Auf der Suche nach dem Handy

Wunde am Kopf: Kunde rastet im Supermarkt aus und verletzt Filialleiter

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Die Netto-Filiale in Meinerzhagen wurde am Dienstag bereits um 16 Uhr geschlossen, nachdem dort ein „Kunde“ ausgerastet war.

 Andere Kunden und die Verkäuferin waren gezwungen, einen Mann ruhigzustellen, nachdem er im Netto-Markt völlig die Fassung verloren hat. Der Filialleiter war zu drastischen Mitteln gezwungen.  

Meinerzhagen -Ein randalierender Mann hat am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr eine vorzeitige Schließung des Meinerzhagener Netto-Marktes verursacht. Bei der Suche nach seinem verlorenen Handy geriet er dermaßen in Rage, dass den anwesenden Verkäuferinnen, dem Filialleiter sowie mutigen Helfern nichts anderes übrig blieb, als den 23-Jährigen mit körperlichem Einsatz ruhigzustellen. Als die Polizei mit zwei Streifenwagenbesatzungen bei dem Lebensmitteldiscounter am Immecker Weg eintraf, wurde der Mann übergeben - gefesselt mit provisorischen Mitteln.

Der Leiter des Marktes entschied, für den Rest des Tages zu schließen und einen Sicherheitsdienst anzufordern: "Der Mann hat hier nicht zum ersten Mal Stress gemacht. Was soll ich denn machen, wenn der morgen entlassen wird und hier wieder auf der Matte steht?" Immerhin kann er froh sein, dass er lediglich leicht verletzt wurde: Eine kleine Wunde an der Stirn zeugt vom Ausmaß des Geschehens. Mitarbeiter und helfende Kunden wurden überhaupt nicht verletzt, auch Ware ist nicht zu Bruch gegangen.

Zur Coronavirus-Pandemie: ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt

Der Vorfall, auf den man generell gerne verzichtet, ereignete sich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. In der aktuellen Pandemie-Lage ist das Personal im Einzelhandel ohnehin einer noch höheren Belastung ausgesetzt. Es müssen Schutzkonzepte umgesetzt werden, Hamsterkäufe mancher Menschen sorgen für Unmut unter den Kunden.

Einen "Kunden", der das Personal dafür verantwortlich macht, dass sein offenbar verlorenes Handy nicht aufgefunden wurde, braucht man auch im Meinerzhagener Netto-Markt nicht: "Ich habe überhaupt nicht so genau verstanden, was der wirklich wollte", erklärte der Marktleiter. "Wir haben auch eine unterschiedliche Sprache gesprochen".

Mann kommt in medizinische Obhut

Die Sorge um eine kurzfristige Rückkehr muss sich der Filialleiter, der von einem Kollegen aus Kierspe in der belastenden Situation schnelle Unterstützung erfuhr, wohl nicht machen. Die Polizeibeamten nahmen den Randalierer in Gewahrsam. Doch bei dieser richterlichen Anordnung blieb es nicht. Die Zweifel des Filialleiters an der geistigen Verfassung des ungebetenen Kunden wurden auch von einem hinzugezogenen Arzt geteilt. Nach einer Untersuchung auf der Wache wurde Meinerzhagener mit afrikanischen Wurzeln in medizinische Obhut gegeben. Einen Alkoholtest hatte der 23-Jährige zuvor verweigert.

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