Auch Unwetter können der Kläranlage nicht schaden

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Die Kläranlage an der Volmestraße sorgt für einen sauberen Fluss. Davon überzeugten sich die „Ferienkinder“. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Blitz, Donner Wolkenbruch – subjektiv empfunden, brechen Unwetter immer häufiger über Meinerzhagen herein.

Auch beim Schützenfest kämpften Prinzen-Anwärter und Besucher während des Schießens mit Starkregen. Doch wer denkt in einem solchen Fall schon an diejenigen, denen die Wassermassen dann ernsthafte Probleme bereiten könnten?

Beispielsweise an die Mitarbeiter des Ruhrverbandes, die in der Kläranlage an der Volmestraße die Fluten irgendwie bewältigen müssen. 307 Liter Wasser pro Sekunde – das ist das Maximum, das die Anlage im regulären Betrieb „aufarbeiten“ kann. „Kommt mehr, ist aber auch das kein Beinbruch“, winkte heute Abwassermeister Robin Urbais ab. Er empfing im Rahmen der Ferienspiele 13 Kinder in der Kläranlage des Ruhrverbandes und weihte sie in die „Geheimnisse“ der komplizierten Technik ein. „Was an Wasser zuviel anfällt, läuft grob geklärt aus den Regenrückhaltebecken direkt in die Volme. Da es sich dabei aber zu 90 Prozent um Regenwasser handelt, ist das unproblematisch“, erläuterte Urbais.

Dass an der Volmestraße aber eben nicht nur eigentlich sauberer Regen gereinigt wird, erfuhren die Kinder quasi am eigenen Leib. Denn: Nicht überall in der Anlage riecht es angenehm. Trotzdem ließen sich die „Ferienkinder“ nicht abschrecken und sahen sich unter der fachkundigen Führung des Abwassermeisters den Betrieb von „vorne bis hinten“ an. Auch das kleine Häuschen, in dem über einen Zentimeter große Partikel mit einem Rechen automatisch aussortiert werden, gehörte zu den Programmpunkten. Toilettenpapier und Fäkalien zum Beispiel werden hier maschinell entfernt – ein ganz spezielles Geruchserlebnis. Die übrigen Klärstufen – ob biologisch oder per Pumpanlage, die den Sand herausholt – waren dann aber wieder zu besichtigen, ohne die Nase zuzuhalten. Und auf dem Teich, von dem das Wasser am Ende der Reinigungskette in die Volme entlassen wird, fühlen sich sogar die Enten wieder wohl.

Dass die Volme ein sauberer Fluss ist, dafür sorgt der Ruhrverband in Meinerzhagen mit viel Technik und Sachverstand. Davon konnten sich die 13 Kinder und ihre zwei Begleiterinnen überzeugen. Und dass das auch so bleiben wird, davon sind Robin Urbais und seine Kollegen überzeugt. Die Entwicklung in Sachen „Gewässerreinheit“ jedenfalls stimmt Urbais positiv: „Die Qualität des Wassers wird immer besser“, freut er sich. Die geplante großflächige Renaturierung des Flusses im Stadtgebiet allerdings hat für die Kläranlage keine Auswirkungen. Urbais: „Das ist wieder ein ganz anderes Thema. ▪ beil

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