Das Quellental ist Mirlas Reich

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Petra Biehn erfand die Nebelhexe Mirla für ihre Kinder. Die Geschichte „Mirla und der Nebelmantel“ wurde jetzt als Buch veröffentlicht.

Meinerzhagen - Eine sprechende, weiche Wattekugel, wenn sie hext, mit einem Gesicht strahlend schön wie der Vollmond, umrahmt von silberfarbenem Haar – die Nebelhexe Mirla spukt schon lange in Petra Biehns Kopf.  „Mirla und der Nebelmantel“ ist das erste Buch der Meinerzhagenerin.

Simone Benninghaus

Petra Biehns Reich ist ganz real – das verwunschene Quellental bei Hösinghausen. „Ich habe Mirla eigentlich für meine Kinder erfunden“, erzählt Petra Biehn. Die Spaziergänge in den Wäldern wurden so für Anna-Lena und Alexander jedes Mal zu einem Abenteuer. Ihre Kinder sind heute erwachsen, die Geschichte der Nebelhexe hat Petra Biehn dafür aber festgehalten.

Für Lena und ihren Bruder Alex beginnt das größte Abenteuer ihres Lebens: Sie entdecken im Quellental eine geheimnisvolle Welt mit rätselhaften Wesen. Während Schrate und Gnome üble Absichten hegen, können die Geschwister sich auf ihre neue Freundin, die junge Nebelhexe Mirla, bedingungslos verlassen. Doch was geschieht, wenn der Nebelmantel seine Magie verliert? – Soviel verrät die Autorin auf dem Buchrücken zum Inhalt ihres ersten Kinderbuches, das in dieser Woche erschienen ist.

Mirlas Geschichte schlummerte dafür schon lange aufgezeichnet in der Schreibtischschublade. Eine Freundin gab der 56-Jährigen Anfang des Jahres den entscheidenden Ruck: „Du hast Zeit, setz dich hin und mach dein Buch endlich fertig!“ – „Ich bin selbst überrascht, dass es geklappt hat“, sagt Petra Biehn und lacht. Wer ihr allerdings zuhört, wenn sie mit blitzenden Augen von dem urwüchsigen, geheimnisvollen Tal, den Nebelwesen und dem fiesen Gnarz erzählt, wundert sich längst nicht.

Petra Biehns Credo für eine spannende Geschichte ist einfach: „Man muss die Location genau vor Augen haben.“ Den Schauplatz des Geschehens brauchte die 56-Jährige nicht zu erfinden, sie kennt ihn ganz genau. Im Quellental bei Hösinghausen hat die gebürtige Bochumerin ihre Kindheit und Jugend verbracht. Die Eltern hatten hier eine Ferienwohnung. „Eine schöne Zeit“, erinnert sich Petra Biehn. „Wenn wir abends zum Milchholen im Dunkeln ins Dorf gingen, das war schon spannend.“

Das Tal, der Bach und der Ebbeteich sind Mirlas Reich und das nicht erst, seitdem Bücherfan Petra Biehn („Ich habe immer ein Buch in der Tasche und lese manchmal auch zwei, drei Bücher gleichzeitig“) ihr Abenteuer aufgeschrieben und die Meinerzhagenerin Kathrin Hanses die Protagonistin gezeichnet hat.

Mit dem Hexspruch „Mi-, Ma-, Mirlamex, ich bin eine Nebelhex“ wurden ihre Kinder groß. Früher, als die Familie noch in Valbert wohnte, zog es sie oft ins Ebbe in Richtung Quellental. „Die Kinder fanden es immer toll, wenn ich ihnen spannende Geschichten erzählte“, erinnert sich Petra Biehn.

Ihr Roman spiegelt Realität und Fantasie. Handlung und Hauptpersonen entwickelten sich während des Schreibens Stück für Stück. Im Frühjahr war die Geschichte von Mirla, Lena und Alex fertig – festgehalten auf über 300 Seiten. Damit begann die Hauptarbeit – die Suche nach einem Verlag. Bei den großen Verlagen gab es kaum eine Chance, so die Erfahrung der Meinerzhagenerin. Über die Literaturagentur Unna erhielt Petra Biehn eine Liste von kleineren Verlagen. Der Pomaska-Brand-Verlag aus Schalksmühle zeigte schließlich Interesse und druckte das Erstlingswerk der Meinerzhagener Autorin.

An den Moment, als ihr 226 Seiten starkes Erstlingswerk schließlich vor ihr lag, erinnert sich Petra Biehn genau: „Erst mal tut sich ein schwarzes Loch auf, wenn man das, wovon man geträumt hat, in Händen hält.“ Wie gut, dass Nebelhexe Mirla noch weiter hexen darf, denn Petra Biehn arbeitet inzwischen am zweiten Band ihres Kinder-Fantasy-Romans.

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