Reaktivierung der Volmebahn beginnt

Zwischen Kierspe und Brügge (hier die Ortslage Grünenbaum) werden mit insgesamt rund 16. Millionen Euro die Bahngleise erneuert. Die Strecke wird damit fit gemacht für die jetzt konkret ins Auge gefasste Wiederaufnahme des Personenverkehrs. J

MEINERZHAGEN ▪ Auf der Volmebahnstrecke zwischen Brügge und Kierspe laufen zurzeit umfangreiche Gleisbauarbeiten. Mit rund 16 Millionen Euro wird die Strecke auch in diesem Bereich wieder tauglich gemacht für den Personenverkehr (wir berichteten). Parallel dazu wurden jetzt auch die Weichen für die Zukunft des Schienenpersonennahverkehrs gestellt.

Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hat in der vergangenen Woche den Nahverkehrsplan (NVP) als mittel- bis langfristige Grundlage für die Entwicklung des Nahverkehrs im Raum Westfalen-Lippe beschlossen. Dabei steht der schienengebundene Nahverkehr (SPNV) als Rückgrat des gesamten Nahverkehrs im Mittelpunkt.

Besonders erfreulich aus heimischer Sicht: Neben der für Dezember 2013 verbindlich vorgesehenen Verlängerung der Oberbergischen Bahn RB 25 nach Meinerzhagen ist die Fortführung dieser Linie bis Lüdenscheid jetzt wichtiger Bestandteil der Gesamtplanung. „Das Land NRW wird im Rahmen seiner Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, ob nach 2013 innerhalb des neuen Verkehrsvertrages der Lückenschluss bis Brügge realisiert werden kann“, heißt es dazu in einer aktuellen Pressemitteilung des Zweckverbandes NWL.

„Der NWL stellt sich mit diesem Nahverkehrsplan der Aufgabe, ein zuverlässiges, zukunftssicheres aber auch finanzierbares SPNV-Angebot bereit zu stellen und den Menschen in Westfalen eine Mobilität zu ermöglichen, die ihren Bedürfnissen gerecht wird“ erklärte der NWL-Verbandsvorsteher Dr. Hermann Paßlick. Eine maßvolle Ausdehnung des Leistungsangebotes im SPNV und der angestrebte Ausbau der Infrastruktur seien nur möglich, wenn der NWL-Anteil an den dazu notwendigen Förder–mitteln ausreicht bzw. erhöht werde. In den letzten zehn Jahren konnte durch Angebotsausweitung eine deutliche Steigerung der Fahrgastzahlen erreicht werden. Diese Entwicklung führt heute zu erhöhtem Druck, weitere Verbesserungen im SPNV zu erreichen.

Inhaltlich umfasst der NVP die gesamte Breite nahverkehrlich bedeutsamer Themen: Neben den Zielvorgaben für das Fahrplanangebot und den Anforderungen an die Infrastruktur der Strecken und Stationen, einschließlich der Reaktivierung von Strecken für den SPNV werden Aussagen zu Fahrzeuganforderungen, Tarif und Vertrieb sowie Fahrgastinformation getroffen.

Mit der Verabschiedung des NVP im NWL wurde eine verbindliche, aussagekräftige Planungsgrundlage für den Nahverkehr im Raum Westfalen-Lippe geschaffen und somit eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Mobilität in diesem Raum.

Unter anderem geht es um die folgenden Projekte:

RRX (Rhein-Ruhr-Express):

Weiterentwicklung des heutigen RE-Konzeptes zwischen der Rheinschiene/Ruhrgebiet und den Oberzentren in Westfalen ab Fahrplanjahr 2016 im Rahmen der Ausschreibungen der RE-Verkehre. Aufbau einer durchgängigen RE-Linie (Köln zum späteren Zeitpunkt) Düsseldorf – Dortmund – Hamm – Paderborn – Kassel (ab Hamm im Zweistundentakt unter Einbeziehung des Fernverkehrs). Langfristig Ausweitung des RE-Verkehrs nach Ausbau aller Infrastrukturmaßnahmen im Hauptkorridor Köln – Dortmund und dem zweigleisigen Ausbau der Strecke Lünen – Münster (neue RE-Linie Köln – Düsseldorf – Dortmund – Lünen – Münster). Wichtige Angebotsergänzungen im Rahmen der jetzigen Verkehrsverträge bzw. bei Neuausschreibung sind unter anderem: Taktverdichtung im Zulauf auf die Oberzentren Dortmund und Hagen auf der Hellwegbahn RB 59 Dortmund - Soest und Ruhr-Sieg-Bahn RB 91 Hagen – Iserlohn/Siegen. Ergänzungen in der Wochenendbedienung und in den Abendstunden z. B. Abendverkehre auf dem RE 7 und dem RE 57, Wochenendverkehr RE 13 Hagen - Hamm.

Von Horst vom Hofe

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