Rat verlängert Zeitspanne

Der Feuerwehr bleiben maximal 9,5 Minuten Zeit bis zum Erreichen des Einsatzortes

Alles andere als optimale Bedingungen bietet das Feuerwehr-Gerätehaus am Florianweg.
+
Alles andere als optimale Bedingungen bietet das Feuerwehr-Gerätehaus am Florianweg. Die Zufahrt ist problematisch, der Platz im Inneren reicht nicht mehr aus, die Durchfahrten sind zu eng.

Die Freiwillige Feuerwehr Meinerzhagen muss innerhalb von spätestens acht Minuten nach einem Alarm mit den ersten Kräften vor Ort sein. Kaum machbar in einer so großen Flächengemeinde – das jedenfalls findet der Rat der Stadt.

Meinerzhagen – Und so formulierte CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Stracke in der jüngsten Ratssitzung am Montag: „Die acht Minuten sind eine Richtgröße der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren. Sie sollte unseres Erachtens deshalb nicht eins zu eins für rein freiwillige Feuerwehren angewandt werden. Um eine höhere Rechtssicherheit für die Wehrleitung zu erreichen, stellen wir folgenden Antrag: Das Eintreffen der ersten Einheit auf spätestens 9,5 Minuten zu erhöhen, wodurch sich automatisch auch für die nachfolgenden Eintreffzeiten spätere Zeitpunkte ergeben.“ Diesem Antrag folgten die Ratsfraktionen einstimmig.

Abstimmung mit der Wehrleitung

Stracke betonte in diesem Zusammenhang, dass der Antrag auch das Ergebnis von Gesprächen mit der Meinerzhagener Wehrleitung sei. Außerdem gehörten der CDU-Fraktion aktive Feuerwehrleute an, die ihr Fachwissen ebenfalls eingebracht hätten.

Einstimmig wurde in der Sitzung auch der Brandschutzbedarfsplan der Stadt angenommen. Er ist alle fünf Jahre fortzuschreiben und regelt alle Belange, welche die Feuerwehr betreffen – von der Ausrüstung über die Löschwasserversorgung und das Personal bis eben zu den Eintreffzeiten am Einsatzort. Ein Gutachten des Kölner Ingenieurbüros „antwortING“ dient dabei als Grundlage. Darin ist unter anderem auch ein Punkt aufgeführt, der Stadt, Politik und Feuerwehr noch einige Zeit beschäftigen wird: Das Feuerwehr-Gerätehaus am Florianweg. Hier hatte der Gutachter des Ingenieurbüros gleich mehrere Punkte zu bemängeln:

Zufahrt

Die Zufahrt zum Gerätehaus der Einheit Meinerzhagen ist erheblich zu schmal. Gefährlicher Kreuzungsverkehr ist nicht ausgeschlossen. Dies sowie die sehr enge Ausfahrt auf die Kampstraße können zudem zu gefährlichen Situationen beim Ausrücken der Feuerwehr führen, was in der Vergangenheit bereits der Fall war.

Parkplätze

Die Parkplätze am Gerätehaus sind ungünstig gelegen, da sich die Fahrwege der Einsatzmittel mit den Laufwegen der Einsatzkräfte kreuzen.

Stauraum

Der Stauraum vor den Fahrzeughallen ist zu kurz.

Notstrom

Eine Einspeisung für einen Notstromerzeuger fehlt.

Hindernisse

Der Standort ist nicht frei von Kanten und Ausgleichsstufen, vorhandene Kanten und Stufen sind nicht gekennzeichnet.

Platzverhältnisse

Die Tordurchfahrten des Gerätehauses sind zu eng, wodurch es zu gefährlichen Situationen beim Ausfahren von Einsatzfahrzeugen kommen kann. Vorhandene Einengungen sind nicht gekennzeichnet. Darüber hinaus sind die vorhandenen Tore nicht gegen Zuschlagen gesichert. Aufgrund der engen Tordurchfahrten kann es bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen zu Problemen kommen, da die neuen Fahrzeuge nicht durch die Tordurchfahrt passen könnten.

Fahrzeughalle

Die Verkehrswege in der gesamten Fahrzeughalle sind zu eng, wodurch es zu Gefahrensituationen kommen kann. Wie möglichst rasch Abhilfe geschaffen werden kann, das muss jetzt geprüft werden, natürlich in enger Zusammenarbeit von Verwaltung, Politik und der Wehrleitung um Stadtbrandinspektor und Feuerwehrchef Christian Bösinghaus. Dass Handlungsbedarf bei der Suche nach einem Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus in der Stadtmitte besteht, weiß auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Puschkarsky. Er formulierte es während der Ratssitzung so: „Dieses Thema ist sehr wichtig. Wir müssen jetzt endlich Pflöcke einschlagen.“ Einen Vorschlag, wo ein geeignetes Gelände für eine neue Wache zu finden sein könnte, gibt es aber noch nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare