Thema im Fachausschuss

Ausschuss stimmt mehrheitlich für eine Radstation am Bahnhof

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Unterhalb der neuen Fußgängerbrücke, an der Einmündung Weststraße/Im Tempel, soll die neue Radstation entstehen. Das Gelände gehört noch der Firma Otto Fuchs.

Meinerzhagen - Sind 190.000 Euro für eine Rad-Abstellanlage nahe des Bahnhofs zu viel, oder rechtfertigt der spätere Nutzen die Investition? An dieser Frage schieden sich am Donnerstag im Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung und Verkehr die Geister.

Umgerechnet rund 4000 Euro würde ein Fahrrad-Stellplatz also kosten, wenn – wie im ersten Bauabschnitt vorgesehen – Raum für 50 Räder geschaffen würde. Das rief Volkmar Rüsche (CDU) auf den Plan: „Grundsätzlich befürworte ich dieses Vorhaben. Trotz der angekündigten Förderung habe ich mit dieser Summe aber ein Problem. Denn das sind ja auch Steuergelder“, urteilte er. 

Dass 190 000 Euro ein Batzen Geld sind, dieser Meinung waren auch andere Ausschussmitglieder. Zuvor hatte Jens Ebener vom Architekturbüro ASS in Düsseldorf die Planungen und Verteilung der Kosten im Detail vorgestellt. 

Laut Ebener schlagen für die Errichtung der eigentlichen Radabstellanlage zwischen der Einmündung Weststraße/Im Tempel und der neuen Fußgängerbrücke 144 000 Euro zu Buche. Hinzu kommen Planungskosten, Grundstückserwerb und Arbeiten am Vorplatz, die das Gesamtvolumen der Maßnahme auf 190 000 Euro ansteigen lassen. Nach Abzug der Fördermittel verbleiben immer noch rund 36 000 Euro Eigenanteil für die Stadt.

Chip-System bedeutet Personalmangel

„Es gibt bestimmt eine günstigere Lösung“, legte Volkmar Rüsche nach. Und er hatte eine zweite Schwachstelle bei dem Projekt ausgemacht. Die bezog sich auf das vorgeschlagene Chip-System. Das sieht vor, dass sich Nutzer der Rad-Anlage gegen eine Verwaltungsgebühr zuvor einen Chip im Rathaus besorgen. 

Der wiederum öffnet dann die Tür zu dem überdachten und mit Seitenwänden gesicherten Rad-Abstellraum am Bahnhof. So würde jeder registriert, der einen Abstellplatz in Anspruch nimmt. „Das ist ein nicht zu unterschätzender Personal-Mehraufwand für die Stadt“, befand Rüsche. 

Und außerdem hätten so theoretisch auch potenzielle Fahrrad-Diebe Zugang zu dem Raum, der de facto also gar nicht wirklich sicher sei, meinten mehrere Ausschussmitglieder, darunter Jan Blume (CDU), Frank Lüttel (CDU), Hans Gerd Turck (CDU), Karl Hardenacke (Bündnis 90/Die Grünen) und Klaus Laufer (UWG). 

Außerdem könnten 50 Stellplätze wohl zu viel sein, befand Jan Blume. Das sah Peter Kamphaus (SPD) nicht so. Er wies darauf hin, dass Fahrräder immer mehr genutzt würden und es besser sei, jetzt 50 Stellplätzen einzurichten, als später für viel Geld nachzurüsten. 

PSVU schlägt einzelne Rad-Boxen vor

Bei der anschließenden Abstimmung über die Abstellanlage, die in erster Linie für Bahn-Pendler, aber auch für eine touristische Nutzung gedacht ist, zeigte sich der Ausschuss uneins: 13 PSVU-Mitglieder stimmten dafür, fünf dagegen. Jetzt soll im Bau- und Vergabeausschuss über Details beraten werden. 

Thematisiert werden könnte dann auch eine Anregung aus den Reihen des PSVU, einzeln abschließbare und damit sicherere Rad-Boxen anzuschaffen. So oder so – Jens Ebener versprach: „Wir werden auf die Kosten achten und verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, auch was die genaue Ausführung des Abstellhäuschens angeht.“

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