Lückenschluss auf der Bahnstrecke nach Lüdenscheid

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Das Band wird zerschnitten: Meinerzhagens Bürgermeister Jan Nesselrath, Guido Göldner (DB Netz-AG), Heiko Sedlaczek (Nahverkehr Rheinland), Thomas Gemke (Landrat und stellvertretender Verbandsvorsteher NWL), und Dieter Dzewas, Bürgermeister Lüdenscheid (von links).

Volmetal - Schluss mit Lücke: Seit Sonntag rollt die Bahn fahrplanmäßig auf der Strecke Meinerzhagen – Lüdenscheid. Damit gibt es nach 31 Jahren wieder einen durchgehenden Personenzugverkehr von Köln durch das Agger- und Volmetal bis Dortmund.

Die Reaktivierung der Bahnstrecke wurde am Samstag offiziell mit einer Sonderzugfahrt von Meinerzhagen nach Brügge gestartet. Im Brügger Feuerwehrhaus fand ein kurzer Festakt statt. 

Dichtes Gedränge im Schneetreiben herrschte vor Beginn der Sonderzugfahrt auf dem Bahnhof Meinerzhagen. Bürgermeister Jan Nesselrath begrüßte dort zahlreiche Gäste aus Bahnverwaltung, Wirtschaft und Politik. Hinzu kamen 50 Zeitungsleser, die sich bei einer Verlosung ein Ticket für die romantische Jungfernfahrt durch das verschneite Volmetal gesichert hatten.

„Hier wird ein Schienenweg reaktiviert, der die Städte und Gemeinden in unserer Region noch besser aneinander und an die Ballungszentren Richtung Rheinland und Ruhrgebiet anbindet“, betonte der Bürgermeister. Er verwies auf die Regionale 2013, in deren Projektierung die Reaktivierung ein Schwerpunkt zur Entwicklung der Region gewesen sei.

Die „Region oben an der Volme“, so Nesselrath, sei einschließlich des nahen oberbergischen Raums deutlich näher zusammengerückt. „Wir zeigen Profil. Und die Schiene schweißt uns jetzt noch weiter zusammen“, so Nesselrath, der anschließend mit seinem Amtskollegen Dieter Dzewas aus Lüdenscheid, Landrat Thomas Gemke, DB Netz-Vertreter Guido Göldner und Heiko Sedlaczek vom Nahverkehr Rheinland das Band für die Freigabe der Strecke durchschnitt.

Die zusätzliche Strecke zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid bedient die aus Köln kommende Regionalbahn 25. Damit verbindet die oberbergische Bahn stündlich Köln mit Meinerzhagen und fährt zweistündlich weiter über Brügge nach Lüdenscheid. In Brügge gibt es von der RB 25 Anschlüsse ohne lange Wartezeit zur Regionalbahn 52 nach Hagen/Dortmund. Bei dem Projekt arbeiten die Nahverkehrsverbände Rheinland (NVR) und Westfalen-Lippe (NWL) erstmals direkt zusammen.

Lückenschluss auf der Bahnstrecke Meinerzhagen-Lüdenscheid

Für die Verlängerung der Verbindung ab Meinerzhagen hat der NWL zusätzlich rund 163 000 Zugkilometer pro Jahr bestellt und finanziert. Diese Leistungen werden von der DB Regio NRW innerhalb des Verkehrsvertrages für das „vareo-Netz“ gefahren. Zum Einsatz kommen neue Dieseltriebwagen der Baureihe LINT 81 der Firma Alstom, die baugleich mit den bereits heute verkehrenden vareo-Fahrzeugen sind. 

Nach Fertigstellung weiterer Baumaßnahmen wird die RB 25 in absehbarer Zeit einen durchgehenden Stundentakt bis Lüdenscheid fahren. Taktung, Pünktlichkeit und Komfort, so der von den Bahnvertretern in einer Gesprächsrunde anlässlich der Eröffnung geäußerte Wunsch, sollen viele neue Kunden in die Regionalbahn bringen. Diese und weitere Themen schnitt Moderator Matthias Bongard beim Gespräch am Ziel der Sonderfahrt im Brügger Feuerwehrhaus an. Teilnehmer waren NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek, Guido Göldner von der DB Netz-AG, Bürgermeister Dieter Dzewas aus Lüdencheid und Thomas Gemke in seiner Doppelfunktion als Landrat und stellvertretender NWL-Verbandsvorsteher.

Bedauert wurde der aufgrund ausstehender Planfeststelllungsbeschlüsse noch fehlende Komplettausbau der Strecke. Darin begründet liegen der Zweistundentakt und die fehlenden Stopps an den Bahnhöfen Kierspe und Oberbrügge. Thomas Gemke zeigte sich am Samstag zuversichtlich, dass dieser Missstand bis 2019 behoben wird. Die Deutsche Bahn AG nahm die Einweihung erneut zum Anlass, um alle Straßenverkehrsteilnehmer auf den neuen Zugverkehr im oberen Volmetal aufmerksam zu machen. An allen Bahnübergängen gilt grundsätzlich: Der Zug hat Vorfahrt!

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