Volmetalbahn

Streckenreaktivierung 10 Millionen Euro teurer

Die Regionalbahn 25 fährt bislang nur von Köln bis nach Meinerzhagen, der Lückenschluss nach Lüdenscheid-Brügge lässt auf sich warten. - Archivbild: F. Zacharias

Volmetal - Die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Lüdenscheid-Brügge und Meinerzhagen wird offenbar deutlich teurer als geplant. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) sprach am Donnerstag von Mehrkosten in Höhe von mindestens 10 Millionen Euro. Wann genau die Züge wieder rollen werden, bleibt jedoch weiter unklar.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, trafen sich die Bürgermeister der Anlieger-Kommunen (Lüdenscheid, Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle), Landrat Thomas Gemke und Vertreter des NWL, der im Kreis für den Schienenpersonennahverkehr zuständig ist, am Mittwoch im Kreishaus, um von der Deutschen Bahn über den aktuellen Stand der Dinge informiert zu werden. Ergebnis des Treffens: Statt der zunächst angepeilten 20 Millionen Euro wird die Reaktivierung der Volmestrecke nun wohl mehr als 30 Millionen Euro kosten.

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Wer diese mehr als 50-prozentige Kostensteigerung übernehmen wird, sei derzeit Teil der Verhandlungen zwischen allen Beteiligten, erklärte NWL-Sprecher Uli Beele im Gespräch mit unserer Zeitung. Immerhin: „Dass die Verbindung aber wieder in Betrieb genommen wird, ist Konsens“, so Beele.

Besonders kostenintensiv sei die Leit- und Sicherungstechnik, durch die auch die Mehrkosten von circa 10 Millionen Euro entstünden, wie es am Donnerstag hieß. Insgesamt 19 Bahnübergänge erfordern einen erheblichen Aufwand zur Sicherung des kreuzenden Straßenverkehrs. „Die Bahn will Ingenieure nun nach alternativen technischen Lösungen suchen lassen“, erklärte Uli Beele. Offenbar gebe es hinsichtlich der Ausstattung an den Bahnübergängen „Spielräume“.

Keine Planung für jeden einzelnen Bahnübergang

Diese Spielräume erhoffen sich alle Beteiligten auch in bürokratischer Hinsicht. Es soll etwa geprüft werden, ob das sonst langwierige Planfeststellungsverfahren für jeden einzelnen Bahnübergang vermieden werden kann. Die Bahn wiederum soll bis zum kommenden Frühjahr Details zum genauen Zeitplan nennen. Einen entsprechenden Appell richtete Thomas Gemke als stellvertretender NWL-Verbandsvorsteher und Landrat an die Vertreter der Bahn. Auch das Land Nordrhein-Westfalen soll nun um Unterstützung gebeten werden. „Denn bekanntlich ist das Projekt mit hoher Priorität in die Gesamtverkehrsplanung des Landes NRW eingestellt“, heißt es vom NWL.

Dass es eine Lösung geben muss, daran besteht kein Zweifel, schließlich sind bereits mehrere Maßnahmen im Zuge der Reaktivierung geplant oder umgesetzt worden – wie etwa der Bahnhof in Meinerzhagen. Des Weiteren sollen auch die Bahnhöfe in Kierspe, Halver-Oberbrügge und Lüdenscheid-Brügge umgebaut werden. Auf der langen Liste der Maßnahmen steht außerdem unter anderem der Bau eines elektronischen Stellwerks. - Von Frank Zacharias

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