

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Etwa 40 Besucher sprachen über ihre Sorgen bezüglich der neuen Reform der Pflegeausbildung.

Meinerzhagen - In Kürze kommt ein neues Gesetz zur Reform der Pflegeausbildung auf den Plan, in dem im Wesentlichen die drei Bereiche Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zu einer Ausbildung zusammengelegt werden. Petra Crone MdB (SPD) stellte am Montag das neue Gesetz in der Stadthalle vor und diskutierte im Anschluss mit rund 40 anwesenden Pflegekräften.

Petra Crone ist Mitglied des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Darin kümmere sie sich auch um Seniorenpflege und den demografischen Wandel. Aufgrund des bundesweiten Fachkräftemangels und des steigenden Bedarfs sei es umso wichtiger, die Attraktivität und die Qualität der Ausbildung zu verbessern. Die zusammengefasste Ausbildung benötige dann zudem eine neue Berufsbezeichnung, etwa Pflegefachmann-/frau oder Pflegefachkraft.

Neben der klassischen dreijährigen Ausbildung werde es auch die Möglichkeit einer Teilzeitausbildung (fünf Jahre) und einer dualen Ausbildung mit Bachelorabschluss geben. Insgesamt werde es rund 2500 praktische Stunden während der Ausbildung geben, 50 Prozent davon müssen in dem Betrieb absolviert werden, wo der Azubi seinen Ausbildungsvertrag unterschreibt. Die Gesamtkosten der Reform belaufen sich auf rund 2,7 Milliarden Euro. Mehrkosten von 350 Millionen Euro, etwa für eine bessere Ausstattung der Schule, sowie eine Verwaltungspauschale von 16,8 Millionen Euro und 15 Millionen Euro für Beratung und Forschung kommen hinzu.

Die Finanzierung war einer der umstrittenen Punkte gestern. Das neue Gesetz sei eine „Mogelpackung“, schließlich sei der Pflegebereich noch immer stark unterfinanziert und bislang gebe es lediglich Fördermittel für eine Ausbildung in der Krankenpflege, bemerkte eine Besucherin.

Andere meinten, dass es sich bei der Reform um ein „bildungspolitisches Experiment“ handele und man die verschiedenen Schwerpunkte in drei Jahren nicht anständig vermitteln könne. Es sei jedoch kein „Blindflug“, versicherte Crone und verwies auf bisherige Pilotprojekte.

Zudem müsse man „weg vom Tunnelblick“ und die sich bereits überschneidenden Ausbildungen besser zusammenführen. Auch ein Besucher, der der Reform positiv entgegen blickte, sagte: „Gemeinsamkeit ist die Grundpflege“. Wiederum andere sahen es kritisch, ob man „alles in einen Topf werfen muss“. Im Grunde begrüßten es die Besucher, dass etwas im Bereich der Pflege getan wird. Viele waren sich aber nicht sicher, ob die Zusammenlegung dieser teils unterschiedlichen Pflegebereiche der richtige Weg sei.

Immerhin waren sich alle in einem Punkt einig: Es geht darum, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, um so den Job an sich attraktiver zu machen, und langfristig gute Leute auszubilden.

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